Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit >

Gentest: Wird der Pränatest bald Leistung der Krankenkasse?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Die Zeit": "Pränatest" bald Kassenleistung  

Werden Behinderungen nicht mehr zugelassen?

22.01.2015, 14:10 Uhr | aro, t-online.de

Gentest: Wird der Pränatest bald Leistung der Krankenkasse?. Das Ungeborene im Mutterleib hat durch die Fortschritte der Medizin immer weniger Geheimnisse.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Ungeborene im Mutterleib hat durch die Fortschritte der Medizin immer weniger Geheimnisse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein simpler Bluttest kann einer Schwangeren verraten, ob ihr ungeborenes Kind behindert sein wird. Soll dieser Gentest bald von den Krankenkassen bezahlt werden? Werden wir zu einem Volk, das behinderte und kranke Kinder schon vor der Geburt aussortiert? Laut der Wochenzeitung "Die Zeit" wird der "Praenatest" bald Kassenleistung und wird unsere Gesellschaft verändern.

Bislang war für die sichere Diagnose des Down-Syndroms (auch Trisomie 21) eine Fruchtwasseruntersuchung nötig, die nicht ganz risikolos ist: In einem von 100 Fällen löst sie eine Fehlgeburt aus. Der Bluttest dagegen ist harmlos: Dazu wird nur Blut von der werdenden Mutter benötigt, in dem sich auch Erbmaterial des Embryos findet. Und er kann früher durchgeführt werden als die Fruchtwasseruntersuchung, nämlich schon ab der neunten Schwangerschaftswoche.

Der Test spürt die drei häufigsten Trisomien auf: das Down-Syndrom, also eine Trisomie des Chromosoms Nummer 21. Aber auch die Trisomien 13 oder 18 lassen sich nachweisen, die zu schweren Behinderungen führen, sowie Abweichungen bei der Anzahl der Geschlechtschromosomen. Weltweit haben bereits hunderttausende Frauen den Test in Anspruch genommen, der 2012 als "Praenatest" auch auf den deutschen Markt kam und bislang von den Krankenkassen nur in Ausnahmefällen bezahlt wird. Er kostet derzeit etwas über 800 Euro.

Schwangerschaftskalender 
Das passiert nach der Befruchtung

Verfolgen Sie Woche für Woche die faszinierende Entwicklung des ungeborenen Lebens. mehr

Wird der Test bald Kassenleistung?

Laut der "Zeit" wird der Praenatest bald eine Standard-Kassenleistung für alle Risikoschwangeren - also alle Frauen über 35, Schwangere mit einem verdächtigen Ultraschallbefund oder ungewöhnlichen Laborwerten, sowie Frauen, die bereits eine Fehlgeburt erlitten haben oder in deren Familie es eine Generkrankung gibt. Der Zeitung zufolge ist die Einführung der Kassenleistung unausweichlich, ein reiner Verwaltungsakt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (G-BA), der über den Leistungskatalog der Krankenkassen entscheidet, relativiert dies und sagt, das die endgültige Entscheidung noch nicht "präjudiziert" sei.

In einer Pressemitteilung schreibt der G-BA, dass er momentan erst mit den Beratungen begonnen habe, ob eine Erprobungsrichtlinie beschlossen werden soll. Wenn diese beschlossen würde, werde man "eine sichere Erkenntnisbasis" schaffen, das heißt, weitere Studien durchführen, ob der Praenatest geeignet ist, die risikoreichere Fruchtwasseruntersuchung teilweise unnötig zu machen. Erst danach folge dann die endgültige Entscheidung, ob der Test Kassenleistung wird oder nicht. Gerade wegen der großen ethischen Tragweite" werde dazu auf jeden Fall der Deutsche Ethikrat in die Entscheidungsfindung mit einbezogen, so der G-BA.

Betroffene brauchen Beratung und Unterstützung

Fakt ist: Eine Schwangere, die untersuchen lässt, ob ihr ungeborenes Kind an einem der häufigsten Gendefekte leidet, braucht umfassende Beratung. Was tun, wenn sich herausstellt, dass das Baby tatsächlich behindert ist? In neun von zehn Fällen entscheiden sich Betroffene für eine Abtreibung. Die "Zeit" malt eine Zukunft aus, in der es in unserer Gesellschaft keine Menschen mehr mit angeborener Behinderung geben wird. Ihnen werde ein Lebensrecht abgesprochen, sagen Kritiker. Down-Syndrom sei keine tödliche Krankheit und wir hätten kein Recht, dieses vor der Geburt festzustellen.

UMFRAGE
Was halten Sie von Pränataldiagnostik?

Wer soll das leisten?

Können und wollen Ärzte Paare beraten, die den Gentest durchführen lassen? Erfahrungswerte aus Frauenarztpraxen zeigen, dass oft einfachste Beratungsgespräche schon Fehlanzeige sind. Bei einem derart weitreichenden Thema wäre das jedoch dringend nötig. Mit einer Aufklärung über die jeweilige Erkrankung ist es nicht getan. Die werdenden Eltern müssen genau wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie ein behindertes Kind bekommen - oder sich dafür entscheiden, es abtreiben zu lassen.

In unserer "Eltern-Welt" finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Facebook-Fan werden und mitdiskutieren!


Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal