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Wildgemüse und Blütenzauber: Essbares aus der Natur

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Wildgemüse und Blütenzauber: Schlemmen an der Theke der Natur

23.05.2011, 14:56 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Wildgemüse und Blütenzauber: Essbares aus der Natur. "Kann man das essen?" Kindern fehlt heute das Wissen über die Natur. (Foto: imago) (Quelle: imago)

"Kann man das essen?" Kindern fehlt heute das Wissen über die Natur. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Wussten Sie, dass man Taubnesseln lutschen kann, dass Ringelblumen mal als "Safran der Armen" galten und wie lecker Süßspeisen aus Rosen, Veilchen oder Stiefmütterchen sind? Begibt man sich mal gezielt in seiner Umgebung auf die Suche nach essbaren Pflanzen und Blüten, dann ist man erstaunt, welche Vielfalt man bereits seit Jahren links liegen gelassen hat. Dabei ist es ganz wundervoll, mit Kindern draußen herumzustromern, Essbares zu suchen und dieses dann gemeinsam vorzubereiten und zu genießen.

Wie sieht noch mal Kohlrabi aus?

Unsere Vorfahren, und da braucht man gar nicht allzu weit zurückzublicken, kannten sich mit Pflanzen deutlich besser aus als wir. Viele Arten von heute "neu" entdecktem Wildgemüse wurden bereits jahrhundertelang kultiviert und dann einfach wieder vergessen. Barbara Phillip vom Bund Naturschutz macht immer wieder die Erfahrung, dass Kinder heute oft noch nicht einmal die derzeit gängigen Gemüse-, Obst- und Kräutersorten kennen. "Neben diesem Unwissen und der Angst, Kinder heutzutage allein in Wald und Flur hinauszulassen, liegt es möglicherweise auch daran, dass es nicht mehr nötig ist, Pflanzen selbst zu sammeln. Es gibt alles im Supermarkt und da braucht man nicht viel Zeit aufzuwenden, um es zu bekommen. Alles ist perfekt, sauber und portioniert vorhanden.“

Keine Angst vor dem Fuchsbandwurm

Wer sollte sich da schon die Mühe machen, seine Portion Heidelbeeren im Wald zu suchen und dabei komplett von Mücken zerstochen zu werden? "Meine Tochter und ich, wir lieben diese gemeinsamen Stunden an frühen Sommerabenden", erzählt die 42-jährige Manuela Jonas. "Man kommt total zur Ruhe. Schwarzbeeren aus dem Wald schmecken tausendmal besser als diese Kulturheidelbeeren, die es zu kaufen gibt. Und die nur außen blau sind.“ Und leise fügt sie hinzu: "Auch wenn ich manchmal schon ein wenig Bedenken habe, wenn ich wieder mal etwas über den Fuchsbandwurm höre.“ Das allerdings ist nicht notwendig, meinen Experten. Denn abgesehen davon, dass ein gesunder Körper mit der Abwehr von Erregern dieser Art gut klar kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, sich beim Beerensammeln anzustecken sehr viel geringer als beim direkten Kontakt mit nicht regelmäßig entwurmten Hunden.

Tödliche Verwechslungsgefahr

Doch die Angst vor dem Fuchsbandwurm ist nicht die einzige Angst, die Eltern oft davon abhält, sich mit ihren Kindern direkt an der Theke der Natur zu bedienen. Es gibt durchaus Verwechslungsgefahren, die gefährlich ausgehen können. Der Bärlauch und das Maiglöckchen sind hier die klassischen Beispiele. Die Blätter sehen sich sehr ähnlich. Grundsätzlich sollte man Pflanzen und Pilze sowieso nur sammeln und essen, wenn man sie kennt beziehungsweise jemanden dabei hat, der in dieser Hinsicht erfahren ist! Sich hier auf seinen Geschmackssinn zu verlassen, kann nämlich gefährlich werden, denn nicht alles, was gut riecht und aussieht, ist auch essbar.

Deutschland ist die Heimat einiger sehr giftiger Pflanzen

Sinnvoll ist es, den Kindern vorher die Pflanze genau zu zeigen und ihnen die Besonderheiten zu erklären. Und weiß man selbst nicht Bescheid, dann bieten sich die regelmäßig angebotenen Führungen regionaler Kräuterpädagogen an, die sich bestens auskennen mit den Pflanzen vor der Haustür. Gesammelt wird immer gemeinsam und bevor man etwas zubereitet, sieht man sich am besten die ganze Ausbeute noch einmal gründlich an. "Gerade mit Kindern ist die Gefahr natürlich vorhanden, dass falsche oder auch giftige Pflanzen mitgesammelt werden. Daher ist eine genaue Kenntnis unbedingt erforderlich“, warnt Barbara Philipp. "Werden giftige Pflanzen verzehrt, kann es zu Vergiftungen von Bauchschmerzen bis zum Tod kommen.“ Schließlich gibt es in Deutschland einige Gewächse, die sehr giftig sind. Dazu gehören die Maiglöckchen, die Herbstzeitlose und der Rittersporn. Dazu gehören aber auch Belladonna, also die Tollkirsche und der blaue Eisenhut, der sogar als giftigste Pflanze in ganz Europa gilt.

Essen Sie das Unkraut doch einfach auf!

"Nicht essbar muss übrigens nicht gleich giftig bedeuten, sondern wird im Sinne von 'nicht-genießbar' verwendet. Es gibt zum Beispiel Pilze, die sind so bitter, dass jedes Gericht, in dem nur ein einziger davon enthalten ist, ungenießbar wird. Das schmeckt zwar nicht, ist aber nicht giftig.“ Seit Jahren ist Barbara Philipp in der Umweltbildung aktiv. Von den heimischen Pflanzen, die so am Wegrand wachsen, isst sie am liebsten Giersch, den die meisten Menschen nur als schwer bekämpfbares Unkraut kennen. Dabei ist die Pflanze für ihre Heilkräfte schon lange bekannt und schmeckt als Wildgemüse ganz vorzüglich. Barbara Philipp bevorzugt ihn im Kartoffelsalat. Aber auch Holundersaft, Löwenzahnhonig und Brennnesselgemüse stehen regelmäßig auf ihrem Speiseplan.

Mit der Freude an der Natur die Haushaltskasse entlasten

Doch nicht immer steht der kulinarische Aspekt im Vordergrund: "Wenn bei uns das Geld mal wieder etwas knapp wird“, erzählt Manuela Jonas, die ihre Tochter allein aufzieht, "dann gehen wir durchaus raus in die Natur, sammeln Löwenzahn und Gänseblümchen für einen Salat oder backen Holunderblüten aus. Meine Großeltern haben mir und meinen Geschwistern damals beigebracht, was essbar und genießbar ist. Eine der schönsten Erinnerungen an meine Oma ist das gemeinsame Auslutschen der süßen Taubnesseln. Es ist mir wichtig, dieses selten gewordene Wissen und den Spaß, den man damit haben kann, an mein Kind weiterzugeben.“ Und dabei kommt man nicht nur günstig weg, man ernährt sich auch gleich noch viel gesünder. Wildpflanzen übertreffen das sonst übliche Kulturgemüse sehr oft an reichhaltigen Inhaltsstoffen: Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, um nur einige zu nennen. Vorausgesetzt, man sammelt nicht direkt am Straßenrand oder in der Nähe überdüngter Wiesen.

Blüten sind besonders schmackhaft

Besonders lecker und vielseitig im Geschmack sind viele Blüten von wilden Kräutern oder Gemüse. Und auch sie enthalten außergewöhnlich viele Vitamine und Mineralstoffe. Das Gänseblümchen ist süß und ein bisschen nussig, die Blüten der Kapuzinerkresse sind scharf und eher frisch-würzig sind die des Fenchels.

Aber auch bei dem Verzehr von Blüten muss man ein wenig vorsichtig sein und unbedingt darauf achten, dass die Pflanzen nicht gespritzt wurden. Es macht also wenig Sinn, zum Naschen in den Gartenmarkt oder den Blumenladen zu gehen.

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