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Psychiater schlagen Alarm: Jedes fünfte Kind mit psychischer Störung

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Kinderpsychiatrie  

Jedes fünfte Kind ist psychisch gestört

08.07.2013, 16:43 Uhr | t-online.de, dpa

Psychiater schlagen Alarm: Jedes fünfte Kind mit psychischer Störung. Psychiater Frank Häßler ist alarmiert: Jedes fünfte Kind zeigt heute psychische Störungen.  (Quelle: dpa)

Psychiater Frank Häßler ist alarmiert: Jedes fünfte Kind zeigt heute psychische Störungen. (Quelle: dpa)

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in psychiatrischer Behandlung steigt dramatisch. Schon jedes fünfte Kind ist von psychischen Auffälligkeiten betroffen, dazu gehören ADHS, Autismus, Essstörungen und Ängste. Wie viel Schuld tragen Eltern, Gesellschaft und Schule?

"Rund 20 Prozent aller Kinder leiden unter psychischen Auffälligkeiten, ein Drittel davon ist psychiatrisch beziehungsweise psychotherapeutisch behandlungsbedürftig", sagt der Direktor der Rostocker Universitätsklinik für Psychiatrie im Kindes- und Jugendalter, Frank Häßler.

Eltern mit schuld an psychischen Störungen

Schuld an den Störungen sind nur allzu oft die Eltern, auch die, die es besonders gut mit ihren Kindern meinen. Fürsorge wendet sich zu Druck, Stress und Überforderung, das Resultat können Depressionen oder Essstörungen sein.

Ein Indiz für die Steigerung sei die Zahl der in Deutschland auf diese Altersgruppe spezialisierten Psychiater. Sie sei von knapp 700 im Jahre 1994 auf 1806 im Jahre 2011 gestiegen. "Gleichzeitig hat die Zahl der unter 14-Jährigen in den letzten Jahren von 16 auf knapp elf Millionen dramatisch abgenommen", sagte Häßler.

Mehr Psychiater - längere Wartezeiten

Dabei sind die Wartelisten lang: Wer auf dem Land wohnt, hat kaum eine Chance, in erreichbarer Nähe eine ambulante Therapie bei einem Jugendpsychiater zu erhalten. Psychiatrische Tageskliniken entstehen, die die Versorgungsnot dämpfen sollen, doch der Bedarf liegt viel höher.

Allgemeine Überzeugung unter Medizinern ist: Gerade bei Kindern muss eine Therapie zeitnah zur Diagnose beginnen, zu groß ist die Gefahr bleibender Schäden oder lebensbedrohender Folgen wie im Falle von Depressionen und Essstörungen.

Gegenüber der Zeitung "Die Welt" äußert sich Frank Häßler zu den Ursachen für die zunehmenden psychischen Störungen und Probleme wie autistisches Verhalten, Depressionen oder Schulverweigerung besonders vor dem Hintergrund von schwierigem sozio-ökonomischen Hintergrund und Kinderarmut: "Es gibt auch durch alleinerziehende Elternteile, mehr psychisch kranke Elternteile mit und ohne Alkoholkonsum und in der Schwangerschaft Alkohol trinkende Mütter immer mehr Kinder mit teils gravierenden psychischen Problemen."

Hoher Erwartungsdruck

Doch auch Familien einer gehobenen Schicht sind davor nicht gefeit. Oft setzen zu hohe Erwartungen - gerade in Ein-Kind-Familien - die Kinder unter Druck. Entspricht das Kind nicht den Vorstellungen der Eltern oder der gesellschaftlichen Norm, soll eine Therapie es richten. Häßler führt als Beweis für diese These die starke Zunahme an Verordnungen von Medikamenten gegen die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung ADHS. Fast jedes zweite der betroffenen Kinder nehme Medikamente ein.

Geburtsumstände prägen

Kaiserschnitte sieht er außerdem als weitere Ursache mit enormen Einfluss auf die Psyche des Kindes. Die Folge sind Störungen ausgelöst durch eine gestörte Mutter-Kind-Bindung.

Umfeld in Therapie mit einbeziehen

In der Rostocker Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter sieht man es als Aufgabe zur bestmöglichen individuellen Behandlung alle beteiligten Systeme wie zum Beispiel Familie, Schule, Jugendamt und anderen Institutionen einzubeziehen. Die Klinik verfügt über 30 vollstationäre Betten, in Kooperation mit der Tagesklinik der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik mbH (GGP) über 30 teilstationäre Plätze und zwei stationäre Ambulanzstandorte.

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