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Gefährlicher Bluthochdruck bei Kindern

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Gefährlicher Bluthochdruck  

Ab einem Alter von drei Jahren sind Blutdruckmessungen sinnvoll

31.08.2016, 15:24 Uhr | Claudia Staub, t-online.de

Gefährlicher Bluthochdruck bei Kindern. Auch Kinder können schon von Bluthochdruck betroffen sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch Kinder können schon von Bluthochdruck betroffen sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bluthochdruck ist zunehmend auch ein Problem bei Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte sind bereits vier Prozent der Vorschulkinder und sogar zehn Prozent der Schüler davon betroffen. Die Mediziner raten daher, bei Kindern ab drei Jahren den Blutdruck regelmäßig zu messen. Mit unserer Tabelle können sie überprüfen, ob der Blutdruck Ihres Kindes innerhalb der Grenzwerte liegt.

Jeder zweite Deutsche stirbt an an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Neben dem Rauchen ist Bluthochdruck ein wesentlicher Risikofaktor. Schon im Kindesalter lässt sich darauf Einfluss nehmen.

Ab dem dritten Geburtstag Blutdruck messen

Besonders tückisch: Bluthochdruck bei Kindern bleibt meist unbemerkt. "Es gibt keine typischen Symptome", sagt Hermann Josef Kahl, Kinderkardiologe aus Düsseldorf. "Ab dem dritten Geburtstag sollten Eltern daher regelmäßig den Blutdruck ihres Kindes messen lassen. Insbesondere Kinder mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, aber auch Kinder, deren Eltern unter Bluthochdruck leiden, sind gefährdet. Manchmal kann ein erhöhter
Blutdruck auch auf eine Nierenfunktionsstörung oder ein Herzleiden hinweisen."

UMFRAGE
Wurde bei Ihrem Kind schon einmal der Blutdruck gemessen?

Ursachen von Bluthochdruck

Wie bei den Erwachsenen sind die Ursachen von Bluthochdruck vielfältig. Als größtes Risiko gilt Übergewicht. "Wir rechnen damit, dass die Anzahl der Kinder mit Bluthochdruck weiter steigen wird, denn Übergewicht und Bewegungsmangel nehmen stetig zu", so Kahl. Auch Herz- oder Nierenerkrankungen können zu einem Anstieg des Blutdrucks führen.

Neben genetischen Ursachen gelten vor allem Lärm und Passivrauchen als weitere Faktoren, die den Bluthochdruck begünstigen. Besonders problematisch ist es, wenn mehrere Risiken zusammentreffen. Gefäßschädigungen entwickeln sich über viele Jahre - je mehr Risikofaktoren sich ansammeln, umso früher und dramatischer entwickelt sich die Krankheit.

Bluthochdruck als Folge von ADHS

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Wirkstoffe, die bei der Behandlung von ADHS eingesetzt werden, wie Methylphenidat (Ritalin) oder Atomoxetin (Strattera) als Nebenwirkung bei 80 Prozent der Patienten zu erhöhtem Blutdruck führt. "Hier ist eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelten Arzt unbedingt nötig", sagt Kahl. Die Hauptursache für den vermehrt auftretenden Bluthochhochdruck bei Kindern sei dies aber nicht, sondern das schon genannte Übergewicht. "Adipositas nimmt zu, ADHS nicht", so der Mediziner gegenüber der Elternredaktion von T-Online.

Wie Bluthochdruck den Körper schädigt

Bluthochdruck schädigt die Gefäßwände. Das ist schon bei den Kindern sicht- und nachweisbar. Wird der erhöhte Blutdruck nicht behandelt, drohen den Kindern die gleichen dramatischen Folgen wie den Erwachsenen: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen - nur eben viel früher, schon im jungen Erwachsenenalter.

Wie werden die Kinder behandelt?

"Adipöse Kinder müssen ihr Gewicht unbedingt regulieren", rät Kahl dringlich. Eltern können ihren Kindern dabei helfen, indem sie für eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung sorgen. Fast Food, Fertiggerichte, Käse, Gemüsesaft, Salat- und Nudelsoßen enthalten beispielsweise häufig große Mengen Salz. "Neben einem vermehrten Salzkonsum und einem erhöhten BMI gilt auch ein vergrößerter Taillenumfang als Risikofaktor für Bluthochdruck", so Kahl. Ist der Wert von Taille zu Körpergröße größer oder gleich 0,58, vervierfacht sich das Bluthochdruckrisiko für Jungen (um das 4,2‐Fache) und für Mädchen (um das 4,4‐Fache), so das Ergebnis einer großen chinesischen Studie.

Ein gesunder Lebensstil führt dagegen langfristig zu Gewichtsabnahme und damit auch zu einer Normalisierung des Blutdrucks. Ansonsten müssen die betroffenen Kinder mit den gleichen Medikamenten wie Erwachsene behandelt werden.

Tabelle mit Richtwerten

Der Blutdruck bei Kindern unterscheidet sich je nach Alter, Geschlecht und Größe. Üblicherweise wird er als Zahlenpaar aus maximalem ("systolisch") und minimalem Wert ("diastolisch") angegeben, für Erwachsene gilt beispielsweise 120 zu 80 als idealer Wert. In der Tabelle sind die maximal zulässigen Blutdruckwerte für Kinder nach dem Alter gestaffelt zusammengefasst, wobei von einer mittleren Größe der Kinder ausgegangen wird. Abweichungen bei sehr kleinen oder sehr großen Kindern sind also möglich.

Blutdruck-Richtwerte für Mädchen

Altersystolischdiastolisch
3106,468
4106,868,2
5107,468,9
6108,569,2
7109,869,9
8111,370,4
911371
1011572
1111772,8
12119,573,7
13121,574,5
1412375,6
1512476,8
16124,878
17125,579
18126,480,6

Blutdruck-Richtwerte für Jungen

Altersystolischdiastolisch
3106,567,2
4106,867,7
510768
6107,868,7
710969
811070
9111,871
10113,572
11115,773
1211874
13121,575
14125,576,5
15129,578
1613379
1713681
1813982

Quelle: Referenzperzentile für anthropometrische Maßzahlen und Blutdruck aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) 2003 - 2006

ratgeber.t-online.de: Blutdruck messen: Wann und wie oft ist es sinnvoll?

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

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