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Adventskalender: Mineralölrückstände laut Bundesamt ungefährlich

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Mineralöl in Adventskalendern ist laut Bundesamt ungefährlich

30.11.2012, 10:35 Uhr | dpa

Adventskalender: Mineralölrückstände laut Bundesamt ungefährlich. Die Stiftung Warentest hat Rückstände von Mineralöl in Adventskalendern gefunden und damit großen Wirbel ausgelöst. (Quelle: dapd)

Die Stiftung Warentest hat Rückstände von Mineralöl in Adventskalendern gefunden und damit großen Wirbel ausgelöst. (Quelle: dapd)

Trotz der alarmierenden Meldungen über Rückstände von Mineralöl ist Schokolade aus Adventskalendern nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ungefährlich. "Unsere Besorgnis ist nicht allzu groß", sagte Detlef Wölfle vom BfR der Nachrichtenagentur dpa. Die Stiftung Warentest hatte in der Schokolade Spuren von Mineralölen gefunden. Bei neun von 24 Produkten warnten die Tester Kinder vor dem Verzehr.

Einige Schokoladen-Produzenten hatten die Untersuchungsmethoden und Bewertungen der Stiftung Warentest kritisiert. Mehrere Supermarktketten nahmen die beanstandeten Kalender aus den Regalen.

BfR: Gesundheitsgefahr ist nicht erwiesen

Das Institut für Risikobewertung teilte mit, der Verzehr eines Schokoladenstücks am Tag führe nur zu einem "sehr geringen zusätzlichen Anteil" der normalen Aufnahme dieser Stoffe. Es gehe im schlimmsten Fall um sieben Milligramm sogenannter Kohlenwasserstoffe pro Kilogramm Schokolade, also 0,022 Milligramm pro Schokoladenstück.

Wölfle sagte, man könne zwar ein krebsgefährdendes Potenzial solcher Stoffe nicht ausschließen. "Aber das ist eben nur ein Verdacht. Es gibt keinen konkreten Nachweis, dass hiervon eine wirkliche Gesundheitsgefahr ausgeht." Er betonte: "Wir sehen aber, dass es Adventskalender gibt, in denen die Schokolade kein Mineralöl enthält." Daher fordere sein Institut die Industrie auf, Lebensmittel herzustellen, die solche Stoffe nicht enthalten.

Mineralölreste stammen aus Farben der Verpackung

Von den 24 getesteten Kalendern waren zwölf nur gering belastet. Die winzigen Ölreste könnten aus der Farbe auf Kartonverpackungen aus recyceltem Altpapier stammen. Stiftung Warentest hatte sich bei den Bewertungen nach eigenen Angaben an Erfahrungswerten von Experten orientiert.

Schokoladenhersteller kritisieren Testmethoden

Mehrere Schokoladenhersteller setzten sich zur Wehr. Das Bremer Unternehmen Hachez Chocolade warf den Testern vor, Unsicherheiten zu verbreiten, "die völlig bei den Haaren herbeigezogen sind". Eine Gesundheitsgefährdung könne "nicht einmal ansatzweise nachgewiesen" werden. Die Untersuchung erzeuge nur Aufmerksamkeit für die Stiftung Warentest.

Kraft Foods, Hersteller von Milka-Schokolade, betonte, die Thematik sei "nicht schokoladenspezifisch". Mineralölbestandteile kämen überall in der Umwelt vor. Die Firma Rausch, deren Kalender laut der Untersuchung besonders belastet sind, ging in die Offensive. Die derzeitigen Analyse-Methoden seien nicht geeignet, aussagekräftige Informationen über Mineralöl-Gehalte in Lebensmitteln zu liefern. "Es sind auch keine Gesundheitsgefährdungen bekannt."

Supermarktketten nehmen umstrittene Adventskalender aus dem Regal

Andere Produzenten und Supermarktketten wie Aldi Süd zeigten sich verwundert über die Ergebnisse, weil sie neue Pappe und mineralölfreie Farben verwendeten. Aldi Nord, Rewe und Real verkaufen die Kalender nicht mehr und wollen ihren Kunden den Preis aus Kulanz erstatten. Die Süßwarenkette Arko hatte bereits den Rückzug bestimmter Kalender aus den Geschäften angekündigt.

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