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Organspende: Über 100 Kinder in Deutschland brauchen dringend ein Spenderorgan

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Organspende  

Über 100 Kinder in Deutschland brauchen dringend ein Spenderorgan

29.11.2013, 11:33 Uhr | Christina Sticht, dpa

Organspende: Über 100 Kinder in Deutschland brauchen dringend ein Spenderorgan. Organspende: 112 Kinder in Deutschland warten auf ein neues Leben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Organspende: 112 Kinder in Deutschland warten auf ein neues Leben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das vier Monate alte Baby Carolina gehört zu den jüngste Patienten, deren Leben durch eine Organspende gerettet werden konnte. Aktuell stehen in Deutschland 112 Kinder und Jugendliche auf der Warteliste der Vergabeorganisation Eurotransplant. Organspende ist ihre letzte Chance zum Überleben.

Es ist ein Leben an der Schwelle des Todes: Rund 11.000 sterbenskranke Menschen warten bundesweit auf ein Spenderorgan. Täglich hoffen sie auf den erlösenden Anruf mit der Nachricht: "Wir haben ein Organ für Sie." Nach Manipulationsskandalen ist die Zahl der Organspenden bundesweit massiv gesunken. Zumindest für Kinder und Jugendliche, die auf ein Spenderorgan warten, hätte dies bisher noch keine negativen Auswirkungen, berichtet der Medizinische Direktor von Eurotransplant, Axel Rahmel, denn sie werden nach seinen Angaben bei der Verteilung der Organe bevorzugt.

Die meisten brauchen dringend eine neue Niere

Von den 112 Kindern auf der Warteliste benötigten 55 eine Niere, 41 eine Leber und 19 ein Herz. Einige Kinder brauchen mehr als ein Organ. Während Erwachsene im Schnitt sechs bis acht Jahre auf eine Niere warten, sind es bei Kindern weniger als zwei Jahre. Sie bekommen Vorrang, weil sie sich ohne Transplantation nicht wie ihre Altersgenossen entwickeln können - ihr Körper ist durch die Nierenprobleme permanent vergiftet. "Die Entwicklungsrückstände sind sehr schwierig wieder einzuholen", sagt der leitende Arzt des KfH-Kindernierenzentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Professor Lars Pape. Das Transplantationszentrum an der MHH ist eines der größten in Deutschland.

Heikle Transplantation bei Baby Carolina geglückt

Die Transplantation ermögliche Kindern mit Krankheiten, die früher auf jeden Fall tödlich waren, die Chance auf ein neues Leben, betont Pape und erzählt von Carolina. Das Mädchen kam im Januar mit einer sehr seltenen genetischen Erkrankung zur Welt. Weil sich Zysten in ihren Nieren bildeten, wurden diese funktionsunfähig. Im Mai transplantierte Papes Kollege Frank Lehner dem damals knapp vier Monate alten Baby eine Spenderniere. "Das Organ funktioniert exzellent", sagt Pape. Nach Recherchen der MHH hat noch nie zuvor ein so junges Kind in einer deutschen Klinik eine neue Niere bekommen.

Normalerweise erhalten schwerst nierenkranke Kinder eine Bauchfelldialyse. Bei dieser Blutwäsche im Körper wird ein Katheter eingesetzt und das Bauchfell als Filter genutzt. Bei Carolina entzündete sich jedoch das Bauchfell. Die bei Erwachsenen übliche Dialyse, bei der das Blut außerhalb des Körpers gereinigt wird, ist eigentlich erst für Patienten ab sechs Jahren geeignet. Carolina bekam an dem Gerät prompt lebensbedrohliche Blutdruckschwankungen. Die Ärzte entschieden, sie als "besonders dringlich" bei Eurotransplant zu melden. Elf Tage nach der Meldung bekam das Baby das Organ eines gestorbenen älteren Kindes.

2013 wurden 344 Kinder durch Organspende gerettet

Nach Angaben von Eurotransplant haben bundesweit zwischen Januar und Oktober dieses Jahres 240 Kinder ein Spenderorgan eines Toten bekommen. Das waren 16 mehr als im Vorjahreszeitraum. 104 Kinder erhielten eine Lebendspende, also zum Beispiel eine Niere von den Eltern. 2012 waren dies 106 Kinder.

Banges Warten und immer wieder Dialyse

Trotz der Erfolgsgeschichten bestimmt für viele Kinder und Jugendliche banges Warten den Alltag. Sebastian bekam die Diagnose Ende April: Aus unbekannten Gründen hat sich sein Immunsystem gegen die eigene Niere gerichtet. "Ich war sehr geschockt zu Anfang", erzählt der 17-Jährige im Nierenzentrum Hannover. Dreimal pro Woche wird er hier von 12 bis 17 Uhr an die Dialyse angeschlossen. Das Warten auf ein Spenderorgan sei für seine Eltern wohl noch schlimmer als für ihn selber. "Man verdrängt es im Alltag. Ich hoffe aber, dass es schnell geht."

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