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Buchtipp: Wenn ich dich umarme, hab keine Angst

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Autismus  

Vater-Sohn-Reise durch einen Kontinent und die Parallelwelt des Autismus

19.07.2013, 16:03 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

Eine ungewöhnliche Reise quer durch Amerika

Ein Vater berichtet über das große Abenteuer mit seinem autistischen Sohn.

Eine ungewöhnliche Reise quer durch Amerika


Einmal im Leben quer durch den amerikanischen Kontinent - ein Traum für jeden Motorradfahrer. Ein Traum auch für Franco und Andrea Antonello, der wahr wird. Der Bericht über die Reise durch viele Länder und über eine wunderbare Vater- und-Sohn-Geschichte, berührt mit wunderbaren Bildern und einem ganz eigenen Bauchgefühl. In dem Buch "Wenn ich dich umarme, hab keine Angst", geht es um Autismus und die Reise eines Lebens.

Traumziel Panama: Es könnte auch einfach ein Urlaubsbericht in einem Reisemagazin sein, angereichert mit Bildern zweier verwegen blickender Kerle auf einem Motorrad. Aber es ist viel mehr als eine Reise durch Länder, es ist eine Reise durch ein Leben.

Die ungewöhnlichen Reisegefährten heißen Franco und Andrea. Franco ist der Vater des autistischen 17-jährigen Andrea. Ein Vater, der die eiserne Disziplin durchbricht, zu der Ärzte und Therapeuten in solchen Fällen raten. Denn eine Reise mit unzähligen Unwägbarkeiten passt nicht in das straffe Schema der geregelten Tagesabläufe aus den Therapieberichten. Und doch wird es für beide eine Therapie, der wichtigste Erfolg in ihrem gemeinsamen Ringen um den richtigen Umgang mit Autismus.

Eine wahre Geschichte: Wenn ich dich umarme, hab keine Angst

Diese Reise beginnt lange vor dem Aufbruch, sie beginnt mit der Diagnose "Ihr Kind ist autistisch", die Andrea mit drei Jahren erhält. Sein Vater will vor der Reise wissen, was Andrea von der Reise hält, ob er sich das Abenteuer zutraut, das beiden einiges abverlangen wird.

Verrückt, aufregend, ein bisschen leichtsinnig, ein bisschen heilsam

Sie haben ihre eigenen Arten zu kommunizieren: "Ich habe ihn auch gefragt, was ihm denn lieber wäre: eine ruhige Reise oder viele Feste? 'ruhig und feste', hat er mir geschrieben. Beides. Super, Andrea, das ist super. Das wird unsere Reise. Verrückt, aufregend, ein bisschen leichtsinnig. Und ein bisschen heilsam.

Es wird ein Sturm der Eindrücke. Wird Andrea sie verarbeiten können? Wird Franco mit Andrea zurecht kommen? "Die ganze Welt dringt ungehindert in Andrea ein, wie ein bergab rollender Stein, wie eine Lawine. Andrea hat keine Abwehr, keine Barrieren, er saugt alles auf wie ein Schwamm, und man braucht ihn nur anzuschauen, um zu verstehen, dass er ein anderes, ganz eigenes, inniges Verhältnis zur Realität hat."

Wie ein Funkgerät, das nur empfangen, nicht senden kann

Andrea, 17, lacht viel und wirkt glücklich. Aber er ist wie ein Funkgerät, das nur empfangen, nicht senden kann. Gefühle vermag er nicht zu formulieren, und um einen Eindruck von einer Person zu erhalten, legt er die Arme um deren Bauch. Weshalb die Eltern den Satz "Wenn ich dich umarme, hab keine Angst" auf Andreas T-Shirts drucken lassen. Über Jahre absolviert die Familie Therapie um Therapie. Bis sich Vater und Sohn auf ein Motorrad setzen, sich aneinander fest halten, auf dem Motorrad und im gesamten Leben.

Andrea umarmt sie alle: Die Samba-Tänzerinnen in Brasilien, die Rocker in Texas, Polizisten, Schamanen. So hält er den Kontakt zu den Menschen dieser Welt aus seinem Paralleluniversum, das Autismus heißt.

Man muss nur lernen, seine Worte zu hören

Farben sind seine Stimmung, die Farbe des T-Shirts drückt sie aus. Er will so viel sagen und kann die Wörter nicht sprechen. Abgehackt und zusammenhanglos scheinen sie zu kommen. "Was er durchsickern lässt, ist ein Konzentrat: Er ist ein Alchemist, der Worte destilliert. Man muss nur lernen, sie zu hören."

Franco und Andrea reisen von Florida nach Kalifornien, von Mexiko nach Guatemala und durch Brasilien, und je weiter sie sich von zu Hause entfernen, umso näher kommen sie sich. Zurück in Italien, trifft der Vater den Autor Fulvio Ervas. Der hört sich die Geschichte von Franco und Andrea an und lässt sich zu diesem Buch inspirieren.

Ein Buch, das warmherzig in das Paralleluniversum eines Autisten einführt, das Einblicke zulässt. Es erzählt von guten und schlechten Tagen, von Freude und Zweifel, von Anstrengung und Freiheit. Der Vater nimmt nicht nur Andrea, auch den Leser unter seine Fittiche und mit auf die Reise durch Amerika und durch die Welt seines Sohnes.

Wenn ich Dich umarme, hab keine Angst (Quelle: Diogenes)Wenn ich Dich umarme, hab keine Angst (Quelle: Diogenes)

Buchtipp: Fulvio Ervas, Franco und Andrea Antonello, Wenn ich dich umarme, hab keine Angst, Diogenes, 2013, 16,90 Euro

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