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Rauchen: Begegnung mit Krebspatienten soll Kinder vom Rauchen abhalten

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Begegnung mit Krebspatienten soll Kinder vom Rauchen abhalten

18.10.2011, 13:18 Uhr | dpa

Rauchen: Begegnung mit Krebspatienten soll Kinder vom Rauchen abhalten. Rauchen: "Nehmt niemals auch nur einen Zug", appelliert eine Krebspatientin an Jungendliche. (Foto: imago)

Rauchen: "Nehmt niemals auch nur einen Zug", appelliert eine Krebspatientin an Jungendliche. (Foto: imago)

Dass Zigaretten schädlich sind, wussten Tim und Daniel. Dass man vom Rauchen Krebs bekommen kann, auch. Aber so drastisch wie heute sind ihnen die Auswirkungen des giftigen Qualms noch nie bewusstgeworden. Nach zwei Stunden mit schockierenden Bildern, erschütternden Zahlen und dem Gespräch mit einer Krebskranken sind sich die beiden 13-Jährigen sicher: "Wir fangen ganz bestimmt nicht an zu rauchen."

Präventionsprojekt "Nichtrauchen ist cool"

Krebsärztin Birte Andritzky betreut jeden Tag Patienten, die um ihr Leben kämpfen. Viele von ihnen haben Lungenkrebs, verursacht durch jahrelanges Rauchen. Jugendliche fangen immer früher damit an, und genau dagegen wollen Andritzky und ihre Kollegen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) etwas unternehmen. "Nichtrauchen ist cool" heißt das Projekt, das sie vor fast sechs Jahren ins Leben gerufen haben. Nicht nur zum Weltnichtrauchertag - wie jedes Jahr am 31. Mai - warnt das Projekt vor den Gefahren des Tabakqualms.

Immer mehr junge Menschen haben Lungenkrebs

Seit der Gründung kommen jede Woche rund 230 Schüler zur Präventionsvorlesung nach Hamburg. "Nicht mehr der Raucher ist der coole Typ, sondern der, der Nein sagen kann", sagt Mitbegründer Eckart Laack. Ausschlaggebend für das Projekt war die steigende Zahl von jungen Lungenkrebspatienten. "Das ist auch als Arzt kaum zu ertragen", sagt Laack.

Schicksal einer Krebspatientin beeindruckt die Kinder

Besonders das Gespräch mit der Krebspatientin Brigitte Drabinski hat die jungen Zuhörer beeindruckt. Drei Mal hat sie Lungenkrebs bekommen und drei Mal hat sie den Kampf gegen den Krebs gewonnen. "Das Gefühl nach der Diagnose kann man nicht beschreiben, es war einfach schrecklich", sagt die 68-Jährige mit leiser Stimme. Sie hatte mit ihrem Leben abgeschlossen, sich von allem verabschiedet, was ihr lieb war. Drabinski hat überlebt, aber jeden Tag sterben in Deutschland rund 400 Menschen an den Folgen des Rauchens.

"Lungenkrebs wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht"

Die Kinder sind interessiert, sie fragen nach. Nach der Veranstaltung kommt ein Junge zu Brigitte Drabinski und sagt mit ernstem Blick: "Sie sind die tapferste Frau, die ich kenne." Die Geschichte der ehemals todkranken Frau hat die Kinder nachdenklich gemacht. Mit 17 Jahren hat sie angefangen zu rauchen, jahrelang war sie süchtig und konnte nicht mehr aufhören. "Nehmt niemals auch nur einen Zug, lasst euch nicht überreden", gibt sie den Kindern mit auf den Weg. "Lungenkrebs - das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht."

Entwöhnungskurse für Jugendliche greifen kaum

Das Projekt in Hamburg beinhaltet neben der Prävention auch Entwöhnungskurse speziell für Jugendliche. "Die Mittel sind ähnlich wie die bei Kursen für Erwachsene, aber sehr jugendgerecht", sagt Psychiater Rainer Thomasius. Das UKE entwickelte diese Programme als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland - das Interesse ist jedoch überschaubar. "Jugendliche leben sehr gegenwartsbezogen und haben viel weniger Einsicht in die ungünstigen Folgen des Rauchens", sagt Thomasius.

Schockfotos sollen Kinder vom Rauchen abhalten

Birte Andritzky und ihre Kollegen wollen aufklären und tun dies mit schockierenden Bildern und Zahlen. Die Ärztin veranstaltet mit den Kindern eine Art Quiz: Warum rauchen Menschen? Tut Rauchen weh? Woran erkennt man Raucher? Die Schüler sind aufmerksam dabei, hören gespannt zu und blicken nachdenklich auf die Fotos von schwarzen Lungen, Tumoren und abgestorbenen Zehen am Raucherbein, die auf die Leinwand vor ihnen projiziert werden. Die Schüler kommen aus ganz Norddeutschland zur Rauchprävention hierher. "Was man in der Schule in einer Woche lernt, lernt man hier in zwei Stunden", meint der zwölfjährige Daniel.

Die erste Zigarette mit 13

Jugendliche in Hamburg rauchen im Durchschnitt mit 13 Jahren zum ersten Mal. Andritzky und ihre Kollegen wollen etwas tun, bevor es zu spät ist. "Mit elf oder zwölf Jahren haben die Kinder eher noch keinen Kontakt mit Zigaretten gehabt", erklärt sie. Und auch die Lehrer sind überzeugt vom Konzept der Veranstaltungen. "Ich denke, das hat auf jeden Fall einen Effekt bei den Schülern", sagt Biologielehrerin Julia Siewert. "Es ist ein ganz anderer Zugang zum Thema."

Anschauungsunterricht: Schleim aus einer Raucherlunge

Kurz darauf herrscht gespannte Stille im Raum, als den Kindern per Video eine Bronchoskopie vorgeführt wird. "Wer kein Blut sehen mag, der darf die Augen zumachen", warnt Andritzky. Die Kinder sind fasziniert, aber auch geschockt. Gelber Schleim, Blut und Tumorgewebe sind zu sehen. "Bäh" und "Igitt" rufen einige der Kinder, als Schleim mit Teerklümpchen in ein Reagenzglas gesaugt wird. "Die Bilder waren schon ein bisschen ekelig", sagt der 13-jährige Daniel später. Wie sein Freund Tim ist er sich spätestens jetzt sicher: niemals auch nur eine Zigarette.

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