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Wie Kinder mit Demenz umgehen können

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Demenz bei Großeltern  

"Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?"

17.09.2014, 11:24 Uhr | rev, t-online.de

Wie Kinder mit Demenz umgehen können. Eine Demenz der Großeltern bedeutet auch für die Kleinsten in der Familie eine enorme Belastung.  (Quelle: imago/ Mehr Zeit für Kinder e.V)

Eine Demenz der Großeltern bedeutet auch für die Kleinsten in der Familie eine enorme Belastung. (Quelle: Mehr Zeit für Kinder e.V/imago)

Eine Demenz-Erkrankung wie Alzheimer stellt für das erkrankte Familienmitglied und für alle Menschen im nahen Umfeld eine besondere Herausforderung dar. Häufig werden die Patienten von ihren Familienangehörigen gepflegt. Doch selbst bei der Unterbringung im Heim ist die psychische Belastung für das Familienleben enorm. Auch für die Enkelkinder ist die Situation schwierig. Das merkwürdige Verhalten und die veränderte Persönlichkeit von Oma oder Opa verunsichern sie. Der Verein "Mehr Zeit für Kinder" gibt Tipps, wie man Kinder darauf vorbereiten kann.

Der Verein hat einen Ratgeber mit dem Titel "Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank? Familienalltag mit Demenz" herausgegeben. Kinder seien der Demenzerkrankung der Großeltern doppelt betroffen: Sie werden einerseits durch das seltsame, oft ruppige oder sogar aggressive Verhalten von Oma oder Opa verunsichert oder verängstigt. Dazu kommt, dass die Verständigung und das früher so fröhliche Zusammensein mit den Großeltern durch deren krankheitsbedingte Vergesslichkeit und Unzuverlässigkeit ungemein erschwert wird.

Andererseits leiden die Kinder auch unter der anwachsenden zeitlichen, psychischen und emotionalen Belastung, die die Krankheit für die eigenen Eltern bedeutet - vor allem dann, wenn die dementen Großeltern häuslich gepflegt werden. Eingespannt in die Betreuung der Patienten haben die Eltern immer weniger Zeit für ihre Kinder. Umgekehrt führt dies häufig dazu, dass sich die Eltern Vorwürfe machen, weil ihre eigenen Kinder in dieser schwierigen Phase zu kurz kommen.

Kinder haben Fragen - und brauchen Antworten

Schon aus diesen Gründen ist es dringend notwendig, sich gemeinsam mit den Kindern über die Krankheit der Großmutter oder des Großvaters auseinanderzusetzen und den Kindern Erklärungen zu liefern, durch die sie Verständnis für die Situation entwickeln können. Kinder stellen sich zahlreiche Fragen: "Warum ist Opa immer so schnell wütend?", "Wieso vergisst Oma ständig Dinge, die sie mir versprochen hat?", "Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?", "Muss sie jetzt in ein Altersheim?"

Erwachsenen erleichtert Wissen den Umgang mit Demenzkranken erheblich - das gilt gleichermaßen für Kinder. Können Enkelkinder das Verhalten der kranken Oma oder des Opas richtig einordnen, fällt es ihnen leichter, angemessen darauf zu reagieren. So ist es für sie oft noch lange Zeit möglich mit den Großeltern zu reden, zu spielen und Spaß zu haben und gleichzeitig die schwierigen und belastenden Momente besser zu verkraften.

Demenz kindgerecht erklären

Doch an diesen Punkt müssen die Kinder erst einmal gelangen. Und das geht nur mit Hilfe der Eltern. Sie sollten sich die Zeit nehmen, ihren Kindern mehr als die kurze Erklärung "Oma ist krank" zu bieten. Das bringen Kinder mit Krankheiten wie Grippe, Husten oder Windpocken in Verbindung und bekommen ein falsches Bild von der Demenz.

In seinem Demenz-Ratgeber schlägt der Verein "Mehr Zeit für Kinder" stattdessen vor, den Kindern die Krankheit beispielsweise so zu erläutern: "Diese Krankheit ist anders als die, die du kennst. Sie ist auch nicht ansteckend. Sie betrifft hauptsächlich alte Menschen. Selbst gesunde Menschen vergessen etwas oder verirren sich. Im Gegensatz zu der Vergesslichkeit eines Alzheimer-Patienten geht das aber wieder vorbei." Dabei sollten die Eltern auch immer offen und ehrlich - aber auch in kindgerechten Worten - betonen, dass die Krankheit eher noch schlimmer wird und besonders, dass die Großeltern sich nicht absichtlich böse oder verletzend gegenüber dem Kind verhalten, wenn das denn der Fall ist.

Tipps für den Umgang mit dementen Großeltern

Zahlreiche Verhaltenstipps, die Erwachsene im Umgang mit Demenz-Kranken beachten sollten, gelten genauso für Kinder:

  • Kinder sind sehr wissbegierig: Gegenüber demenzkranken Großeltern sollten sie sich aber auf Fragen beschränken, die diese mit "Ja" oder "Nein" beantworten können - zum Beispiel "Magst du heute Wurst essen?" anstatt "Was möchtest du heute gerne essen?"

  • Kurze, einfache und ruhig gesprochene Sätze haben die Patienten am liebsten. Kinder sollten deshalb auch Jugendwörter wie beispielsweise "cool" vermeiden.

  • Gestik und Mimik bleiben für die Erkrankten verständlich, selbst dann, wenn sie mit gesprochener Sprache ihre Mühe haben. "Der direkte Blickkontakt und ein Lächeln vermitteln Sicherheit und Geborgenheit", wie es im Ratgeber von "Mehr Zeit für Kinder" steht.

  • Umständliche Erklärungsversuche, wenn Oma oder Opa beim ersten Mal nicht begreifen, sind meistens vergebens. Eltern sollten den Kindern erklären, dass sie es lieber versuchen sollten, indem sie das gerade Gesagte mehrfach wiederholen. Opas Gehirn arbeite eben etwas langsamer.

  • Trotz der Krankheit gibt es sicherlich noch immer einige Dinge, mit denen sich die Großeltern sehr gerne beschäftigen. Eltern sollten die Kinder bei der Suche nach geeigneten Gesprächs- und Beschäftigungsfeldern unterstützen.

  • Die Kinder sollten die Großeltern nicht ständig korrigieren oder noch schlimmer: sich über das Verhalten der Dementen lustig machen. Scham oder Aggressionen sind dann oft die Folge beim Erkrankten. Oma und Opa verdienen es, weiterhin würdevoll und respektvoll behandelt zu werden!

  • Anders als Auslachen ist jedoch gemeinsames Lachen gewünscht und sogar sehr wichtig, denn: "Gute Stimmung stärkt die Lebensfreude." Der Humor sollte für den dementen Menschen verständlich bleiben. Komplizierte Pointen sind nicht geeignet, Situationskomik je nach Vorlieben schon.

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