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Mittagsverpflegung an Schulen: Besser als ihr Ruf?

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Schulkantinen sind besser als ihr Ruf

29.06.2011, 15:49 Uhr | mmh, t-online.de

Mittagsverpflegung an Schulen: Besser als ihr Ruf?. Besser als der Ruf: Kinder essen gerne in der Schulkantine. (Foto: Initiative Geldkarte e.V.)

Besser als ihr Ruf: Kinder essen gerne in der Schulkantine. (Foto: Initiative Geldkarte e.V.)

"Mir schmeckt es!" Kann man das glauben, dass Kinder das von ihrer Schulmensa sagen? Eine Umfrage unter Schülern brachte dieses Ergebnis: Fast die Hälfte der Kids isst gerne in der Kantine der Schule und genießt die Zeit beim Essen mit Freunden dort. Dass das gesünder und billiger als Fast-Food ist, kann man hoffen. Vor allem in Hinblick auf die Ganztagsschule, denn die Mittagsverpflegung schlägt bei Familien ziemlich stark zu Buche.

Mittagsverpflegung für Schüler

Bis zu fünf Euro pro Tag und geben Eltern ihren Kindern pro Tag für die Mittagsverpflegung mit. Nicht immer wird das in Vollkornbrötchen, Salat und ausgewogene warme Menüs investiert. Pommes und Süßigkeiten locken am Kiosk oder beim Fast-Food-Lokal. Jetzt, da immer mehr Schulen zu Ganztagsschulen um- und ausgebaut werden, fördert die Regierung auch den Bau von Schulkantinen.

Neue bargeldlose Bezahlsystem könnten dort sicherstellen, dass Gesundes auf dem Teller landet und kein Fast-Food gekauft wird. Die Initiative GeldKarte e.V. befragte deshalb 300 Schüler deutschlandweit: So geben knapp die Hälfte (48 Prozent) der befragten Schüler an, dass ihnen das Essen in der Schulmensa gut schmeckt, sie verbringen auch gerne Zeit mit Freunden dort (48 Prozent). Aber ein zweiter Blick lohnt sich. Generell kommt das Mittagessen die Eltern teuer zu stehen: 79 Prozent von ihnen geben dem Nachwuchs pro Kind bis zu fünf Euro am Tag mit und weitere fünf Prozent sogar noch mehr. Doch nur ein Teil des Mittagsgeldes landet in der Mensa - beim gesünderen und meist günstigen Schulessen. Denn bei Bargeld ist die Verlockung groß, das Geld für Naschereien außerhalb der Schule auszugeben. Dabei gibt es bereits bargeldlose Bezahlsysteme, beispielsweise auf Basis der GeldKarte, mit denen die Kinder in der Mensa schnell und unkompliziert bezahlen und die Eltern nachvollziehen können, wofür ihre Kinder das Mittagsgeld verwenden.

Was machen Kinder mit dem Essensgeld?

59 Prozent der befragten Sprösslinge geben an, das Geld schon mal für etwas anderes als Mensa-Essen ausgegeben zu haben. Vier Prozent erklären sogar, nichts davon in der Mensa auszugeben. Das Essensgeld wird beispielsweise für Süßigkeiten (51 Prozent) oder Erfrischungsgetränke (47 Prozent) am Kiosk eingesetzt. Nur 29 Prozent geben an, Wasser oder Säfte - also gesunde Getränke - zu erwerben. Bargeld in der Mittagsverpflegung kann Kinder dazu verleiten, das Essensgeld nicht wie von den Eltern vorgesehen für eine gesunde Mahlzeit in der Schulkantine auszugeben.

Wie funktionieren Geldkarten?

Alternativ setzen Schulen vermehrt auf bargeldlose, elektronische Systeme. Die Eltern überweisen dazu das Essensgeld auf das Schülerkonto und der Nachwuchs kann den Geldkarten-Chip am Geldautomaten aufladen.

Dabei gibt es verschiedene Varianten des Systems: Laut Studie haben rund zwei Drittel der befragten Kinder den Chip bereits in ihrer Tasche, denn sie verfügen über ein Girokonto mit dazugehöriger girocard und GeldKarte-Chip. Und wenn Eltern nicht möchten, dass ihr Kind ein eigenes Konto eröffnet, können kontoungebundene, sogenannte White Cards, für das Mittagessen genutzt werden. Das Guthaben kann bei dieser Variante im Internet oder gegen Bargeld auf die Mensakarte geladen werden. Wer wissen möchte, ob das Mittagsgeld auf dem Chip tatsächlich für eine Mensamahlzeit verwendet wurde, kann mit einem Taschenkartenleser die letzten Ausgaben der Kinder nachvollziehen.

Keine Stigmatisierung bei der Essensausgabe

Für die Schüler ist das GeldKarte-System besonders bedienerfreundlich. Sie stecken ihre GeldKarte in das Bezahlterminal und wählen ein Menü aus. Der entsprechende Betrag wird vom Guthaben auf dem Chip abgebucht und ein Bon ausgedruckt. 20 Prozent der befragten Kinder erhalten das Mittagessen vergünstigt. Wichtig ist, dass sie sich dabei nicht stigmatisiert fühlen und die Subventionierung diskret abläuft. Deshalb wird bei dem GeldKarte-Kassensystem stets der gängige Preis angezeigt, Kassenpersonal und Mitschüler in der Warteschlange können nicht sehen, dass ein vergünstigter Preis abgebucht wird. Es muss auch kein Ausweis oder dergleichen vorgezeigt werden. Positiver Nebeneffekt: Die Kinder haben mehr von ihrer Pause, weil das umständliche Kramen nach Kleingeld und Wechseln entfällt und die Warteschlangen sich deutlich verkürzen. Kinder brauchen kein Bargeld in die Schule mitzunehmen, sie können es also nicht mehr verlieren oder angebettelt werden.

Auch Caterer und Mensabetreiber sehen viele Vorteile in dem System, wie etwa kein Bargeldhandling, Statistik über stark und schwach nachgefragte Menüs, Vorbestellungsmöglichkeit.

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