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Autismus - Liegt das Risiko im Mutterleib?

09.08.2011, 11:53 Uhr | dapd

Autismus - Liegt das Risiko im Mutterleib?. In der Schwangerschaft spielen die Umweltfaktoren eine große Rolle. (Foto: imago) (Quelle: imago)

In der Schwangerschaft spielen die Umweltfaktoren eine große Rolle. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Autismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung. Experten nehmen an, dass sie hauptsächlich durch spezifische Genkonstellationen sowie äußere Faktoren bedingt ist. Eine neue US-Studie an Zwillingen lenkt jetzt das Augenmerk auf die Gebärmutter. Das könnte bedeuten, dass Alter und Gesundheit der Mutter eine größere Rolle spielen als bislang angenommen.

"Bei der Studie handelt es sich um ein groß angelegtes Forschungsprojekt", erklärt der Leiter des Autorenteams, Joachim Hallmayer von der Stanford-University in Palo Alto, Kalifornien. "Wir haben Gesundheitsakten aus Kalifornien und eine große Anzahl von Zwillingen aus der Gesamtbevölkerung studiert." Die Daten, die Licht auf den Entstehungszusammenhang von Autismus werfen sollen, wurden anhand strenger methodischer Diagnoseverfahren sowie direkter Beobachtungen gewonnen.

Untersuchungen bei 192 Zwillingspaaren

Wissenschaftler untersuchten 192 Zwillingspaare, von denen mindestens ein Teil Symptome aus dem autistischen Formenkreis aufwies. Einige der Zwillinge - das stellten Forscher mithilfe von DNA-Tests fest - waren eineiig, andere zweieiig. Die Unterscheidung ist insofern wichtig, dass Zwillinge, die aus ein und demselben befruchteten Ei stammen, auch dasselbe Genmaterial mitbringen. Dagegen weisen zweieiige Zwillinge nicht mehr genetische Gemeinsamkeiten auf als andere Geschwister auch.

Zweieiige Zwillinge zeigten Symptome

Die Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry" veröffentlicht wurde, förderte folgendes Ergebnis zutage: Wie zu erwarten war, ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei eineiigen Zwillingen beide Kinder an Autismus erkranken, sehr hoch - 77 Prozent der männlichen eineiigen Zwillingspaare und 50 Prozent der weiblichen wiesen Merkmale von Autismus auf. Überraschend war allerdings dieser Befund: Auch bei zweieiigen Zwillingen war die Rate der gemeinsamen Erkrankung hoch. 31 Prozent der männlichen zweieiigen Zwillingspaare und 36 Prozent der weiblichen zeigten Symptome aus dem autistischen Formenkreis.

Große Bedeutung der Schwangerschaft

Andere Studien waren zu einem weniger spektakulären Ergebnis gekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jüngere Kinder derselben Familie ebenfalls autistische Merkmale aufwiesen, belief sich auf nur zehn bis 20 Prozent. John Constantino von der Washington University School of Medicine in St. Louis hebt die Bedeutung der neuen Untersuchung hervor. Er schlussfolgert: "Auch wenn ihre Gene nicht identisch sind, wachsen zweieiige Zwillinge doch in derselben Gebärmutter heran. Da bei beiden Kindern so vieler zweieiiger Zwillingspaare Autismus-Spektrums-Störungen auftraten, zeigt dies, dass die Schwangerschaft als solche - als eine Zeit, in der Umweltfaktoren einen besonderen Einfluss ausüben - von großer Bedeutung ist."

Bei der Entstehung von Autismus könnten Faktoren wie Belastung, Ernährung, das Alter der Mutter sowie eingenommene Medikamente bedeutsam sein, erläutern die Experten. Allerdings wurde im Rahmen der zitierten US-Studie nicht ermittelt, welche Aspekte im Einzelnen das Risiko erhöhen. Finanziert wurde das Forschungsprojekt durch Zuschüsse des National Institute of Mental Health sowie des Interessenverbands Autism Speaks.

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