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Braunschweig: Baby nach Schüttelattacke gestorben

17.11.2010, 14:28 Uhr | dpa, t-online.de

Braunschweig: Baby nach Schüttelattacke gestorben. Schreibabys: Noch immer schütteln viele Eltern ihre Babys, wenn sie schreien. (Bild: imago)

Noch immer schütteln viele Eltern ihre Babys, wenn sie schreien. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Zweieinhalb Wochen nach einer Schüttelattacke ist ein kleiner Junge aus Braunschweig an den Folgen gestorben. Das sechs Monate alte Kind erlag am Dienstag Nachmittag seinen Verletzungen, berichteten die Ermittler. "Wir haben gestern Abend erfahren, dass das Baby tot ist", erklärte Oberstaatsanwalt Joachim Geyer.

Eltern weiter auf freiem Fuß

Die Eltern werden verdächtigt, ihren kleinen Sohn geschüttelt zu haben. Bislang schweigen sie zu dem Vorwurf. Gegen sie wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Weil derzeit keine Fluchtgefahr bestehe und die Ermittlungen schwierig blieben, seien der Vater (27) und die Mutter (24) weiter auf freiem Fuß. "Wir müssen jetzt genau herausfinden, wer die Gewalt wann angewendet hat", sagte Geyer.

Schütteln führt zu schweren Schäden

Fest steht, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt: Zirka 100 Säuglinge erleiden hierzulande jedes Jahr schwere Gehirnverletzungen, weil sie von ihren meist überforderten Betreuern geschüttelt wurden. Diese Zahl von Kindern mit Schütteltrauma gab die Erhebungseinheit für seltene pädiatrische Erkrankungen in Deutschland bekannt. Die Dunkelziffer liegt nach Einschätzung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) aber vermutlich höher. Als Risikofaktor, von den Eltern geschüttelt zu werden, haben Experten inzwischen das übermäßige Schreien von Babys ermittelt. Die Eltern sind in der Regel heillos überfordert und schütteln das Kind, um es zum Schweigen zu bringen. Mögliche tragische Folge ist dann ein Schütteltrauma, im schlimmsten Fall mit Todesfolge.

Schon kurzes Schütteln kann tödlich sein

"Das Baby hat einen überproportional großen Kopf mit relativ hoch sitzendem, stark wasserhaltigem Gehirn, so dass schon etwa fünf Sekunden heftiges Schütteln des Babys ausreichen, um das Gehirngewebe starken Flieh- und Rotationskräften auszusetzen", erläutert Professor Hans-Jürgen Nentwich, BVKJ-Vorstandsmitglied. Blutgefäße und Nervenbahnen reißen, es kann zu Hirnblutungen und Hirnverletzungen kommen. Auch Blutungen an der Augennetzhaut sind möglich. "Über zwei Drittel der betroffenen Kinder leiden unter Seh-, Hör- und Sprachstörungen beziehungsweise bleibenden Behinderungen, bis zu einem Viertel sterben an den Verletzungsfolgen", warnt der Mediziner. Um derartige Fälle zu verhindern, gibt es inzwischen immer mehr sogenannte Schreiambulanzen, die überforderten Eltern Unterstützung bieten.

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