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Ein Jahr Beschneidungsgesetz

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Religion  

Kritik nach einem Jahr Beschneidungsgesetz

12.12.2013, 15:01 Uhr | Lea Sibbel, dpa

Ein Jahr Beschneidungsgesetz. Das Beschneidungsgesetz stößt ein Jahr nach seiner Verabschiedung auf harsche Kritik. (Quelle: dpa)

Das Beschneidungsgesetz stößt ein Jahr nach seiner Verabschiedung auf harsche Kritik. (Quelle: dpa)

Ein Jahr nach der Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes haben Vertreter von Ärzteverbänden und Nicht-Regierungsorganisationen eine negative Bilanz gezogen. Das Gesetz verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz zwischen Mädchen und Jungen, sagte Irmingard Schewe-Gerigk von "Terre de Femmes".

"Was bei Mädchen verboten ist, darf bei Jungen nicht erlaubt sein." Wie weibliche Genitalverstümmelung verstoße auch die Beschneidung bei Jungen aus religiösen Gründen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Ein Jahr Beschneidungsgesetz nach hitzigen Debatten

Im vergangenen Dezember hatte der Bundestag nach monatelangen hitzigen Debatten das Beschneidungsgesetz beschlossen. Demnach blieb die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Jungen in Deutschland erlaubt - vorausgesetzt, der Eingriff werde "nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt". Solange das Kind höchstens sechs Monate alt ist, dürfen zudem nicht nur Ärzte den Eingriff machen, sondern auch ausgebildete Beschneider.

"Grausam und ethisch nicht vertretbar"

Vertreter von Ärzteverbänden kritisierten diesen Punkt. Es sei ein hochpräsizer Eingriff, der an ärztliches Expertenwissen geknüpft sein müsse, sagte Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Außerdem erfolgten die Eingriffe nicht zwangsläufig schmerzfrei. Das sei grausam und ethisch nicht vertretbar, sagte Professor Manfred Gahr, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin.

Bei zahlreichen Beschneidungen komme es zu Komplikationen. Dazu zählten Infektionen und Blutungen. Gahr fordert, dass Beschneidungen - wenn überhaupt - zumindest unter medizinischer Aufsicht geschehen.

Die Kinderrechte sind beschnitten

Aus Sicht des Präsidenten der Gesellschaft für Kinderchirurgie, Bernd Tillig, sind die Kinderrechte per Gesetz beschnitten worden.

Außerdem müsse mehr dafür getan werden, ältere Kinder über Risiken und mögliche Spätfolgen aufzuklären, sagte Andreas Bergen von "pro familia". Dabei müsse die mögliche Einschränkung der sexuellen Erlebnisfähigkeit zur Sprache kommen. Das Gesetz regele die Aufklärung und das Mitspracherecht von älteren Jungen aber nicht ausreichend. "Dieses Gesetz ist unglaublich schlampig formuliert."

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