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Impfen: In jeder Klasse zwei Kinder ungenügend geimpft

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Impfen  

TK-Umfrage zeigt: In jeder Klasse zwei Kinder ungenügend geimpft

30.07.2010, 11:11 Uhr | rev; cs, dpa, ots, t-online.de

Impfen: In jeder Klasse zwei Kinder ungenügend geimpft. Junge wird geimpft.

Die Kinder in Deutschland sind nicht ausreichend geimpft. (Bild: imago) (Quelle: t-online.de)

In jeder Klasse mit 28 Schülern sitzen statistisch mindestens zwei Kinder, die nicht ausreichend geimpft sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Dazu zählen die Impfungen gegen Keuchhusten, Tetanus, Masern, Mumps oder Röteln.

Eltern sind verunsichert

Die Gründe der Impfmuffel: Acht von zehn Eltern, deren Kinder nicht alle Schutzimpfungen erhalten haben, gaben in der Umfrage an, dass sie einige davon für unnötig hielten. Drei Viertel von ihnen haben Angst vor Impfschäden und Nebenwirkungen. Und fast die Hälfte war der Meinung, dass die so genannten "Kinderkrankheiten" das Immunsystem stärken. TK-Impfexperte Maik Findeisen hält dagegen: "Die Impfungen schützen Babys und Kleinkinder vor Infektionen, an denen sie häufig deutlich schwerer erkranken als ältere Kinder oder Erwachsene." Zudem seien die modernen Impfstoffe gut verträglich, Nebenwirkungen treten nur in seltenen Fällen auf. Auch Mehrfachimpfungen mit bis zu sechs Impfstoffen stellen grundsätzlich kein Problem dar.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt für Säuglinge und Kleinkinder zwölf Impfungen als Grundimmunisierung. Da es in Deutschland keine Impfpflicht gibt, entscheiden die Eltern, ob und wann ihr Kind geimpft wird. "Viele Eltern sind verunsichert", sagt Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg. Welche Impfung ist wichtig? Was ist gut für mein Kind? "Auf der Suche nach Antworten nutzen viele Eltern das Internet und stoßen dabei auf eine Menge falscher Informationen." Ley-Köllstadt empfiehlt Eltern dringend, sich vom Kinderarzt beraten zu lassen oder zumindest auf zertifizierte Informationsseiten im Internet zu achten. Nur eine gute Beratung kann Ängste nehmen: "Immer noch kursieren viele Vorurteile über das Impfen, die Eltern nicht einfach glauben sollten."

Impfmüdigkeit hat Folgen

Dass Kinder geimpft werden müssen, dürfe heute nicht mehr zur Debatte stehen, sagt die Ärztin vom DGK. "Die Impfungen retten Leben." Schnell entwickelt sich aus einer kleinen Verletzung ein Wundstarrkrampf, hat ein Keuchhusten dramatische Folgen: "Nur dem Impfen haben wir zu verdanken, dass Kinder diese Krankheiten nicht mehr bekommen." Doch aus den Augen - aus dem Sinn: "Dadurch, dass diese Erkrankungen nicht mehr präsent sind, scheint der Gedanke bei vielen Menschen näher zu rücken, dass auch keine Gefahr mehr besteht." Doch das Gegenteil ist der Fall: "Wird eine Gesellschaft nicht konsequent durchgeimpft, kehren diese Krankheiten zurück."

Impfungen schon für Neugeborene geeignet

Manche Eltern fürchten auch, dass die von der STIKO des Robert Koch-Instituts empfohlenen Impfungen das Immunsystem ihres Babys überfordern. "Die Sorge ist unbegründet", gibt Findeisen jedoch hier Entwarnung. Die Impfung stärke das Immunsystem des Neugeborenen, das sich ab der Geburt generell mit einer Vielzahl von Keimen auseinandersetzen muss.

Studie: Auch Frühchen verkraften Impfungen gut

Auch Frühchen können geimpft werden. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) beruft sich dabei auf die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung, die Birgit Ziegler und Professor Hans-Michael Straßburg von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg ausgewertet haben. Dabei konnte an Hand der Daten von 216 Frühgeborenen der Geburtsjahrgänge 2004 bis 2006, die alle ein Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm aufwiesen, nachgewiesen werden, dass Frühchen Impfungen in der Regel gut verkraften.

Nestschutz verbraucht sich im ersten Jahr

Zunächst verfügen Neugeborene noch über einen so genannten Nestschutz: Durch mütterliche Antikörper sind sie gegen bestimmte Erkrankungen immun. Dies gilt allerdings nur für die Infektionskrankheiten, die die Mutter durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist. Diese Antikörper werden nach der Geburt langsam abgebaut, bis gegen Ende des ersten Lebensjahres meist gar kein Schutz mehr besteht. "Deshalb ist es wichtig, möglichst früh mit dem Aufbau des Impfschutzes gegen Tetanus, Hepatitis B und Co. zu beginnen", empfiehlt Findeisen.

Manche Impfungen müssen aufgefrischt werden

Diese Grundimmunisierung sollte unmittelbar nach Ende des zweiten Lebensmonats beginnen und im Alter von 14 Monaten abgeschlossen sein. Findeisen: "Dann können Eltern sicher sein, dass ihr Kind ausreichend geschützt ist." Der Schutz hält bei einigen Impfungen ein Leben lang, bei anderen muss er auch im Erwachsenenalter noch aufgefrischt werden. Dies gilt besonders für die Tetanus- und Diphtherie-Impfung.

Die Auffrischung ist auch das Problem bei der Masernimpfung. Während bei der ersten Impfung noch die für die Ausrottung der Krankheit wichtige Impfquote von 95 Prozent erreicht wird, sind es bei der zweiten Impfung nur noch 89 Prozent - zu wenig, um die Krankheit in Deutschland auszurotten, wie sich an immer wieder ausbrechenden Masernepidemien zeigt.

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