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Todesfälle bei Schweinegrippe: Doppelinfektion wurde Kindern zum Verhängnis

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Schweinegrippe: Doppelinfektion wurde Kindern zum Verhängnis

08.11.2011, 12:21 Uhr | Spiegel Online

Todesfälle bei Schweinegrippe: Doppelinfektion wurde Kindern zum Verhängnis. Vor allem für Kinder war die Schweinegrippe gefährlich. (Quelle: t-online.de)

Vor allem für Kinder war die Schweinegrippe gefährlich. (Quelle: t-online.de)

Die H1N1-Pandemie im Jahr 2009 tötete vor allem junge Patienten. Mediziner haben nun herausgefunden, warum das Schweinegrippe-Virus so gefährlich war. Die Kinder waren meist zugleich mit einem Bakterium infiziert, das Ärzte hilflos macht.

Junge Patienten waren besonders gefährdet

Der Tod kam ohne Vorwarnung. Gesunde Kinder infizierten sich mit dem Erreger der Schweinegrippe - und wenige Stunden oder Tage später hatten sie den Kampf verloren. Atemversagen oder Lungenentzündung lautete die Todesursache meist - und Mediziner rätselten, warum das H1N1-Virus ausgerechnet für junge Patienten so gefährlich ist.

Zusätzliche Infektion mit MRSA führte oft zu einem tödlichen Verlauf

Forscher vom Children's Hospital Boston haben nun eine US-weite Analyse der Schweinegrippe-Infektionen bei Kindern veröffentlicht. Als ein wichtiger Faktor, der einen schwerwiegenden, oft tödlichen Verlauf begünstigte, erwies sich dabei eine Co-Infektion mit dem Bakterium Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA).

"Viele starben, obwohl die Krankenhäuser alles taten, um sie zu retten"

Untersucht wurden für die Studie die Fälle von 838 Kindern. Die meisten hatten bereits Vorerkrankungen wie Asthma, 251 von ihnen galten jedoch bis zur Schweinegrippe-Infektion als gesund. Für 75 der Kinder endete die Infektion tödlich. "Viele starben, obwohl die Krankenhäuser alles taten, um sie zu retten", sagte Adrienne Randolph, die Leiterin der Studie, die im Fachblatt "Pediatrics" erschienen ist.

Antibiotika wirken nicht mehr

Gegen MRSA sind Mediziner relativ machtlos, denn die Bakterien sind meist multiresistent gegen viele Antibiotika. Am wirksamsten ist bislang noch Vancomycin. Damit wurden auch fast alle Kinder mit der Co-Infektion umgehend behandelt, doch trotzdem sei es zu vielen Todesfällen gekommen.

Achtfach erhöhtes Todesrisiko

Das Risiko für einen gefährlichen Verlauf der MRSA-Infektion sei in Gegenwart von Grippe- oder anderen Viren gestiegen, sagte die Medizinerin. Nach ihren Berechnungen erhöhen Staphylokokken das Todesrisiko für junge Schweinegrippe-Patienten um den Faktor acht.

Antivirale Medikamente können Leben retten

Der Einsatz antiviraler Medikamente bei schweren Krankheitsverläufen ist mittlerweile Standard. 88 Prozent der in der Studie betrachteten Kinder wurden auch damit behandelt - die meisten allerdings erst im Krankenhaus. Eine frühere Gabe der Medikamente hätte, so glaubt Randolph, manches Leben retten können.

Grippeimpfung als Schutz vor schweren Komplikationen

Schon seit Jahrzehnten wird an einer möglichen Impfung gegen MRSA geforscht - bislang ohne Ergebnis. "Die einzige Möglichkeit, schwere Komplikationen zu vermeiden, ist jeden gegen die Grippe zu impfen", meinte die Forscherin.

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