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Fluglärm: So schadet er unseren Kindern

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Fluglärm bedeutet Dauerstress für Kinder

16.09.2011, 15:01 Uhr | mmh, t-online.de

Fluglärm: So schadet er unseren Kindern. Fluglärm bedeutet Dauerstress für Kinder.  (Quelle: imago)

Fluglärm bedeutet Dauerstress für Kinder. (Quelle: imago)

Die Glücklichen, die jetzt noch in den Süden abheben können, die Urlaubs-Nachsaison genießen und über unsere Köpfe brausen - und das sind viele. Das Flugaufkommen an den Flughäfen ist enorm, auch wenn wir den Fluglärm gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, er belastet uns, vor allem aber die Kleinsten. Er bedeutet Dauer-Stress. Er raubt den Schlaf. Konzentrationsschwäche, Lernstörungen und gesundheitliche Probleme sind die Folge.

Fluglärm bedeutet Dauerstress

Frankfurt am Main, Drehkreuz der Welt. Starts und Landungen im Minutentakt. Wer im Rhein-Main-Gebiet lebt, kennt die Fluglinien. Das Flugaufkommen nimmt trotz Protesten der Bevölkerung zu. Fluglärm bedeutet Stress. Studien an den großen europäischen Flughäfen haben einen Zusammenhang zwischen Fluglärm und Blutdruckanstieg ergeben. Hoher Blutdruck macht unkonzentriert, er beeinträchtigt die Lesefähigkeit und das Erinnerungsvermögen. Bei Kindern bedeutet das, sie entwickeln ihre kognitiven Fähigkeiten langsamer.

Ein Blick auf den aktuellen Flugplan des Rhein-Main-Flughafens zeigt es. Heute wird das letzte Flugzeug um 23.55 abheben, Ziel Panama City, das früheste am nächsten Morgen startet um 03:30 nach Hurghada, dazwischen sind noch ein paar Landungen, um 01:00 kommt der letzte Flieger aus Teneriffa, der erste am nächsten Morgen um 05:15 aus New York.

Geräuschpegel vermindert die Lernfähigkeit

Das sind gerade mal zwei Stunden ohne Starts und Landungen. Auch im Schlaf nimmt das Unterbewusstsein den Fluglärm auf, selbst Menschen, die denken, sie hätten sich längst daran gewöhnt, macht diese Belastung krank. Lärm ist Dauerstress und führt zu Bluthochdruck, schon bei Kindern, das beobachten Ärzte vermehrt. Das hat gravierende Folgen für das Erwachsenenalter.

Das Rhein-Main-Institut betont die negativen Auswirkungen des Fluglärms auf Kinder: Konzentration, Gedächtnisleistung und Motivation bleiben auf der Strecke, Kinder haben keine Lust schwierige Aufgaben zu lösen, die Lesefähigkeit lärmbelasteter Kinder bleibt um Monate hinter denen vergleichbarer Schüler ohne Lärmbelastung zurück. Kurz: Die schulische und geistige Leistungsfähigkeit leidet, ob in London, München oder Frankfurt.

Da helfen auch Schallschutzfenster nichts, schließlich sollen Kinder möglichst viel draußen spielen. Doppelt belastet ist, wer in der Nähe eines Flughafens lebt und lernt.

Nachtstunden sind eigentlich gesetzlich geschützt

Besonders bedenklich ist, dass vom Fluglärm auch die sogar gesetzlich besonders geschützten Nachtstunden betroffen sind. Die Einschlafzeit ab 19 Uhr sollte dabei besonders geschützt sein, ebenso die Aufwachzeit zwischen sieben und acht Uhr morgens. Statt erholsam zu schlummern schüttet der Körper Stresshormone (Cortisol) aus. Träume verändern sich durch den Geräuschpegel. Sanftes Schlummern fällt da schwer.

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Tatsächlich herrscht in diesen Schlaf-Phasen statt Nachtruhe reger Flugverkehr, das bewirkt ein Schlafdefizit bei Kindern. In der Nachtruhe setzt sich normalerweise in den verschiedenen Schlafphasen bei Kindern das Gelernte fest, es wird erinnert, es wird gespeichert. Der Fluglärm blockiert diese Abläufe und mindert oder verhindert den Lernerfolg.

Schlafdefizit und Gesundheitsrisiken

Weitere Risiken, die Kritiker befürchten, sind: Störungen des Immunsystems, erhöhte Infektanfälligkeit, Störungen des Magen-Darm-Trakts, Probleme bei der Geräuschverarbeitung, Schädigung des vegetativen Systems und des Hörvermögens.

Kritiker werfen den Flughafenbetreibern vor, die Studien-Ergebnisse speziell zur Belastung von Kindern zu vernachlässigen, überhaupt nicht zu erheben oder zu verschweigen.

Natürlich leiden auch Erwachsene unter Fluglärm. Gestresste Eltern sind keine gelassenen Erzieher, auch sie benötigen Schlaf. Der Lärm-Stress wirkt sich auf das Klima in den Familien aus.

Betroffene können sich wehren

Kann man sich wehren? Ja, man kann! Nichts muss einfach so hingenommen werden. Gegen diese massive Beeinträchtigung der Lebensqualität mit gesundheitlichen Folgen haben sich schon einige Betroffene organisiert. Beispielsweise sammeln Interessensgemeinschaften im Rhein-Main-Gebiet Daten, wann gegen die Nachtruhen verstoßen wird. Per E-Mail werden die Fälle mitgeteilt.

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