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Elefanten-Studie: Stress in der Schule

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Die größten Stressfaktoren: Verheizt die Schule unsere Kinder?

21.11.2012, 17:01 Uhr | dpa, t-online.de

Elefanten-Studie: Stress in der Schule. Elefanten-Kindergesundheitsstudie: Schon Grundschüler leiden unter großem Stress. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schon Grundschüler leiden unter großem Stress. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Stress im Leben beginnt offenbar bereits in der Grundschule. Schon Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren leiden unter Leistungsdruck - ein Viertel der Zweit- und Drittklässler fühlen sich häufig gestresst. Das ergab die repräsentative Elefanten-Kindergesundheitsstudie des Instituts für Sozialforschung Prokids und des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Sie nennt die größten Stressfaktoren für Kinder.

Beunruhigender Schulstress

Das Leben eines Grundschülers kann anstrengend sein: wenn er "stundenlang Hausaufgaben machen" muss, wenn "meine Mutter mir nie zuhört, wenn ich Hilfe brauche" oder "wenn ich mich hetzen und beeilen muss". Das alles stresst Sieben- bis Neunjährige. In der Umfrage gaben nahezu 5000 Zweit- und Drittklässler aus allen deutschen Ländern außer Bayern, Bremen, Hamburg, Thüringen und dem Saarland Auskunft darüber, wie gesund sie sich fühlen. Dabei zeigte sich neben der Tatsache, dass schon Siebenjährige Schulstress kennen, vor allem, dass Kinder erstaunlich viel darüber wissen, was sie gesund hält.

"Mich erfreut und überrascht die hohe Kompetenz der Kinder, auch was ihr Wissen um Entspannungswege angeht", betonte DKSB-Sprecher Friedhelm Güthoff. "Aber das Thema Stress beunruhigt mich." Die Tatsache, dass Kinder in der dritten Klasse laut Umfrage doppelt so häufig Leistungsdruck spüren wie Zweitklässler, sieht er als "Vorwehen" des anstehenden Schulwechsels.

Kindheit ist kein "Hort der Glückseligkeit"

Auch Anja Beisenkamp vom Prokids-Institut stimmt das hohe Maß an Stress, dem schon Kinder ausgesetzt sind, bedenklich: "Uns hat vor allem überrascht, dass die Schule schon so früh bei relativ vielen Kindern Stress auslöst." Vorstellungen einer sorgenfreien Kindheit scheinen nicht mehr zeitgemäß zu sein: "Für die Kinderforschung ist die Erkenntnis ein großer Gewinn. Für Erwachsene, die sich Kindheit immer noch als Hort der Glückseligkeit vorstellen, ist es allerdings erschreckend zu hören, dass Stressthemen die Kinderzimmertür bereits so leicht passieren können“, erklärte Beisenkamp.

Nur in Berlin ist Schule nicht der größte Stressfaktor

Interessanterweise war Berlin, mit sechsjähriger Grundschule und verbreiteter jahrgangsübergreifender Schulanfangsphase, das einzige Land, in dem Schule nicht der häufigste Stressfaktor für die Kinder war, sondern erst an dritter Stelle hinter "Ärger und Streit" sowie Familie rangierte.

Wie Kinder sich am besten erholen können

Zugleich wissen mehr als 50 Prozent der Kinder auch, wie sie sich am besten entspannen und Druck abbauen können. Zwei Drittel kennen viele Bewegungsspiele und die meisten gehen nach draußen, um sich dort auszutoben (70 Prozent). Zum Vergleich: 40 Prozent entspannen vor dem Computer.

Mehr als die Hälfte würden sich zudem gerne häufiger einfach mal ausruhen. Fast schon überraschend ist das große Gesundheitsbewusstsein, das die Sieben- bis Neunjährigen zeigen: Vom allseits akzeptierten Sinn des Zähneputzens bis hin zum ausgeprägten Faible für Obst und Gemüse, das vier Fünftel der Kinder oft bis sehr oft konsumieren.

Jedes fünfte Kind geht ohne Frühstück in die Schule

Gesundheitsexperte Professor Dietrich Grönemeyer sagte: "In diesem Alter ist alles vorhanden, was zur Ausbildung eines gesunden Lebensstils erforderlich ist. Nun sind wir Erwachsenen gefordert, diese Impulse zu erhalten und zu verstärken." Denn Fakt sei, dass sich das Ernährungsverhalten der Kinder zur Pubertät hin ungünstig verändere.

"Das liegt natürlich auch am stundenlangen Sitzen vorm Computer oder am Handy", erklärte Grönemeyer. Aber neben Lehrern und Ärzten müssten auch die Eltern dranbleiben. Immerhin kommt fast jedes fünfte befragte Kind morgens mit leerem Magen zur Schule und jedes zehnte bekommt keine warme Mahlzeit am Tag.

Kinder brauchen verlässliche Informationen über Gesundheit und Ernährung

Eltern sind Vorbilder auch in Sachen Gesundheitsbewusstsein, hoben die Experten hervor. "Daneben sind vor allem verlässliche Informationen aus der Schule, von Ärzten und aus dem Internet für die Kinder wichtig", stellte Anja Beiskamp fest. Kinder, die ihr Wissen über Gesundheit vor allem aus Fernsehen, Werbung oder von gleichaltrigen Freunden bezogen, wussten deutlich weniger Bescheid.

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