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Drogen, Sucht, Alkohol: So beeinflussen Eltern ihre Kinder

10.02.2012, 16:00 Uhr | dpa-tmn

Drogen, Sucht, Alkohol: So beeinflussen Eltern ihre Kinder. Eltern, Freunde, Medien: Was prägt das Suchtverhalten von Jugendlichen?  (Quelle: dpa)

Eltern, Freunde, Medien: Was prägt das Suchtverhalten von Jugendlichen? (Quelle: dpa)

Eltern müssen im Umgang ihrer Kinder mit Alkohol und anderen Drogen früh ansetzen. Zwischen zehn und elf sei das entscheidende Alter, kurz bevor die Pubertät einsetze. Mit 13 oder 14 Jahren würden viele Jugendliche das erste Mal Alkohol trinken. "Das ist die Phase, in der die Würfel fallen müssen", sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Wie sich Eltern in dieser Zeit verhielten, präge das Trinkverhalten junger Erwachsener.

Trinken bedeutet erwachsen sein

Druck und Drohungen bringen Eltern nicht weiter: "Besser ist es, den Kindern Anreize zu setzen", rät Gaßmann. Das könnte zum Beispiel ein bestimmter Urlaub sein, den die Eltern bezahlen, wenn die Kinder nichts trinken. Torkelt der Nachwuchs aber am Wochenende betrunken in die Wohnung, sollten Eltern das sanktionieren. "Die Party oder das Treffen mit Freunden zu streichen, wirkt." Als dritte Komponente sollten sich Erwachsene ihren eigenen Umgang mit Alkohol bewusst machen. Viele Eltern unterschätzten ihre Vorbildfunktion: "Kinder sollten nicht mitkriegen, wie sich Erwachsene bis morgens um sechs betrinken." Denn das vermittele ihnen: Wenn ich erwachsen sein will, muss ich trinken. Und erwachsen zu wirken, sei für Pubertierende ein reizvolles Ziel.

Koma-Saufen weiterhin verbreitet

Wie aus einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht, ist Koma-Saufen bei einem großen Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland weiterhin verbreitet. Bei den 18- bis 25-Jährigen stieg der Anteil derer, die sich mindestens einmal im Monat betrinken, binnen eines Jahres von 37,9 auf 41,9 Prozent im vergangenen Jahr an. Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen sank der Anteil in dem Zeitraum von 16,7 auf 15,2 Prozent.

Billiger Schnaps an jeder Ecke

"In jedem Supermarkt um die Ecke können sich Jugendliche von ihrem Taschengeld eine Flasche billigen Wodka kaufen." argumentiert der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, zur Untermauerung seiner Forderung nach höheren Preisen für Schnaps

Eltern sollten sich allerdings keinen Illusionen hingeben: Die meisten Jugendlichen trinken vor ihrem 18. Geburtstag das erste Mal Alkohol. Die Kinder selbst an Bier und Schnaps heranführen zu wollen, sollten Eltern in keinem Fall versuchen. "Damit setzten sie eine Spirale in Gang. Wenn sie mit ihrem Kind abends beim Essen ein Bier trinken, erzählt es das am nächsten Tag seinen Freunden, und trinkt mit denen weiter", sagt Gaßmann.

Eimer statt Ermahnungen

Am wichtigsten sei, wie Eltern mit dem Alkoholkonsum umgingen: "Wenn ihr Kind betrunken nach Hause kommt, können Sie erst einmal nur einen Eimer ans Bett stellen. Aber gleich am nächsten Tag sollten Sie nachfragen: 'Warum hast du das getan?' oder 'Siehst du nicht selbst, dass das eine blöde Idee war?'" Mutter und Vater sollten in dem Gespräch beide an einem Strang ziehen und klar signalisieren: "Wir akzeptieren dein Verhalten nicht, wir machen das nicht mit."

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