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Erdnussallergie: Ärzte entwickeln neue Therapie für Kinder

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Allergien  

Neue Therapie für Kinder mit Erdnussallergie

31.01.2014, 10:12 Uhr | Maria Cheng, AP

Erdnussallergie: Ärzte entwickeln neue Therapie für Kinder. Für Kinder mit Erdnussallergie besteht neue Hoffnung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für Kinder mit Erdnussallergie besteht neue Hoffnung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer mehr Kinder weltweit leiden unter einer Erdnussallergie. Dabei müssen sie nicht einmal Erdnüsse essen, um einen lebensbedrohlichen allergischen Schock zu bekommen - es reichen Spuren davon in anderen Lebensmitteln. Ärzte haben jetzt eine Therapie dagegen gefunden.

So wie der zwölfjährigen Lena Barden geht es vielen Kindern weltweit: Kaum isst sie Erdnüsse oder Lebensmittel, die Spuren davon enthalten, bekommt sie Schwellungen und Atemprobleme, die lebensbedrohlich sind. Ungefähr jedes 50. Kind leidet an Erdnussallergie, die Zahl der Betroffenen steigt beständig. Besonders Kinder in Industriestaaten sind davon betroffen. Erdnüsse sind zudem der häufigste Grund für allergische Reaktionen auf Lebensmittel.

Täglich eine winzige Menge Erdnussmehl

Eine am Addenbrooke's Hospital im britischen Cambridge erstellte experimentelle Studie gibt den Betroffenen neue Hoffnung. Dort gelang es Ärzten nämlich, das Immunsystem der Kinder mit der Einnahme speziellen Erdnussmehls zu stärken.

Die Methode ziele darauf ab, die Toleranz der Kinder gegenüber Erdnüssen stufenweise zu erhöhen, sagt der Leiter der Studie, Andrew Clark von der Universität Cambrigde. Das Fachjournal "The Lancet" veröffentlichte am 30. Januar 2014 die von britischen Gesundheitsbehörden finanzierte Forschungsarbeit auf seiner Internetseite.

99 Kinder unter 16 Jahren, die an schwerer Erdnussallergie litten, nahmen an dem Versuch teil und bekamen mit ihrem Essen einen "Schuss" des Erdnussmehls verabreicht. Zunächst setzten die Mediziner eine klitzekleine Dosis von zwei Milligramm ein und steigerten die Menge langsam auf zuletzt 800 Milligramm.

Eine Handvoll Erdnüsse bereitet keine Probleme mehr

Zeitgleich beobachteten sie, ob sich bei den Kindern lebensbedrohliche Reaktionen einstellten. Die häufigsten Beschwerden, die während der Zeit auftraten, waren Juckreiz im Mund, Magenschmerzen und Übelkeit. Doch nach sechs Monaten der Behandlung konnten mehr als 80 Prozent der jungen Probanden ohne Probleme eine Handvoll Erdnüsse essen.

"Das macht einen dramatischen Unterschied in ihrem Leben", betont Clark. "Vor der Studie konnten sie nicht einmal kleinste Mengen an Erdnüssen vertragen, und ihre Eltern mussten ständig alle Lebensmittelkennzeichnungen lesen."

Risiko lebensgefährlicher Reaktionen ausschalten

Die Absicht der Studie ist nicht etwa, dass die bisherigen Allergiker nun Riesenmengen an Peanuts essen. Vielmehr sollen die lebensgefährlichen Reaktionen vermieden werden, falls Kinder doch einmal aus Versehen Spuren von Erdnüssen in anderen Lebensmitteln zu sich nehmen.

"Früher habe ich nie Donuts gegessen, weil sie Erdnussteilchen enthalten konnten", sagt Lena, die an der Studie ebenfalls teilnahm und dank der aufgebauten Immunität heutzutage fünf Peanuts pro Tag essen kann. Als ihre Behandlung schon weit fortgeschritten war, kaufte ein Freund ein Päckchen Donuts und bot ihr einen an. "Es war Wahnsinn", sagt sie. "Ich aß alle auf."

Langzeiteffekt gegen Erdnussallergie ist noch ungewiss

Matthew Greenhawt von der Universität Michigan dämpft in einem begleitenden Kommentar zur Studie allerdings allzu große Erwartungen. Die Ergebnisse seien "außerordentlich vielversprechend", doch ist die Behandlung seiner Einschätzung nach noch Jahre von einer routinemäßigen klinischen Anwendung entfernt. So sei unter anderem noch unklar, ob die Erdnussmehltherapie einen bleibenden Effekt habe.

Auch Studienleiter Clark nimmt an, dass die Kinder wohl noch mehrere Jahre lang Erdnussmehl einnehmen müssten, um die erzielte Toleranz aufrecht zu erhalten. Ungeachtet dessen hat der Erfolg der Studie ihn und seine Kollegen ermutigt: Sie wollen die Behandlung bald in einer speziellen Klinik für Erdnussallergien anbieten und die Studien fortführen.

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