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Stiftung Warentest: "Böse Überraschung" bei Spielzeug-Test

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Stiftung Warentest: "Böse Überraschung" bei Spielzeug-Test

21.10.2010, 11:00 Uhr | rw, AFP, PR, Stiftung Warentest, t-online.de

Stiftung Warentest: "Böse Überraschung" bei Spielzeug-Test. Mit diesem Affen von "sigikid" sollten Kinder besser nicht spielen. (Bild: Stiftung Warentest)

Mit diesem Affen von "sigikid" sollten Kinder besser nicht spielen. (Bild: Stiftung Warentest)

Für die November-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" hat die Stiftung Warentest 50 Spielzeuge für Kinder unter drei Jahren untersucht. Die Ergebnisse sind teilweise erschreckend. Ob Holzeisenbahn, Puppe, Plüschtier oder Plastik-Auto: Mehr als 80 Prozent der getesteten Spielsachen wurden von den Prüfern moniert. Die Foto-Show zeigt, wie getestet wurde und welche Produkte durchfielen.

10 Prozent der Produkte dürften gar nicht gehandelt werden

"Eine böse Überraschung" erlebten die Tester als sie feststellen mussten, dass ein Großteil des untersuchten Spielzeugs gängigen Sicherheitsanforderungen nicht standhält. Darunter befinden sich auch Produkte namhafter Marken-Hersteller wie "Fisher Price", "Brio" oder "sigikid". Bei zehn Prozent der getesteten Produkte erkannten die Prüfer sogar eine direkte Gefahr für Kinder, die mit dem jeweiligen Produkt spielen würden, weil sich beim betreffenden Spielzeug Einzelteile ablösen könnten, die dann womöglich verschluckt würden.

Solche Spielsachen dürften nach Ansicht der Produkttester gar nicht verkauft werden, denn sie verstießen gegen geltende Spielzeugnormen. Diese schreiben außerdem vor, dass ein Spielzeug reiß- und biegefest sein muss, keine Schwermetalle abgeben und beim Fallen nicht zersplittern darf. Erschreckend sei, dass sogar Markenware bei diesen Routinetests durchfalle.

Brennbarer Affe und Schwermetalle im Hasen

So zum Beispiel der Plüsch-Affe vom Markenhersteller "sigikid". Ein kurzer Kontakt mit einer Flamme reichte aus und der kuschelige Primat brannte lichterloh. Bei Plüschtieren dürfen sich Flammen pro Sekunde aber nicht mehr als drei Zentimeter ausbreiten. Noch besser: Die Flammen gehen wieder aus. Das taten sie allerdings nur bei gut der Hälfte aller Plüschtiere im Test. Auch dem günstigen Hasen von "Tedi" sollten Kindern lieber nicht allzu nahe kommen. Er enthielt den verbotenen Weichmacher DEHP, der fortpflanzungsschädigend wirken kann. Dazu war er mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet, in den Ohren steckte Blei. Das Kuscheltier wurde inzwischen vom Markt genommen.

Holzspielzeuge besonders belastet

Aber nicht nur im Tedi-Hasen verstecken sich Schadstoffe. Anders als viele vermuten würden ist besonders Holzspielzeug stark belastet. Keines der 15 getesteten Holzspielzeuge ist schadstofffrei! So fanden die Tester allein in der Eisenbahn von "Brio" Flammschutzmittel, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Nickel. Die Puzzle von "kik" und "Selecta" enthielten viel Formaldehyd. In anderen Spielsachen wurden Weichmacher (Phthalate), Schwermetalle oder zinnorganische Verbindungen gefunden. Viele dieser Stoffe gelten als Krebs erregend oder können Allergien auslösen, einige sind erbgutverändernd und fortpflanzungsschädigend.

Tipps für den Spielzeug-Kauf

"Die Ergebnisse sind erschreckend und müssen Eltern beunruhigen", bewertet "test"-Chefredakteur Hubertus Primus die Untersuchungsergebnisse. Besonders ärgerlich an den aktuellen Testergebnissen ist, dass die Gefahren, die in den Spielsachen verborgen sind, für Eltern oft nur schwer erkennbar sind. Auf das CE-Zeichen, mit dem sich der Hersteller verpflichtet, alle EU-Richtlinien für das Produkt einzuhalten, ist laut Stiftung Warentest wenig Verlass. Es ist bei Spielzeug Pflicht und stand deshalb auf jedem der 50 geprüften Produkte. Die Stiftung rät, vor dem Kauf von Spielzeug nach ablösbaren Kleinteilen zu schauen. Auch eine "Riechprobe" wird empfohlen. Besonders stark mit Schadstoffen belastete Produkte weisen häufig einen unangenehmen chemischen Plastik-Geruch auf.

Verbraucherschützer fordern strengere Regulierung

Mehr als die Hälfte der Spielwaren in Deutschland stammt aus China. Schon mehrfach wurden bei Spielsachen aus dem Reich der Mitte ähnliche Mängel entdeckt, wie beim aktuellen Test. Immer wieder wurden zum Beispiel giftige Stoffe im Spielzeug gefunden, deren Anteil um ein Vielfaches über den vorgeschriebenen Höchstgrenzen lag. Insgesamt machen sich Verbraucherschützer für ein entschiedeneres Vorgehen des Staates gegen gefährliches Spielzeug stark. "Bund und Länder müssen zügig Schritte einleiten, um gefährliches Spielzeug aus dem Verkehr zu ziehen", fordert der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands Gerd Billen. Kontrollen müssten verstärkt und "schwarze Schafe" öffentlich gemacht werden.

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