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Vergiftungen: Wenn Kinder Batterien und Tabak verschlucken

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Vergiftungsgefahr  

Wenn Kinder Batterien und Tabak verschlucken

27.12.2010, 14:37 Uhr | rev, dpa

Vergiftungen: Wenn Kinder Batterien und Tabak verschlucken . Vergiftungen kommen bei Kindern deutlich häufiger vor als bei Erwachsenen. (Bild: imago)

Vergiftungen kommen bei Kindern deutlich häufiger vor als bei Erwachsenen. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Kinder sind neugierig und nehmen Sachen gern in den Mund. Dazu gehören oft auch gefährliche Putzmittel, Medikamente oder selbst Knopfbatterien, Tabaksud und oder auch sogenannte Knicklichter. Rund zwei Drittel aller Anfragen, die den Giftnotruf 2009 Berlin erreichten, betrafen Kinder. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der in diesen Tagen erscheint.

Etwa 40.000 Anfragen wegen Vergiftungen in einem Jahr

Insgesamt gingen rund 40.000 Anfragen wegen tatsächlicher oder vermuteter Vergiftungen von Ärzten und Laien aus dem gesamten Bundesgebiet bei der Berliner Nummer ein. Jeder dritte Anruf kam aus Berlin und Brandenburg. Die Experten haben immer mehr zu tun: 2009 berieten die elf Ärzte 5,2 Prozent mehr Menschen als im Jahr zuvor.

Ratgeber - Vergiftungen bei Kindern: Gefahren und erste Hilfe

Kinder vergifteten sich in den meisten Fällen (93 Prozent) ohne Absicht. 0,4 Prozent der Anfragen zu unter 14-Jährigen betrafen Selbstmordversuche, wobei es sich laut Bericht eher um "nonverbale Hilferufe" handelte. Bei Erwachsenen waren hingegen 43 Prozent der Vergiftungsfälle auf Selbstmordversuche zurückzuführen, meist mit Medikamenten. 31 Prozent der Anrufe betrafen Unfälle.

An was vergiften sich die Kinder?

Kinder unter sechs Jahren vergifteten sich am häufigsten mit Drogerieprodukten, Medikamenten, Giftpflanzen und Genussmitteln. Ein "besonders ätzendes Problem" sind laut Bericht Grill- und Rohrreiniger. Zwar werden sie nur selten geschluckt, können aber durch Verätzungen zu lebenslangen Schluckbeschwerden führen. Zu lebensgefährlichen Lungenschäden könne es zudem durch Lampenpetroleum oder Grillanzünder kommen - nämlich wenn diese etwa durch Erbrechen in die Atemwege gelangen. Grillanzünder wird immer häufiger geschluckt.

Gern greifen Säuglinge und Kleinkinder auch zu Zigaretten, Tabak oder trinken Tabaksud, der durch Kippen in Gläsern mit Flüssigkeit entsteht. Bei jedem zehnten der rund 1000 Anrufe empfahl der Giftnotruf eine ärztliche Behandlung oder stationäre Aufnahme.

Auch Knopfbatterien werden vor allem von Kindern verschluckt. Gefährlich werde es, wenn die Batterie in der Speiseröhre stecken bleibe. Dort könne das Gewebe zerstört werden, heißt es im Bericht. Die Experten raten daher konsequent zum Röntgen.

Leuchtende Knicklichter waren lange Jahre nur Anglern bekannt, erfreuen sich zunehmend aber auch als Partygag großer Beliebtheit. "Kinder und Jugendliche nehmen diese leuchtenden kleinen Wunder gern in den Mund, um wie kleine Monster zu leuchten", heißt es im Bericht. Häufig werden die Lichter jedoch zerbissen und ätzende Chemikalien geschluckt. Jahr für Jahr gehen deshalb mehr Anrufe ein, 2009 waren es fast 400. Als Therapie genüge jedoch meist Flüssigkeitsaufnahme.

Im Ernstfall gilt: Sicherheit vor Geschwindigkeit

Sollte es zu einer Vergiftung kommen, empfiehlt der Giftnotruf generell folgendermaßen vorzugehen:

  • Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben. Keine Milch!

  • Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser geben!

  • Kontaktieren Sie Ihren regionalen Giftnotruf oder rufen Sie gegebenenfalls telefonische ärztliche Hilfe unter der Telefonnummer (030) 19240 (Tag und Nacht verfügbar).

Speziell Eltern sollten sich dabei außerdem an diese Regeln halten und bei alldem stets den Grundsatz "Sicherheit vor Geschwindigkeit" beachten:

  • die Kinder in einem Ernstfall nicht unnötig aufregen,

  • nicht schimpfen oder

  • mit Gewalt zu etwas zwingen!

Ist ein Anruf beim Giftnotruf notwendig, können sich Eltern zudem auf diese Fragen einstellen:

  • Wem ist es passiert? Kind, Erwachsener, Tier?

  • Wie alt und wie schwer ist die Person?

  • Was wurde eingenommen? Medikament, Pflanze/Pflanzenteil, Haushaltsmittel (Produktname, Firma), Drogen, Sonstiges?

  • Wann ist es passiert?

  • Wie viel wurde aufgenommen?

  • Wie wurde es eingenommen? Getrunken/Gegessen, Hautkontakt, Eingeatmet?

  • Wie geht es der Person? Erbrechen, Müdigkeit, Schmerzen?

  • Was wurde bereits unternommen?

  • Wo ist es passiert?

  • Wer ruft an (Rückrufnummer bitte angeben)?

Der Giftnotruf ist seit 2003 unter der Trägerschaft des Berliner Betriebes für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben in das Institut für Toxikologie - Klinische Toxikologie und Giftnotruf integriert.

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