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Fenstersturz in Freiburg: Blumenkasten rettet Zweijährigem das Leben

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Fenstersturz: Blumenkasten rettet Zweijährigem das Leben

20.04.2011, 17:03 Uhr | dpa

Fenstersturz in Freiburg: Blumenkasten rettet Zweijährigem das Leben. Fenstersturz: Ein Blumenkasten rettete einem Zweijährigen wahrscheinlich das Leben. (Foto: imago)

Fenstersturz: Ein Blumenkasten rettete einem Zweijährigen wahrscheinlich das Leben. (Foto: imago)

In Deutschland verunglücken jedes Jahr mehr als 250.000 Kinder unter 15 Jahren im häuslichen Umfeld. Die meisten Unfälle passieren im Kinderzimmer, in der Küche, auf Treppen und im Badezimmer. Stürze machen dabei über die Hälfte dieser Unfälle aus. Ein solcher Fall ereignete sich mit glücklicherweise nicht tödlichem Ausgang in Freiburg.

Blumenkasten rettet Zweijährigem das Leben

In Freiburg hat ein Blumenkasten einem Kind das Leben gerettet: Der zweieinhalb Jahre alte Junge stürzte aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses rund fünf Meter in die Tiefe, wie die Polizei berichtete. Er fiel zunächst auf den mit Erde gefüllten Plastikblumenkasten. Obwohl dieser zerbrach, wurde der Sturz auf den harten Gehweg abgemildert. Das Kind wurde schwerverletzt in eine Klinik gebracht.

Einen direkten Sturz auf den Gehweg hätte der Junge vermutlich nicht überlebt, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei vermutet, dass der Zweieinhalbjährige auf ein vor dem Fenster stehendes Sofa geklettert war, das Fenster geöffnet hatte und dann das Gleichgewicht verlor.

Fenster, Hochbetten, Treppen: So lassen sich Stürze vermeiden

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Stürzen von Kindern. Dabei können Eltern durch einige einfache Vorsichtsmaßnahmen das Unfallrisiko im häuslichen Umfeld wesentlich verringern. Um einen Fenstersturz wie in Freiburg zu vermeiden, hätte es wahrscheinlich gereicht an den Fenstern abschließbare Griffe einzubauen. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass kleine Kinder die Fenster eigenständig öffnen und so in Gefahr geraten aus dem Fenster zu fallen.

Zu den häufigsten Unfällen gehören zudem Stürze aus Hochbetten, bei denen es oft zu schweren Kopfverletzungen kommt. Dazu gilt: Für Kinder unter sechs Jahren sind Hochbetten nicht geeignet. Und auch bei älteren Kindern sollten Eltern unbedingt ein Modell mit einer Brüstung von mindestens 30 Zentimetern Höhe wählen.

Außerdem sollten Eltern Maßnahmen treffen, um Kinder vor schweren Stürzen von Treppen bestmöglich zu schützen. Treppen sind meistens für Erwachsene gebaut. Für kleine Kinder kann eine einzelne Treppenstufe hingegen eine halbe Bergwanderung bedeuten. Besonders gefährlich wird es schnell bei Kindern im Übergangsalter zwischen Krabbeln und Laufen: Wurden Treppen vorher noch relativ sicher auf allen Vieren oder rutschend überwunden, werden sie nun locker und leicht und allzu oft leider auch fahrlässig unachtsam genommen. Eltern sollten daher auf lose Treppenläufer verzichten. Bei glatten Treppen können jedoch verklebte Rutschhemmer sinnvoll sein. Beim Treppengeländer sollte auch unbedingt die vorgeschriebene Höhe eingehalten werden: Diese liegt bei 90 Zentimeter (nur in Hessen: ein Meter) beziehungsweise bei 1,10 Meter bei einer Absturzhöhe von über zwölf Metern.

Kinder vor Stromschlägen schützen

In große Gefahr geraten Kinder oft auch durch Stromschläge, vor allem beim Baden. Durch einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) kann dieses Risiko verringert werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden: Auch ein FI-Schalter im Sicherungskasten schützt nicht immer vor einem Stromschlag beim Baden. Deshalb sollten elektrische Geräte wie zum Beispiel Haartrockner in sicherer Entfernung aufbewahrt werden - besonders dann, wenn Kinder ein Bad nehmen. Darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" in Bonn hin.

Ein FI-Schalter vergleicht, wie viel Strom in einen überwachten Stromkreis hinein und wie viel wieder hinaus fließt. Ist die zurückfließende Menge kleiner, hat ein Teil des Stroms den Stromkreis nicht ordnungsgemäß verlassen. Der Stromkreis wird dann automatisch unterbrochen. Wolfgang Niedziella vom "Verband der Elektrotechnik" in Frankfurt am Main erklärt: "Ein hundertprozentiger Schutz besteht aber dadurch nicht". Wenn die Badewanne nicht richtig geerdet ist, funktioniert der Schalter unter Umständen nicht richtig. Hinzu kommt, dass die meisten installierten FI-Schalter erst bei einem Fehlerstrom von 30 Milliampere unterbrechen. Dies kann laut Niedziella für Kinder schon zu viel sein. Er empfiehlt deshalb FI-Schalter einzusetzen, die bereits bei einem Fehlerstrom von 10 Milliampere auslösen. Zudem müssen die Schalter regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden.

Neugierde von Kindern führt oft zu Unfällen

Ursache für Unfälle im Haushalt ist meist das kindliche Naturell: Ablenkung, Hast, Übermut und Unkenntnis, aber auch einfach nur Neugierde bringen Kinder in gefährliche Situationen. Das herunterhängende Kabel des Haartrockners oder beispielsweise eines Wasserkochers sieht für Kinder interessant aus und lässt sie unwillkürlich daran ziehen. War das Gerät gerade noch in Betrieb, drohen schwerste Verbrennungen. "Viele Unglücke können Eltern durch simple Vorsichtsmaßnahmen vermeiden", sagt TÜV Rheinland-Experte Volker Meuser. "Gerade das Kinderzimmer, in dem sich die Kleinen viel aufhalten, birgt Gefahren, an die die wenigsten denken." So rät Meuser dazu, Schränke und Regale im Kinderzimmer in den Wänden zu verdübeln. Kinderzimmermöbel müssen zudem standsicher, Ecken und Kanten sollten in jedem Fall abgerundet sein. Spielzeug sollte GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit tragen, und was seltsam riecht, sollte gar nicht erst gekauft werden.

Vorsicht bei Kindersicherungen

Auch im übrigen Haus lassen sich mit einfachen Mitteln Unfälle verhindern. So beugen kindersichere Steckdosen und Verlängerungsleitungen Stromschlägen vor. Der TÜV Rheinland-Experte weist darauf hin, dass nachträglich montierte Kindersicherungen nicht immer geprüft sind. Die bessere Wahl sind werkseitig mit Kindersicherungen ausgerüstete und geprüfte Steckdosen. In der Küche birgt unter anderem der Herd das größte Risiko. Versenkbare oder für Kinder unzugängliche Bedienelemente und ein stabiles Herdschutzgitter leisten bereits guten Schutz. Auch Feuerzeuge sollten, für Kinder unerreichbar, abgelegt werden.

Unfälle mit Haushalts-Chemikalien vermeiden

Eine große Gefahrenquelle stellen Reinigungsmittel, Chemikalien und Medikamente dar. "Bad- und WC-Reiniger gehören nicht neben die Toilette oder in den Unterschrank", betont Meuser. "Sie sollten für Kinder nicht erreichbar sein, auch wenn die Verschlüsse kindersicher sind." Denn gerade kleine Kinder stecken viele Dinge in den Mund. Selbst kleine Rückstände auf den Verschlusskappen können für eine leichte Vergiftung schon ausreichen.

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