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Wasch- und Putzmittel können Allergien hervorrufen

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Gefahr durch Wasch- und Putzmittel  

Eltern sollten auf Weichspüler komplett verzichten

27.08.2014, 13:29 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Wasch- und Putzmittel können Allergien hervorrufen. Vor allem Eltern von Allergiker-Kindern sollten sorgfältig auswählen, welche Mittel sie in die Wäsche geben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem Eltern von Allergiker-Kindern sollten sorgfältig auswählen, welche Mittel sie in die Wäsche geben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sauber riecht gut. Eine Assoziation, die wir seit unserer eigenen Kindheit verinnerlicht haben. Dabei hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun. Stattdessen werden unsere Nasen mit künstlichen Duftstoffen in die Irre geleitet. Das ist gerade für die Eltern von Allergikern wichtig. Sie stehen vor der täglichen Herausforderung, Haus und Wäsche sauber zu halten und dabei auf Mittel zurückzugreifen, die dem Kind nicht zusätzlich schaden.

Putzmittel, die alles abtöten, was da kreucht und fleucht, sind nicht nützlich, sondern schädlich. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit unserer Kinder. Denn Allergien entstehen vor allem dann, wenn die kindliche Umwelt besonders keimfrei ist.

Trotzdem ist es nicht jedermanns Sache, seine Wäsche nur mit Waschnüssen zu waschen und beim Putzen allein mit Essigessenz zu arbeiten. Doch wo ist der Mittelweg? Wie können Eltern ihr Wasch- und Putzverhalten den Anforderungen ihres Kindes anpassen?

UMFRAGE - WASCHMITTEL
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Weichspüler haben keinen guten Ruf

Der erste Grundsatz lautet: Weniger ist mehr. Das gilt vor allem dann, wenn ein Kind bereits unter Allergien leidet. Zahlreiche Inhaltsstoffe von Wasch- und Putzmitteln belasten nicht nur die Umwelt, sondern in der logischen Konsequenz auch den Menschen.

Auf Weichspüler kann man zum Beispiel getrost komplett verzichten. Die darin wirksamen Substanzen heißen kationische Tenside. Sie sind biologisch schlecht abbaubar und giftig für Gewässer. Die Liste der riskanten Weichspülerstoffe kann man weiterführen: Duftstoffe, die das zentrale Nervensystem beeinträchtigen oder Leberschäden hervorrufen können, Stoffe, die unter Verdacht stehen, krebserregend zu sein, und so weiter.

Hersteller müssen Inhaltsstoffe angeben

Seit 2007 müssen Hersteller von Reinigungs- und Waschmitteln die Inhaltsstoffe ihrer Produkte auflisten. Konservierungs- und Duftstoffe müssen bereits ab einer sehr geringen Konzentration auf der Verpackung angegeben werden. Außerdem ist vorgeschrieben, dass "alle Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln auch im Internet aufgelistet werden müssen", erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. "Auf der Verpackung jedes Wasch- oder Reinigungsmittels muss die Adresse angegeben werden, über die die jeweilige Liste abgerufen werden kann." Dadurch soll gerade für Allergiker eine bessere Transparenz hergestellt werden.

Alle von t-online.de befragten Hersteller verweisen auf höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards und darauf, dass sämtliche Inhaltsstoffe in zahlreichen Tests auf ihre Verträglichkeit und ihr Allergierisiko geprüft werden. "Wobei", so Catherine Freier von Henkel, "in den meisten Fällen eine schädliche Wirkung erst ab einer bestimmten Menge und Konzentration eines fraglichen Stoffes auftritt. Für die Duftstoffe unserer Sensitivprodukte haben wir darüber hinaus spezielle Kriterien festgelegt." Diese allerdings seien wettbewerbsrelevant und werden daher nicht kommuniziert.

Es besteht Erklärungsbedarf

Doch um sich allein die Liste der Inhaltsstoffe genau anzusehen, braucht es eine Lupe und ein abgeschlossenes Chemiestudium. Denn wer weiß schon, was Trichlorhydroxydiphenylether ist? Und dass Cloxifenol, obwohl es auch zur Behandlung keimbesiedelter Ekzeme eingesetzt wird, bei zu häufigem Kontakt nicht nur die Hautflora schädigen, sondern auch zur Abwehr von Antibiotika führen kann? Wem ist klar, dass Enzyme, die dazu verwendet werden, um Eiweiß, Fett und Stärke auch bei niedrigen Temperaturen abzubauen, gentechnisch gewonnen werden und Allergien nicht nur auslösen, sondern auch verstärken können? Dass sich in Waschmitteln enthaltene optische Aufheller nicht nur unnötig und umweltschädigend sind, sondern auch unter Verdacht stehen, die Gesundheit anzugreifen? Wohingegen Enthärter wie Phosphat, Zeolith, Citrate und Silikate verhindern, dass sich Kalk auf der Wäsche absetzt und das dadurch weichere Wasser Ekzeme bei Kindern sogar unwahrscheinlicher macht?

Bernd Glassl empfiehlt die Broschüre "Haushalt und Pflege" des IKW. Dort findet sich die Beschreibung der meisten Inhaltsstoffe von Putz- und Pflegemitteln für den Haushalt.

Siegel sind zumindest ein Hinweis

Wer sich die Mühe nicht machen möchte, kann auch auf bestimmte Label achten. Die beiden bekanntesten Siegel für allergikerfreundliche Produkte werden vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) sowie von der Europäischen Allergieforschung (ECARF) vergeben.

Thomas Fuchs, Leiter der Allergologie an der Universitätsmedizin Göttingen, rät aber zur Vorsicht: "Auf die Siegel verlassen kann man sich nicht, denn es gibt keine allgemein anerkannten standardisierten Tests. Ehrlich gesagt frage ich mich immer, nach welchen Kriterien da untersucht wird."

Bequem ist nicht immer gesund

Das Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen rät aber nicht nur bei Wasch- und Putzmitteln zur Vorsicht: "Manche Kinder werden von ihren Müttern regelrecht traktiert mit Feuchttüchern, Flüssigseifen und feuchten Toilettentücher, weil es vermeintlich so bequem ist. Dabei enthalten gerade diese Produkte äußerst bedenkliche Duft- und Konservierungsstoffe."

Der Säureschutzmantel wird angegriffen, die Haut trocknet aus und ist dadurch empfindlicher für Allergieauslöser. "Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, eine solche Kontaktallergie bleibt lebenslang bestehen, geht einher mit Knötchen, Bläschen und Juckreiz. Das ist eine richtige Krankheit, bei der manche Patienten sogar stationär aufgenommen werden müssen."

Festgefahrene Muster aufbrechen

Für die Kinderhautpflege genügen rückfettende Babyseifen, etwas Öl und Wasser. Auch bei Waschmitteln ist es inzwischen relativ einfach, auf mildere Produkte auszuweichen. Steht man allerdings vor einem handelsüblichen Regal mit Putzmitteln, wird es schon deutlich schwieriger. Immer wieder wird dem Verbraucher suggeriert, dass man zum Beispiel um eine Toilette wirklich zu säubern, mindestens drei bis vier verschiedene Mittel braucht.

Wenn es um Sauberkeit geht, gilt es also in erster Linie, festgefahrene Muster in unseren Köpfen zu überarbeiten. Solche Muster, die von der Industrie ausgenutzt werden. Nicht umsonst arbeiten Sounddesigner und Psychoakustiker zum Beispiel an Staubsaugern, die grundsätzlich so klingen, als würde gerade enorm viel Dreck beseitigt.

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