Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit > Kinderkrankheiten-Lexikon >

Nasenbluten bei Kindern: Das kann dahinter stecken

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group
 (Quelle: Archiv)

Harmlos oder gefährlich  

Was hinter Nasenbluten bei Kindern stecken kann

31.08.2016, 14:33 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Nasenbluten bei Kindern: Das kann dahinter stecken. Nasenbluten bei Kindern: Meisten, aber nicht in allen Fällen harmlos. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Meistens, aber nicht in allen Fällen ist Nasenbluten harmlos. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder und Jugendliche haben immer mal Nasenbluten. Meist sieht das dramatischer aus als es ist: Schon fünf Milliliter Blut können ein ganzes Taschentuch rot einfärben. Unterschätzen sollte man Nasenbluten allerdings nicht. Hier finden Sie sechs Fälle, in denen Nasenbluten gefährlich sein kann.

Die Ursachen für Nasenbluten sind vielfältig und die meisten vergleichsweise harmlos. Der Grund ist häufig eine Verletzung in einem Bereich der Nase, der sich Locus Kiesselbachii nennt. Er kann schon durch Nasepopeln oder häufiges Naseputzen bei einem Schnupfen verletzt werden. 

Aber Nasenbluten kann auch andere Gründe haben: Stürze mit Frakturen der Schädelbasis, Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck, Leberschäden, Gefäßkrankheiten, Vitaminmangelkrankheiten wie Skorbut, akute Infektionskrankheiten, chemische Reizstoffe und im schlimmsten Fall sogar Tumore. Das meiste davon allerdings ist bei Kindern extrem selten.

"Riesensauerei" - aber meistens harmlos

"In der Mehrzahl der Fälle ist das kindliche Nasenbluten völlig harmlos und sieht schlimmer aus als es ist", erklärt Michael Deeg. Der Freiburger Hals-Nasen-Ohren-Arzt warnt aber auch davor, zu bagatellisieren: "Wenn ein Kind innerhalb von ein, zwei Wochen immer wieder Nasenbluten hat und dabei auch kräftig blutet, dann kann es schon problematisch werden. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, dass sich ein Facharzt des Problems annimmt."

Fremdkörper vom Arzt entfernen lassen

Ein häufiger Grund für plötzliches Nasenbluten ist, dass beim Popeln, durch einen Schnupfen oder eine Allergie ein Äderchen verletzt wurde. Vor allem im Winter, wenn die Schleimhäute durch die trockene Luft gereizt sind, passiert das leicht. Bei kleinen Kindern kommt es auch vor, dass sie sich einen Fremdkörper in die Nase gesteckt haben. Dessen Entfernung überlassen Eltern am besten einem HNO-Arzt, denn der hat die nötigen Instrumente dafür.

Fließt Blut, weil das Kind beim Spielen einen Ball auf die Nase bekommen hat, muss man sich in der Regel keine großen Sorgen machen, sofern die Nase weder verschoben noch geschwollen ist.

Lieber ein kaltes Fußbad als ein Nasenschnitzel

Die Liste der Hausmittel gegen Nasenbluten reicht vom Einatmen von Zwiebelsaft über ein kaltes Fußbad bis zum senkrechten Hochhalten des entgegengesetzten Arms. Amerikanische Ärzte wollen sogar herausgefunden haben, dass man Nasenbluten mit Schweinefleisch stillen könne, das man in die Nase stopfe. Davon ist allerdings abzuraten. Mehr Erfolg verspricht das Zuhalten des betroffenen Nasenflügels bei Atmen durch den Mund. Zumindest dann, wenn es sich um eine Verletzung der Äderchen im vorderen Nasenbereich handelt. Man klemmt diese so ab und kittet sozusagen das entstandene Löchlein.

Einen kühlen Kopf bewahren

 "Wenn eines unserer Kinder Nasenbluten hat, beruhige ich es erst einmal, lege ihm einen kühlen Lappen auf den Nacken und halte ihm im Sitzen ein bisschen die Nase zu", so die Erzieherin Barbara Langzeuner. Alternativ funktioniert es mit einem Coolpack oder einem in ein Tuch gewickeltem Eisbeutel. Die Kälte drosselt die Durchblutung der Nase.

Sobald es aufgehört hat zu bluten, ist die Sache erledigt. Das Kind sollte an diesem Tag nicht mehr allzu wild herumtoben und nicht an der Blutkruste in der Nase kratzen. Dann ist meist innerhalb weniger Stunden alles wieder verheilt.

Bei längerem Nasenbluten Arzt rufen

Wenn das Kind Nasenbluten gar nicht aufhört, muss man aber auch daran denken, dass eine Gerinnungsstörung oder etwas anderes dahinter stecken könnte. "In der Regel erkennt auch ein Laie schnell, ob es sich um normales Nasenbluten handelt oder die Situation gefährlich ist", weiß HNO-Arzt Deeg.

Grundsätzlich kann man sich daran orientieren, wie lange die Blutung anhält, beziehungsweise ob es immer wieder beginnt, stark zu bluten. Ist das Nasenbluten nach einer Viertelstunde nicht vorbei, dann sollte man zur Sicherheit einen Arzt kontaktieren oder bei Verdacht auf eine schlimmere Verletzung den Rettungsdienst rufen. 

Wachstumsschübe können Nasenbluten auslösen

Nasenbluten, von den Fachleuten auch als Epistaxis bezeichnet, geht manchmal auch mit dem Wachstum einher. Bei einem Wachstumsschub, kann es sein, dass das Gefäßwachstum nicht nachkommt oder der Blutdruck etwas ansteigt. Auch diese Blutung ist völlig harmlos und dauert nur wenige Minuten.

Früher riet man häufig dazu, den Kopf in den Nacken zu legen, damit das Blut abfließen kann. Eine Methode, die heute in Verruf geraten ist, genau wie das Hinlegen. Erstens wird der Druck im Kopf erhöht und die Blutung ist schwerer zu stoppen. Zweitens läuft das Blut den Rachen hinunter und kann vor allem bei Kindern schnell zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Nasenbluten vorbeugen

Hat häufiges Nasenbluten seinen Ursprung in trockenen Schleimhäuten, kann man diese mit speziellen Salben oder Nasenöl aus der Apotheke feucht halten, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung mit einem Luftbefeuchter erhöhen und darauf achten, dass das Kind ausreichend trinkt. Neigt das Kind zum Nasenbluten, sollten Eltern ihm klarmachen, dass sich Nasebohren und kräftiges Schnäuzen verkneifen sollte.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gesundheitsvorsorge 
Alle U-Untersuchungen im Überblick

Alles, was Eltern zu den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen wissen sollten. mehr

Impfen 
Was Eltern über Impfungen wissen müssen

Interaktive Grafik mit Fakten zu allen empfohlenen Impfungen. mehr

Fieber 
Das löst Fieber im Körper des Kindes aus

Wann muss das Kind zum Arzt? Infos zu Messmethoden und Behandlung. mehr

Anzeige


Anzeige
shopping-portal