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Stillen: Sechs Jahre alt und immer noch ein Stillkind

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Stillen  

Sechs Jahre alt und immer noch ein Stillkind

10.12.2010, 14:57 Uhr | sca, nw, t-online.de

Manche Mütter entschließen sich schon vor der Geburt ihres Kindes gegen das Stillen, andere stillen ihr Kind noch lange jenseits des ersten Geburtstages. Die Schauspielerin Salma Hayek war eine große Anhängerin und berichtete, dass sie süchtig danach gewesen sei, ihre Tochter Valentina regelmäßig zu stillen. Die Kleine war damals über ein Jahr alt. Auch viele andere Mütter genießen es, ihre Kinder noch jenseits des ersten Geburtstags zu stillen. Ein extremes Beispiel ist die 29-jährige Britin Amanda Hurst. Sie stillt ihre beiden Söhne. Das Außergewöhnliche: Ihr Ältester ist bereits sechs Jahre alt! Ist es unnormal und abartig, wenn Frauen jenseits des ersten Geburtstages noch stillen? Und sind Mütter, die nicht stillen, Rabenmütter?

Wohltat für Mutter und Kind

Solche Fälle wie der der jungen Britin sind zwar relativ selten, aber sie kommen vor. Die Mutter aus Großbritannien findet nichts dabei, ihren Sohn mit Muttermilch zu versorgen, obwohl dieser schon zur Schule geht. Gegenüber der "Daily Mail" erzählt Amanda Hurst: "Ich weiß, dass viele Menschen das merkwürdig finden. Ich finde es aber total natürlich. Und ich will es ja auch immer seltener und nur morgens." Eigentlich wollte Amanda ursprünglich nur vier Monate stillen. Die Zeit wurde aber immer länger, denn ihr Sohn Jonathan habe es immer genossen und sie selber auch, berichtet die junge Mutter. Außerdem hatte das Stillen auch einen finanziellen Vorteil, denn Muttermilchersatz wäre ins Geld gegangen, so Hurst.

Keine negativen Erfahrungen

So machte sich die junge Britin auch wenig Gedanken darüber, wie ihr Umfeld reagieren könnte: "Ich hatte mir keine Deadline für`s Abstillen gesetzt, alles schien normal, niemand sagte etwas zu mir. Erst als Jonathan drei Jahre alt wurde, hab ich mich gefragt, ob das vielleicht etwas schräg ist." Amanda Hursts Versuche, ihren Sohn abzustillen, missglückten, denn der Kleine weigerte sich und setzte seine Gewohnheit mit Wutanfällen durch - verlangte nach wie vor seine "Lellow" - so seine Vokabel für Mamas Milch.

Das Stillen ging also weiter und die junge Britin scheute sich auch nicht, dies in aller Öffentlichkeit - in Bus und Bahn, im Auto oder in Geschäften - zu tun. Negative Reaktionen, die ihr offen gezeigt wurden, habe sie bisher aber nie erlebt. Auch Hänseleien durch die Freunde ihres Sohnes habe es bisher nicht gegeben. "Ich mache mir keine Sorgen, was andere Kinder sagen könnten, denn ich kenne seine Freunde. Sie könnten es nur herausfinden, wenn ihre Eltern es ihnen erzählen. Und er sagt ja 'Lellow' zu Muttermilch und kein Mensch weiß, was 'Lellow' ist", so Hurst zur "Daily Mail". Insgesamt ist die Britin mit sich im Reinen. Für sie ist Erziehung keine strikte Gebrauchsanweisung, bei der es nur einen vorgegebenen Weg gibt, auch wenn sie Gefahr läuft, irgendwann auf Menschen zu treffen, die ihr Verhalten als abartig und anstößig empfinden.

Warum manche Frauen nicht stillen

Nicht einfacher haben es Mütter, die gar nicht stillen, weil es nicht klappt oder weil sie sich schon vor oder kurz nach der Geburt gegen das Stillen entscheiden. Sie stoßen auf genauso viel Unverständnis. Schließlich sei Stillen das gesündeste und natürlichste, so die Argumente der Befürworter. Die Gründe, warum Frauen nicht stillen wollen, sind vielfältig: Manche Frauen wollen ihre Körper einfach wieder für sich, andere sind nach einer anstrengenden Schwangerschaft und heftigen Geburt einfach zu ausgepowert und wollen einfach nur besser schlafen. Und natürlich gibt es auch immer wieder Frauen, denen einfach die richtige Unterstützung fehlt.

Empfehlungen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, möglichst alle Kinder bis zum sechsten Monat voll zu stillen, das heißt ohne die Zugabe weiterer Nahrungsmittel oder Getränke. Anschließend kann man die Kinder zur Deckung ihres weiterentwickelnden Nährstoffbedarfs mit altersgerechter Nahrung zusätzlich zur Muttermilch ernähren, und zwar bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus.

Wie lange stillen deutsche Frauen?

Dennoch halten sich längst nicht alle an diesen Rat: Die Studie "Stillen und Säuglingsernährung" (SuSe) deckte in den Jahren 1998 und 1999 auf, dass zwar 90 Prozent der Frauen ihre Kinder direkt nach der Geburt stillen. Bei Verlassen der Klinik, also durchschnittlich fünf Tage nach der Geburt, waren es noch 86 Prozent. Doch nach vier Monaten war nur noch weniger als die Hälfte übrig, weitere zwei Monate später gaben nur noch zehn Prozent ihren Kindern die Brust.

Individuelles Erlebnis - individuelle Entscheidung

Jede Schwangerschaft und Geburt ist ein sehr persönliches Erlebnis. Genauso ist auch die Stilldauer ein individueller Entschluss. Darum sollte diese Frage jede Mutter alleine für sich entscheiden.

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