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BUND-Studie: Weichmacher können dick machen

21.03.2012, 15:01 Uhr | dpa

BUND-Studie: Weichmacher können dick machen. Das Risiko an Diabetes zu erkranken, kann sich durch den Kontakt mit Weichmachern in Plastikflaschen und Spielzeug erhöhen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hormonelle Schadstoffe können Kinder und deren Entwicklung gesundheitlich stark beeinträchtigen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Weichmacher und andere synthetisch hergestellte Chemikalien spielen möglicherweise bei der Entwicklung von Fettleibigkeit und Diabetes eine Rolle. Diesen Zusammenhang ergab zumindest eine Übersichtsstudie im Auftrag der Umweltorganisation BUND, für die rund 240 Einzelstudien der vergangenen Jahre zusammenfasst wurden.

"Die Belastung mit Chemikalien wie Bisphenol A im Mutterleib hat bei Versuchstieren zu einer späteren Gewichtszunahme und einer erhöhten Insulinresistenz geführt", sagt BUND-Chemieexpertin Sarah Häuser. Vor allem empfindliche Gruppen wie Schwangere und Kinder müssten besser geschützt werden.

Zusammenhang von Bisphenol A und Diabetes festgestellt

Sicher bewiesen ist die Rolle der hormonähnlich wirkenden Stoffe wie Bisphenol A oder Flammschutzmitteln, die in Plastikspielzeug, PVC-Böden oder Konservendosen vorkommen, noch nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kennt die zugrundeliegenden Studien. Einen konkreten Anlass zur Heraufsetzung von Höchstwerten sieht man dort nicht. "In einer großen US-Studie wurde eine Korrelation zwischen Bisphenol A und dem Auftreten von Diabetes festgestellt. Aber eine Kausalität ist dadurch noch nicht belegt, das betonen auch die Studienautoren", sagt BfR-Sprecherin Suzan Fiack.

Diabetes und Fettleibigkeit immer weiter verbreitet

Dennoch habe auch das BfR in seiner Bewertung der Studie von 2008 betont, dass es auf diesem Feld weiteren Forschungsbedarf gebe. Die Zahl der unter Diabetes und Fettleibigkeit leidenden Menschen nimmt weltweit seit Jahrzehnten zu. Charité-Toxikologe Professor Gilbert Schönfelder ergänzt: "Als Ursachen dafür werden bisher in erster Linie falsche Ernährung und Bewegungsmangel gesehen. Neue Studien zeigen aber, dass die Belastung mit hormonellen Schadstoffen einen wichtigen und bisher unterschätzten Anteil daran haben könnte."

 

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