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Verbrennungen: Tausende Volt flossen bei Stromschlag an Oberleitung durch Bens Körper

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Gefährliches Spiel auf Bahnwagon  

Tausende Volt flossen durch Bens (10) Körper

28.08.2013, 21:26 Uhr | Leticia Witte, dpa

Verbrennungen: Tausende Volt flossen bei Stromschlag an Oberleitung durch Bens Körper. Stromschlag: Bens Vater hält im Unfallkrankenhaus in Berlin die Hand seines Sohnes. Der Junge erlitt vor drei Monaten beim Klettern auf einen Bahnwagon einen Stromschlag. (Quelle: dpa)

Bens Vater hält im Unfallkrankenhaus in Berlin die Hand seines Sohnes. Der Junge erlitt vor drei Monaten beim Klettern auf einen Bahnwagon einen Stromschlag. (Quelle: dpa)

Ben ist zehn Jahre alt - und hat mehr Leid hinter sich als viele Erwachsene. Aber er lebt. Das ist wohl das größte Geschenk an seinem Geburtstag, den er am 28. August im Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn gefeiert hat. Kurz vor Pfingsten sind Tausende Volt durch den kleinen Körper geflossen. Ben erlitt schwerste Verbrennungen beim Spielen an einer Bahnoberleitung. Seit mehr als 100 Tagen lebt das Kind in einem Krankenhaus im Ausnahmezustand.

Das Kind aus Berlin, dessen Name hier geändert worden ist, kletterte beim Spielen an einem Bahnhof auf einen abgestellten Kesselwagen und kam zu nahe an die Oberleitung. Dort fließen in der Regel etwa 15.000 Volt. Bens Haut verbrannte zu 80 Prozent. Seit mittlerweile 103 Tagen wird er in dem Krankenhaus behandelt. "Dass er überlebt hat, ist eine Sensation", sagt Oberarzt Simon Kuepper.

Ein Clown lenkt Ben von den Schmerzen ab

An seinem zehnten Geburtstag wird der kleine Junge mit einem Spezialrollstuhl in den Raum gefahren, in dem schon seine Mutter, ihr Lebensgefährte und die Großeltern warten - und ein Clown. Der Mann mit der roten Nase spielt auf seiner gelben Gitarre, packt mit Ben viele Geschenke aus, macht Späße, die Familie singt. Es fließen auch Tränen. Es ist eine bewegende Situation und ein großes Glück für die Familie, dass der Junge noch lebt. "Mein Geburtstag ist toll", sagt Ben. "Mir geht es gut." Er hoffe, dass es ihm bald noch bessergehen werde. Ben trägt inmitten der bunten Luftballons, Girlanden und Geschenke viele weiße Verbände, nur ein Teil seines dünnen Körpers mit den vielen Narben schaut hervor.

Spielen am Bahnhof ist tödlicher Leichtsinn

Immer wieder geschehen schreckliche Unglücke wie das von Ben. Nicht selten enden Unfälle an Bahnoberleitungen tödlich. Mitte Mai dieses Jahres etwa verlor eine 17 Jahre alte Stuttgarterin ihr Leben, als sie sich mit zwei anderen Mädchen aus Jux an einem Bahnhof fotografieren lassen wollte. Auch sie kletterte auf einen abgestellten Kesselwagen und wurde von einem Stromschlag getötet. Die Freundinnen erlitten schwere Verbrennungen.

Deutsche Bahn und Bundespolizei warnen mit Präventionskampagnen davor, sich auf sorglose Weise in Lebensgefahr zu bringen. Von 2011 bis Anfang 2013 gab es bundesweit rund 20 Unfälle beim Klettern auf Waggons und Strommasten. Jeder dritte Fall endete tödlich, wie ein Bahnsprecher sagt. Oft sind es laut Bundespolizei Jugendliche und junge Erwachsene, denen die Oberleitungen zum Verhängnis werden. Es reicht schon aus, in ihre Nähe zu geraten, um einen tödlichen oder lebensgefährlichen Stromschlag zu erleiden.

"Als er im Koma war, las ich ihm jeden Tag ein Buch vor"

Bens Mutter sagt, sie habe an jenem Freitag vor Pfingsten so ein Gefühl gehabt. "Ich habe auf ihn gewartet. Auf einmal kam der Polizeiwagen. Und dann war alles vorbei." Die 31-Jährige verbringt die nächsten Monate sehr viel Zeit im Krankenhaus. "Als er im Koma war, habe ich ihm jeden Tag ein Buch vorgelesen."

Zwei Monate lang liegt der kleine Patient im Koma, wie Oberarzt Kuepper erzählt. Bis heute seien rund 25 Operationen nötig gewesen, weitere würden folgen. Die Ärzte haben Bens Haut transplantiert. Weil die Verbrennungen schwer sind, musste auch neue Haut gezüchtet und auf den Körper aufgetragen werden. Der Familie steht eine Psychotherapeutin bei. Zwei Jahre wird Ben einen Kompressionsanzug tragen müssen. "Das ist wie eine zweite Haut", erläutert Kuepper.

Folgen der Verbrennung werden Bens Leben prägen

Patienten wie Ben sind keine Seltenheit in dem berufsgenossenschaftlichen Spezialkrankenhaus. Acht sogenannte Intensivplätze gibt es auf der Station, ein Drittel der Patienten ist unter zehn Jahre alt. "Das ist definitiv einer der schwersten Fälle in meiner Karriere", meint der Arzt. In 14 Tagen werde Ben in eine andere Klinik entlassen, aber "Er muss ein Leben lang mit den Folgen seiner Verletzung zurechtkommen." Durch den Unfall wurde seine Leber in Mitleidenschaft gezogen. Nun gilt es, den Jungen wieder in den Alltag zurückzuführen.

Der kleine Patient ist beliebt in der Klinik. Nicht nur seine Familie und der Clown feiern mit ihm diesen besonderen Geburtstag, sondern auch Ärzte und Schwestern. Worauf er sich am meisten freut, wenn er wieder daheim sein wird? "Auf mein neues Kinderzimmer", sagt Ben ohne zu zögern.

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