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Grippe: Sterberisiko besteht auch für gesunde Kinder

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Grippe  

Auch für gesunde Kinder kann Grippe lebensgefährlich werden

07.12.2011, 15:57 Uhr | dpa

Grippe: Sterberisiko besteht auch für gesunde Kinder. Auch bei gesunden Kindern kann es bei einer Grippe zu einem schweren Verlauf kommen. (Quelle: imago)

Auch bei gesunden Kindern kann es bei einer Grippe zu einem schweren Verlauf kommen. (Quelle: imago)

Die klassische Grippe (Influenza) erwischt jedes Jahr auch Kinder. Schwere Verläufe sind zwar selten, können aber trotzdem vorkommen. "Vor allem kleinere Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist", erklärt Martin Terhardt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Als Beispiele nennt er Lungenentzündung beziehungsweise eine bakterielle Zweitinfektion. Er rät zur Grippeschutz-Impfung für alle Kinder und Heranwachsenden.

Eine Datensammlung von schweren Grippeerkrankungen bei Kindern, die in Deutschland zwischen 2005 und 2008 intensivmedizinisch behandelt werden mussten oder im Krankenhaus verstarben, zeigte jetzt: Knapp die Hälfte (45 Prozent) der kleinen Patienten litt nicht unter einer Vorerkrankung.

Einen weiteren Hinweis für die Lebensgefahr, die für kleine Kinder bestehen kann, liefert eine Hochrechnung der Grippetoten in Portugal. Im Verlauf von fast 25 Jahren (1980 bis 2004) wurde für ältere Menschen ab 65 Jahren und Kinder unter fünf Jahren bei Grippewellen ein im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung höheres Sterberisiko registriert. Das galt auch für gesunde Kinder - ihre Gefährdung war somit unabhängig von bestehenden Grunderkrankungen.

Grippe gehört zu den häufigsten Gründen für eine Klinikeinweisung

Ähnliche Ergebnisse veröffentlichte vor kurzem die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention). Laut einer aktuellen US-Statistik gehörte Grippe 2009 sogar zu den zehn häufigsten Gründen für eine Krankenhauseinweisung bei Kindern. Nahm Grippe als Einweisungsursache im Jahr 2000 noch Platz 65 ein, stieg sie im Jahr 2006 auf Platz 56 und im Jahr 2009 auf Platz zehn.

Welche Kinder sollten sich unbedingt impfen lassen?

"Die Daten weisen darauf hin, dass auch gesunde Kinder bei einer Influenza Komplikationen entwickeln können", betont Terhardt, der Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut ist. Deshalb könnten alle Kinder und Heranwachsenden von einer Grippeimpfung profitieren. "Eltern mit chronisch kranken Kindern dürfen es aber auf keinen Fall versäumen, ihr Kind jährlich immunisieren zu lassen." Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung für Kinder und Jugendliche mit chronischen Krankheiten zum Beispiel der Atemwege, Herz-Kreislauf-Leiden, Stoffwechselerkrankungen, neurologischen Erkrankungen oder einer Immunschwäche.

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