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Kinderhospiz: Mit drei Jahren zum Sterben in den Sonnenhof

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Mit erst drei Jahren zum Sterben ins Hospiz

04.10.2011, 13:19 Uhr | Anna Mertens, dapd

Hospiz - bei diesem Begriff denken viele an hochbetagte Menschen, die dort während ihre letzten Tage verbringen. Dabei werden in Hospizen auch unheilbar kranke Kinder und Jugendliche betreut, deren noch junges Leben sich schon dem Ende neigt.

Erst drei Jahre alt und schon läuft die Lebenszeit ab

Cedric schläft. Der blonde Schopf des Dreijährigen ist leicht zur Seite geneigt. Ein winziges Ärmchen lugt unter der Bettdecke hervor. Der kleine Junge sieht während seines Mittagsschlafes ganz friedlich aus, wären da nicht die Apparaturen und Schläuche im Hintergrund: Cedric ist unheilbar krank, er ist Bluter. Im Kinderhospiz Sonnenhof soll ihm seine verbleibende Zeit lebenswerter gemacht werden.

Neun Kinderhospize in Deutschland

Das Kinderhospiz Sonnenhof ist in Deutschland eines von neun Kinderhospizen, die neben ambulanter auch eine stationäre Betreuung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher anbieten. Das Hospiz wurde vor fast zehn Jahren von der Björn-Schulz-Stiftung im Berliner Stadtteil Pankow eröffnet. Jährlich sterben in Deutschland etwa 5.000 junge Erwachsene an unheilbaren Krankheiten, die Zahl der betroffenen Familien dürfte bei über 20.000 liegen. In den meisten Fällen leiden die Kinder an Stoffwechselerkrankungen, neurologischen Defekten oder Immunerkrankungen, auch krebskranke Kinder gibt es viele.

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Für letzten Tage zurück nach Hause

Der Sonnenhof bietet zwölf jungen unheilbar kranken Menschen vom Kleinkindalter bis zum jungen Erwachsenenalter einen Ort, um den letzten Weg gemeinsam zu gehen, oder aber, um Kraft zu tanken. "Kinderhospizarbeit ist vom Konzept her anders, als die Hospizarbeit bei Erwachsenen", erklärt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz. Viele Kinder seien nur vorübergehend im Sonnenhof und könnten dann noch einmal nach Hause, um im Kreise der Familie die letzten Tage und Monate zu verbringen.

Hospiz ermöglicht Eltern eine Atempause

Die schwerstkranken Kinder und Jugendlichen kommen in den Sonnenhof und werden dort von 25 Pflegern und Pflegerinnen rund um die Uhr betreut. Eltern und Geschwister dürfen ebenfalls kommen und bleiben, oder aber die Unterstützung durch die Einrichtung und die freie Zeit nutzen, um einmal Luft zu schnappen und vielleicht auch mal weg zu fahren. Zu den fest angestellten Kräften kommen rund 200 ehrenamtliche Helfer hinzu, die vor allem bei der ambulanten Betreuung eingesetzt werden. Sie sind Kummerkasten, beste Freundin oder aber die Ersatz-Oma, die beim Plätzchen backen hilft.

Eine Atmosphäre von Lebensfreude

Die Gäste, wie die Kinder im Sonnenhof genannt werden, wohnen in der bunt eingerichteten Villa in geräumigen Einzelzimmern. Neben dem Gemeinschaftsraum gibt es auch einen sogenannten Snoezelen-Raum mit Wasserbett und Musik zum Entspannen, einen Partyraum und eine große Küche. Auch wenn viele Kinder durch eine Sonde ernährt werden, bereiten ihnen die Gerüche und das Zusehen beim Kochen große Freude. Um die Villa herum zieht sich ein weiträumiger Garten mit Teich und Springbrunnen, an den ein Streichelzoo mit Schafen und Ziegen angrenzt. Für die Eltern und Geschwister gibt es separate Wohnbereiche.

Große Nachfrage - aber Hospizarbeit ist teuer

Die Nachfrage nach Hospizplätzen ist enorm groß. Derzeit baut der Sonnenhof seine Kapazitäten aus. Im Frühjahr 2012 soll die Zahl der Betten auf 16 erhöht werden. "Seit zwei Jahren sind wir immer voll besetzt", sagt Pia Heindrich, Leiterin des Sonnenhofs. Dabei gibt es tägliche Hürden. Vor allem bei der Finanzierung der Hospizarbeit wird der Einrichtung das Leben erschwert. Auch wenn es Unterstützung vom Staat gibt, könnte die Arbeit ohne Spenden nicht funktionieren. Aus diesem Grund seien sie im Sonnenhof froh über den Kinderkommission des Bundestages, erklärt Kraft. Diese informierte sich kürzlich über den besonderen Ort in der Hauptstadt.

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