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Masern: So gefährden Eltern ihre Kinder

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Impfkontrolle  

Ab Jahrgang 1970 Masern-Impfschutz kontrollieren lassen

18.06.2013, 08:08 Uhr | Simone A. Mayer, t-online.de, dpa-tmn

Masern: So gefährden Eltern ihre Kinder. Eine Impfung schützt vor Masern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Impfung schützt vor Masern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Insbesondere für Eltern gilt: Jeder, der jünger ist als Jahrgang 1970, sollte seinen Impfschutz gegen Masern überprüfen. Masern sind tückisch. Noch Jahre später kann eine Infektion eine Gehirnentzündung auslösen. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, ist eine Impfung in zwei Schritten nötig. Vielen Erwachsenen fehlt diese Immunisierung aber. Damit gefährden sie auch ihre Kinder.

Vor 1970 habe die Bevölkerung in Deutschland durch nationale Masernwellen einen natürlichen Impfschutz aufgebaut. Dann bekamen immer mehr Kinder die empfohlene Masernimpfung, und wegen der steigenden Impfzahlen schwand die natürliche Immunisierung, erläutert Martin Lang, Vorsitzender des Bayerischen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Aber weil in den zurückliegenden Jahren viele Eltern ihre Kinder gar nicht mehr gegen Masern impfen ließen oder den zweiten Impfdurchgang versäumte hätten, würden die Impflücken zum Problem.

Jeder Zweite über 30 ist nicht gegen Masern geimpft

Experten haben hochgerechnet, dass nur etwa 80 Prozent der 18- bis 29-Jährigen einen Impfschutz gegen Masern haben und bei den über 30-Jährigen sogar nur 50 Prozent. Deshalb gebe es immer mehr Erkrankungen bei Menschen in diesen Altersgruppen, die wiederum ungeimpfte Kinder anstecken können.

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14-Jähriger an Spätfolgen von Masern gestorben

Die Folgen können gravierend sein, wie der Fall eines 14-jährigen Jungen aus Nordrhein-Westfalen zeigt, der kürzlich an den Spätfolgen von Masern gestorben ist. Er hatte sich im Alter von fünf Monaten im Wartezimmer eines Kinderarztes damit infiziert. "Babys haben, anders als Erwachsene, nur einen leichten Ausschlag und leichtes Fieber", erklärt Lang. Allerdings kann Jahre später eine chronische Gehirnentzündung auftreten. "Sie führt unweigerlich zum Tode."

Vor Schwangerschaft Impfschutz prüfen

Im Impfpass müssten seit Kindesalter zwei Impfungen stehen. Wer diese nicht hat oder keine Informationen findet, lässt am besten die Impfungen gegen die unter Umständen tödlich verlaufende Krankheit auffrischen. Damit schützen erwachsene Frauen gleichzeitig ihren Nachwuchs - der Impfschutz muss aber bereits vor einer Schwangerschaft bestehen.

Lang empfiehlt Frauen, die schwanger werden wollen, sich frühzeitig um einen Schutz zu kümmern. "Ich darf während der Schwangerschaft nicht impfen. Es gibt keine Tests, ob das Baby im Leib die Impfung verträgt." Männer sollten ebenfalls ins Impfbuch schauen. "Sind sie nicht geimpft, tragen sie dazu bei, dass sich der Masernvirus weiter ausbreitet."

Babys ab zehnten Monat gegen Masern impfen

Babys können erst ab dem zehnten Monat geimpft werden, erklärt der Kinderarzt. "Normalerweise haben aber Kinder im ersten Lebensjahr den Nestschutz." Immunisierte Mütter geben diesen an sie weiter, durch das Aufwachsen im Mutterleib und die Muttermilch. "Aber 50 Prozent der 19- bis 39-Jährigen sind heute nicht ausreichend geimpft", warnt Lang. 20 bis 30 Prozent dieser Gruppe hätten gar keine, der Rest nur eine der zwei nötigen Impfungen.

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