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Labrador ist Schutzengel für neunjährigen Diabetiker

12.10.2011, 17:42 Uhr | dapd

Labrador ist Schutzengel für neunjährigen Diabetiker. Der Diabetikerhund "Lulu" wacht über seinen neunjährigen Schützling Arnold. (Quelle: dapd)

Der Diabetikerhund "Lulu" wacht über seinen neunjährigen Schützling Arnold. (Quelle: dapd)

Wenn der neunjährige Arnold aus Schwerin schläft, wacht Labradorhündin "Lulu" über seine Gesundheit. Wenn sie ihre Nase unter seine Hand schiebt und den Jungen zu wecken versucht, ist Gefahr im Verzug. Der Blutzuckerspiegel des Kindes ist gefährlich niedrig, jedoch Arnold selbst merkt nichts davon, er träumt tief. Die Hündin tapst ins Schlafzimmer der Eltern und Sekunden später steht Arnolds Mutter am Bett, um ihrem Sohn Traubenzucker auf die Zunge zu legen.

"Lulu ist die sicherste Alarmanlage der Welt"

Arnold ist an Diabetes I erkrankt, Lulu ist ein Diabetikerbegleit- und Warnhund, der im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Nase hat für sich dramatisch verändernde Blutzuckerwerte. "Lulu ist die sicherste Alarmanlage der Welt", sagt Berit Quaß und streichelt dem drei Jahre alten Tier über das Fell. "Sollten wir mal nicht zu Hause sein, gibt die Hündin uns Signal über einen Notrufknopf am Telefon", erklärt Arnolds Mutter, die selbst Fachärztin für Innere Medizin ist.

Seit dem zweiten Lebensjahr Diabetiker

Arnold ist seit seinem zweiten Lebensjahr Diabetiker. "Er bekam unerklärbare Schmerzen, hatte ständig Durst, weinte unaufhörlich und wir wussten nicht, warum", erinnert sich die Mutter. Als die chronische Stoffwechselerkrankung diagnostiziert wurde, bedeutete das für die Eltern, Nacht für Nacht aufzustehen, um den Blutzuckerspiegel ihres Sohnes zu messen.

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Schnelles Handeln ist lebenswichtig

Weil der Körper das lebenswichtige Hormon Insulin nicht produziert, er damit weder auf Stress noch auf Wachstum adäquat reagiert, kann der Wert jederzeit zu hoch oder zu niedrig sein. In beiden Fällen muss sofort gehandelt werden. "Welches Kind lässt sich schon gern spritzen. Aber es ist die einzige Möglichkeit, unserem Sohn zu helfen", erklärt Vater Robert Quaß.

Ein gutes Beispiel macht Schule

In einer Fachzeitschrift für Diabetiker lasen die Eltern dann einen Artikel über Diabetiker-Warnhunde. Simone Luca Barrett gilt als Wegbereiterin für den Einsatz von Diabetikerhunden in Deutschland. Sie selbst leidet auch an Diabetes vom Typ I und erfuhr von einer speziellen Hundeausbildung in den USA. Sie absolvierte dort einen Kurs und bildete einen Hund aus. "Und weil sich schnell herumsprach, wie gut er mir hilft, wollten plötzlich viele Betroffene einen solchen lebensrettenden Hund", erzählt die Ausbilderin. Gemeinsam mit Diana Poyson, Betreiberin einer Hundeschule, werden nun seit vier Jahren in Osterode in Niedersachsen Begleithunde für Diabetiker ausgebildet.

"Hunde können einen drohenden Zuckerschock riechen"

Den ersten Begleithund in Mecklenburg-Vorpommern orderte Familie Quaß. "Hunde können einen drohenden Zuckerschock riechen", sagt Berit Quaß. "Nur das Anzeigen will gelernt sein. Eigentlich sind mir lebendige Messmethoden völlig fremd. Da habe ich als klassische Schulmedizinerin umlernen müssen", gesteht die Mutter ein.

Krankenkasse zahlt nicht

"Lulu" begleitet Arnold fast überall hin. Die Hündin bringt ihn in die Schule, holt ihn auch wieder ab. Bald soll sie auch neben Arnold im Unterricht sitzen. Das übt die Familie gerade. "Lulu ist mein Seelenhund", sagt Arnold strahlend. Dass sie ihren Sohn seit nunmehr drei Jahren in sicheren Pfoten wissen, war den Eltern rund 8000 Euro wert. Dass sie das Geld für die Anschaffung und Ausbildung des Hundes nicht von der Krankenkasse erstattet bekommen, das ärgert sie dennoch. Die Familie hat deshalb Klage beim Schweriner Sozialgericht eingereicht. "Es will uns einfach nicht in den Kopf, warum die Kosten für einen Diabetiker-Warnhund nicht ähnlich wie beim Blindenbegleithund übernommen werden", sagt Berit Quaß.

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