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Studie: Kindheitstrauma kann Spuren im Erbgut hinterlassen

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Studie  

Kindheitstrauma kann Spuren im Erbgut hinterlassen

04.12.2012, 14:20 Uhr | dpa

Studie: Kindheitstrauma kann Spuren im Erbgut hinterlassen. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit können Spuren im Erbgut hinterlassen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Traumatische Erlebnisse in der Kindheit können Spuren im Erbgut hinterlassen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer als Kind Gewalt erlebt, leidet als Erwachsener eher unter psychischen Problemen. Eine Studie zeigt nun: Traumatische Erlebnisse hinterlassen auch Spuren im Erbgut - aber nicht bei allen Menschen.

Gewalt hinterlässt Spuren

Traumatische Erlebnisse in der Kindheit hinterlassen Spuren im Erbgut - aber nur bei genetischer Veranlagung. Das konnten internationale Wissenschaftler in einer Studie nachweisen. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" vor.

Erbmaterial von 2000 Traumaopfern untersucht

Das Team um Elisabeth Binder vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München untersuchte das Erbmaterial von fast 2000 Afro-Amerikanern, die als Kinder oder Erwachsene mehrfach schwer traumatisiert wurden. Die Betroffenen lebten in Regionen der USA mit hoher Kriminalitätsrate.

Ein Drittel der Opfer erkrankte später

Sie erlitten etwa sexuelle oder körperliche Misshandlung oder machten früh Gewalterfahrungen, wie zum Beispiel die Ermordung eines Familienangehörigen. Ein Drittel der Traumaopfer erkrankte und litt im Erwachsenenalter an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Betroffene besitzen eine spezielle Genvariante

Die Forscher fanden heraus, dass diese Betroffenen sich durch eine spezielle Variante im FKBP5-Gen von den nicht erkrankten Traumaopfern unterschieden. Bereits bekannt war, dass das FKBP5-Gen in Folge traumatischer Erlebnissen eine veränderte Aktivität zeigt.

Das Erbgut verändert sich - bei den Trägern der speziellen Genvariante

Erstmals wurde nun aber die konkrete Sequenz gefunden, die dafür verantwortlich ist, ob ein Trauma dauerhafte Spuren auf dem Gen hinterlässt. Denn nur wenn diese bestimmte Genvariante vorliegt, kann es zu stressvermittelten molekularen Veränderungen an der DNA kommen. Dadurch erhöht sich die Aktivität des Gens und das Stresshormonsystem wird falsch reguliert, wie die Max-Planck Forscher in Experimenten an Nervenzellen nachweisen konnten.

Weitervererbung ist noch nicht geklärt

Ob diese Schwächung des Stresssystems auch an die Kinder der erkrankten Traumaopfer vererbt wird, konnte noch nicht untersucht werden. Die Veränderung ist bei den Betroffenen aber dauerhaft. Die Forscher glauben mit den Erkenntnissen eine Möglichkeit zu haben, um Patienten zu helfen. "Die Hoffnung ist, dass solche Prozesse mit Medikamenten zukünftig rückgängig gemacht werden können", sagte Binder.

Traumata in der Kindheit besonders gefährlich

Die Veränderungen an der DNA werden vor allem durch Traumata im Kindesalter erzeugt, erläuterten die Wissenschaftler weiter. Bei Studienteilnehmern, die ausschließlich als Erwachsene traumatisiert wurden, seien die molekularen Veränderungen nicht nachgewiesen worden.

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