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Sterilisation: Ein solcher Eingriff muss wohl überlegt sein

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Sterilisation  

Eine Sterilisation will gut überlegt sein

11.11.2010, 10:41 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Sterilisation: Ein solcher Eingriff muss wohl überlegt sein. Eine Sterilisation will gut überlegt sein: Es ist eine Entscheidung fürs Leben. (Bild: imago)

Eine Sterilisation will gut überlegt sein: Denn der Weg zurück zur Fruchtbarkeit ist medizinisch kompliziert. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind sterilisiert, drei Viertel davon sind Frauen. Wer sich sterilisieren lässt, ist sich – zumindest in diesem Moment – sicher, dass er keine Kinder (mehr) möchte. Doch einen solch ziemlich endgültigen Schritt sollte man nicht nur für sich selbst treffen, sondern auch nur dann gehen, wenn man ihn sich gut überlegt hat. Denn eine solche Entscheidung beeinflusst sowohl Gegenwart als auch Zukunft.

Ein neuer Partner sorgt so manches Mal für Kinderwunsch

Allein durch veränderte Lebensumstände, zum Beispiel durch einen neuen Partner, kann sich die Sichtweise ändern, tritt oft doch noch einmal der Wunsch nach einem Kind auf. Es gibt zwar heutzutage Möglichkeiten, eine Sterilisation rückgängig zu machen, doch abgesehen davon, dass oft aufwendige und teure Operationen notwendig sind, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

Operation für den Mann einfacher

Wenn sich ein Paar zur Sterilisation entschlossen hat, dann stellt sich die Frage, wer von beiden diesen Schritt geht. Hier kann man ganz klar sagen, dass eine Sterilisation beim Mann deutlich einfacher durchzuführen ist als bei der Frau. Hierzu ist lediglich ein Besuch beim Urologen notwendig, der den Eingriff in der Regel mit örtlicher Betäubung ambulant durchführt. Nach einer halben Stunde ist alles erledigt, der Mann kann nach Hause und nach zwei bis drei Tagen Schonung ist er wieder der Alte. Dieser Eingriff gilt als einer der sichersten chirurgischen Eingriffe überhaupt. Schwere Komplikationen kommen so gut wie nicht vor. Bei höchstens fünf Prozent der Sterilisierten entstehen einfach zu behandelnde Blutergüsse, Nebenhodenentzündungen oder Wundinfektionen.

Eine Sterilisation ist keine Kastration

Viele Männer befürchten, eine Sterilisation könnte sich auf ihre Männlichkeit auswirken, käme sozusagen einer Kastration gleich. Doch diese Bedenken sind absolut unnötig. Denn bei der Sterilisation werden lediglich die Samenleitern durchtrennt, das heißt, den Samenzellen ist der Weg in den Samenerguss versperrt. Dieser findet aber trotzdem statt. Sex wird genauso erlebt wie vorher - vorausgesetzt der Kopf spielt mit. Denn gelegentlich verzeichnete Erektionsstörungen werden von den Ärzten mit einer seelischen Verarbeitung des Eingriffes erklärt und haben nichts mit der Operation an sich zu tun.

Der Mann ist noch eine kurze Zeit fruchtbar

In ganz seltenen Fällen kommt es zu einer Neuverbindung der Samenleiter, allerdings liegt diese Quote bei 0,1 Prozent. Wenn Frauen nach der Sterilisation ihres Mannes schwanger werden, dann liegt das meist daran, dass das Paar nicht darauf geachtet hat, dass der Mann nicht sofort unfruchtbar ist. Oberhalb der durchtrennten Stelle können sich nämlich noch zahlreiche Samenzellen befinden, die ziemlich lange befruchtungsfähig bleiben. Der Arzt kontrolliert nach einigen Wochen, ob der Erguss samenzellenfrei ist, bis dahin muss das Paar anderweitig verhüten.

Das "Essure Verfahren" kommt ohne Narkose aus

Bei Frauen gestaltet sich der Eingriff etwas schwieriger. Er wird entweder in einer Tagesklinik oder aber in der gynäkologischen Abteilung eines Krankenhauses durchgeführt. Bei der Operation, bei der fast immer eine Vollnarkose notwendig ist, werden die Eileiter verschlossen. So wird verhindert, dass sich die Eizelle und die Samenzelle treffen können. Es gibt verschiedene Verfahren: Das häufigste ist die so genannte "laparoskopische Sterilisation", bei der durch einen Schnitt in der Nabelgrube gearbeitet wird. Relativ neu ist das "Essure Verfahren", bei dem man mit flexiblen Mikrospiralen aus Kunststoff und Metall arbeitet, die in jeden Eileiter eingesetzt werden. Das Wachstum von Bindegewebe in der eingesetzten Spirale wird angeregt, die Eileiter verschlossen. Hier allerdings besteht eine Verhütungssicherheit erst nach einigen Monaten, wobei für die Kontrolle eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden muss. Der Vorteil der Methode: Eine Vollnarkose ist nicht notwendig.

Beschwerden danach sind oft seelischer Natur

Doch jeder dieser Eingriffe ist ziemlich endgültig und gilt als äußerst sichere Methode zum Verhüten. Nur ganz selten wird eine Frau trotz Sterilisation schwanger, die Quote liegt hier bei 0,2 Prozent. Auch bei Frauen bleibt der Hormonhaushalt übrigens unverändert. In wenigen Fällen kommt es aber trotzdem zu hormonell ausgelösten Zyklusstörungen oder sogar vorzeitigen Wechseljahrbeschwerden. Die Ärzte vermuten hier Durchblutungsstörungen am Eierstock. Manchmal entstehen Schwierigkeiten auch nur durch das Absetzen der Pille. Meistens aber, wenn es nach einer Sterilisation zu Problemen kommt, hat die Seele ihre Finger mit im Spiel.

Nichts überstürzt entscheiden

Viele Frauen entscheiden sich kurz nach einer Geburt zu einer Sterilisation. Gelegentlich wird diese auch im Rahmen eines geplanten Kaiserschnitts durchgeführt, was den Vorteil hat, dass keine weitere Narkose notwendig ist. Eine schwierige Schwangerschaft oder eine komplizierte Geburt können schnell zu einer Fehlentscheidung führen, die man später schwer bereut. Daher ist es in der Regel sinnvoll, wenn man sich selbst zwischen einer Geburt und einer Sterilisation ein wenig Zeit gibt, in der man sich seinen Entschluss noch einmal gut überlegt. Eine so wichtige Entscheidung sollte man nur dann treffen, wenn man frei ist von inneren und äußeren Zwängen, um sie später nicht zu bereuen und seelische Schwierigkeiten zu vermeiden.

Sterilisation kann sich auf das Selbstwertgefühl auswirken

Häufig tritt ein Kinderwunsch erst spät auf. Eine kurze Entscheidungszeit, eine Entscheidung in zu frühen Jahren oder bei Partnerschaftsproblemen kann dann zu seelischen Problemen führen. Mit einer Sterilisation trennt man Fruchtbarkeit von Sexualität endgültig voneinander. Das bedeutet aber auch, dass man sich damit auseinandersetzen muss, dass es nie mehr möglich sein wird, Kinder zu zeugen beziehungsweise zu gebären. Für manche hat diese Erkenntnis, wenn sie zu spät kommt, massive Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl.

Oft sind die Lebensumstände entscheidend

Wie bei jeder anderen Operation auch, muss der Patient über mögliche Folgen des Eingriffs aufgeklärt werden und dem freiwillig zustimmen. Wünscht jemand eine Sterilisation, muss er den ausführenden Arzt davon überzeugen können, dass er sich der Tragweite dessen bewusst ist. Ist eine Frau bereits um die Vierzig,  hat schon zwei, drei Kinder und möchte kein weiteres, so wird sie einen Arzt leichter überzeugen können, als eine junge Frau Anfang zwanzig, deren karriereorientierter Partner der ausschlaggebende Faktor ist. Denn man muss sich immer fragen, ob die Entscheidung eventuell anders aussähe, wenn die Lebensumstände andere wären.

Der Eingriff ist teuer

Die Kosten für eine Sterilisation sind relativ hoch. Beim Mann liegen sie um die 300 Euro, eine Frau muss mit bis zu 1000 Euro rechnen. Eine Summe, die man selbst aufbringen muss, denn die Krankenkassen zahlen seit der Gesundheitsreform nur noch dann, wenn es einen medizinische Notwendigkeit gibt. Dieser Fall tritt zum Beispiel ein, wenn eine Schwangerschaft ein zu hohes gesundheitliches Risiko für die Frau wäre. Auch wer sich entscheidet eine Sterilisation rückgängig zu machen, was nur schwer möglich ist, muss dies aus der eigenen Tasche zahlen.

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