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Masernfälle werden oft nicht gemeldet

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Masernfälle werden oft nicht gemeldet

28.03.2011, 09:12 Uhr | dpa

Masernfälle werden oft nicht gemeldet. Nicht alle Fälle von Masern werden gemeldet. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Nicht alle Fälle von Masern werden gemeldet. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Vom WHO-Ziel, die Masern in Europa bis Ende 2015 auszurotten, scheint Deutschland weit entfernt: Eine Studie aus Berlin zeigt nun, dass deutlich weniger Fälle beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, als die Ärzte bei den Krankenkassen abrechnen. Das heißt: Masern kommen wesentlich öfter vor, als offiziell gezählt. "Masernerkrankungen im Rahmen der Meldepflicht sind insbesondere in Zeiten mit sporadisch auftretenden Fällen und bei den unter Fünf-Jährigen deutlich untererfasst", schreiben Annedore Mette vom RKI und Kollegen im aktuellen "Ärzteblatt".

Mette und ihr Team nahmen sich konkret Zahlen aus Nordrhein-Westfalen vor, wo es 2006 zu einem heftigen Masernausbruch gekommen war: Danach wurden während dieses Ausbruchs im ersten Halbjahr 1713 Maserndiagnosen bei den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet und 1665 Masernfälle über das Meldesystem der Gesundheitsämter beim RKI erfasst. Das entspricht einem Verhältnis von 1,02:1.Traten Masern jedoch nur vereinzelt auf, wie im zweiten Halbjahr 2006 und im Folgejahr, wurden etwa dreimal so viel Masernfälle abgerechnet (821) wie gemeldet (349).

Mehr Masernfälle als angegeben

Vor allem bei kleineren Kindern klaffte die Lücke weit auseinander: So wurden in NRW vor allem Masernfälle bei unter Fünf-Jährigen abgerechnet, obwohl die Hälfte aller gemeldeten Fälle Kinder im Schulalter waren.

Gründe der Ärzte: Vergesslichkeit?

Befragt nach den Gründen für die fehlenden Meldungen, nannten die meisten Ärzte Vergesslichkeit, fehlende Routine und Unsicherheit, ob Masern meldepflichtig seien. Um jedoch dem Ziel, die Masern in Deutschland auszurotten, näher zu rücken, komme den Ärzten eine Schlüsselrolle zu, schreiben die Autoren.

"Zum einen kann den Eltern durch Beratung die Wichtigkeit der Masernimpfung verdeutlicht werden. Zum anderen können Maßnahmen zur Eindämmung der Masern nur eingeleitet werden, wenn behandelnde Ärzte der Meldepflicht an das Gesundheitsamt nachkommen."

Lückenhafter Impfschutz

Während überall in Deutschland mindestens 95 Prozent der Schulanfänger eine erste Masernimpfung haben, ist die laut WHO erforderliche 95 Prozent-Quote für die Zweitimpfung in vielen Bundesländern bei weitem nicht erreicht. Wegen des lückenhaften Impfschutzes gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Masernquote.

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