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Trendwende bei Verschreibung von ADHS-Arzneien für Kinder

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Trendwende bei Verschreibung von ADHS-Arzneien für Kinder

29.04.2011, 09:00 Uhr | AFP

 Trendwende bei Verschreibung von ADHS-Arzneien für Kinder. Medikamente für ADHS-Kinder haben viele Nebenwirkungen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Medikamente für ADHS-Kinder haben viele Nebenwirkungen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Bei der Verschreibung von Medikamenten bei einer sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt es eine Trendwende. Im Jahr 2009 ist erstmals ein leichter Rückgang um 1,2 Prozent zu verzeichnen, wie eine veröffentlichte Auswertung von Versichertendaten der Barmer GEK zeigt. Bei Kindern bis vier Jahren sowie bei den Fünf- bis Neunjährigen sei der Rückgang mit minus 8,5 Prozent beziehungsweise minus 5,4 Prozent sogar noch deutlicher ausgefallen.

Seit den 1990er Jahren war die Verordnungsrate von Arzneimitteln gegen das sogenannte Zappelphilipp-Syndrom steil nach oben gegangen. Von 2004 bis 2009 hat sich die Zahl der verordneten Tagesdosierungen allein bei Versicherten der ehemaligen Barmer, die später mit der GEK fusionierte, von rund 33 auf 64 Millionen beinahe verdoppelt. Die Steigerungsraten schwächten sich aber nach und nach ab.

Keine eindeutige Erklärung für ADHS

ADHS ist die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen und kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Bislang gibt es keine eindeutige Erklärung dafür. Die Hauptursache wird in den Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns vermutet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass neben genetischen Faktoren zum Beispiel auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Schätzungen zufolge sind rund 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betroffen, Jungen dabei drei- bis viermal so häufig wie Mädchen.

Nebenwirkungen von ADHS-Medikamenten

Im Zusammenhang mit ADHS-Medikamenten wie Ritalin und Strattera wurden Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Wachstumsstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden bekannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Kassen hatte deshalb 2010 die Verordnung der Mittel eingeschränkt.

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