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Masern-Spätfolge SSPE: Eltern der kranken Aliana fordern Impfung

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Masern-Spätfolge SSPE  

Eltern der todkranken Aliana appellieren: konsequent gegen Masern impfen

28.02.2015, 12:17 Uhr | Ulrike von Leszczynski, t-online.de, dpa

Masern-Spätfolge SSPE: Eltern der kranken Aliana fordern Impfung. Masern: Mirella Kunzmann spricht mit ihrer kranken Tochter Aliana. Das Mädchen leidet an chronischer Masern-Gehirnhautentzündung. (Quelle: dpa)

Mirella Kunzmann spricht mit ihrer kranken Tochter Aliana. Das Mädchen leidet an chronischer Masern-Gehirnhautentzündung. (Quelle: dpa)

Wie schrecklich die möglichen Spätfolgen von Masern sind, zeigt der Fall der fünfjährigen Aliana aus Hessen. Das Mädchen leidet an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE, die immer tödlich verläuft. Angesichts der Masern-Welle in Berlin appellieren Alianas Eltern, unbedingt die Schutzimpfungen gegen Masern wahrzunehmen.

In Berlin sind seit Oktober über 50 Babys an Masern erkrankt und ein nicht gegen Masern geimpftes Kleinkind ist im Februar an der Krankheit gestorben. "Als wir von dem Berliner Todesfall gehört haben, waren wir sehr traurig. Es ist unverständlich, warum die Leute nicht wach werden und sich nicht konsequenter impfen lassen. Jeder sollte die Möglichkeit nutzen und Vorsorge betreiben", sagte Alianas Vater Suvarez.

Mutter hatte keinen ausreichenden Masern-Impfschutz

Das Mädchen aus Bad Hersfeld war als Säugling nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Ihre Mutter Mirella war durch das Raster gefallen, als in den 1970 und 1980er Jahren nur unzureichend gegen Masern geimpft wurde. Denn nur Mütter mit Antikörpern können ihren Kindern den Nestschutz mitgeben, der das Neugeborene in den ersten vier bis fünf Monaten schützt. Doch auch dann bleibt ein Risiko, denn geimpft werden Kinder in der Regel erst ab dem elften Monat. Aliana hatte offenbar unbemerkt mit drei Monaten die hochansteckenden Masern bekommen.

Die wichtigsten Fakten 
Fragen und Antworten rund um Masern

Der Ausbruch ist beispiellos für Berlin: In der Hauptstadt sind mehr als 500 Menschen an Masern erkrankt. Video

"Leider können uns die Mediziner keine Hoffnung machen."

Als sie vier Jahre alt war, trat bei ihr eine gefürchtete Masern-Spätfolge auf: Subakute Sklerosierende Panenzephalitis, kurz SSPE. Aktuell geht es Aliana "nicht gut", wie ihr Vater mit gedrückter Stimme sagt. Es sei ein ständiges Auf und Ab. "Es ist sehr schwer, sein eigenes Kind so zu sehen. Ohne unsere Hilfe kann sie gar nichts machen", erklärt er. "Leider können uns die Mediziner auch keine Hoffnung machen."

SSPE ist selten - aber immer tödlich

Zwar kommen pro Jahr in Deutschland nur zwei bis sechs SSPE-Fälle vor. Doch für daran erkrankte Kinder gibt es keine Rettung. Die Tragik ist, dass SSPE vermeidbar ist, wenn man Kinder vor Masern schützt.

Bei SSPE überwinden die Masern-Viren die Blut-Hirn-Schranke im Körper, vor allem bei sehr kleinen Kindern. Die Erreger vermehren sich dann im Gehirn und zerstören Nervenzellen. Bei einem Kind verläuft die Entwicklung dann rückwärts: Es verlernt zum Beispiel zu sprechen, die Motorik bildet sich zurück. "SSPE tritt oft erst Jahre nach einer überstandenen Masern-Erkrankung auf und verläuft leider immer tödlich", sagt Jakob Maske, Sprecher des Berliner Berufsverbandes der Kinderärzte. "Es gibt keine Therapie."

Lieber Impfnachweis für Kita als pauschale Impfpflicht

"Die Häufigkeit von SSPE ist lange unterschätzt worden", sagte Jan Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission. Früher sei man von einem Fall auf zwei Millionen ausgegangen. Studien aus den USA hätten aber gezeigt, dass der Risikofaktor bei 1 zu 1000 bis 3000 liege. "Das ist nicht harmlos, aber auch kein Grund zur Panik", sagte Leidel. Die Pocken hätten früher Todesfallraten von 30 bis 40 Prozent gehabt. Diese Krankheit wurde in Deutschland durch eine Impfpflicht ausgerottet.

UMFRAGE: MASERNIMPFUNG
Lassen Sie Ihr Kind gegen Masern impfen?

Trotz der Masernwelle in Berlin hält Leidel - ebenso wie viele Bundespolitiker - eine Impfpflicht für Masern für den falschen Weg. "Erwägenswert wäre aber der Nachweis einer Impfung, bevor ein Kind in die Kita oder Schule kommt", sagt er. Diesen indirekten Druck fordern auch Deutschlands Kinderärzte, um unnötige Ansteckungen zu vermeiden.

Vor der Schwangerschaft Masern-Impfschutz prüfen

Die Ausrottung der Masern war zuletzt für 2015 geplant. Wenn die Impfquoten bei Kindern auch immer besser geworden sind, so gibt es doch weiter Lücken. Bei Erwachsenen sind die Quoten in einigen Altersgruppen sogar schlechter. Und für Säuglinge ist das Masern-Risiko deutlich höher, wenn ihre Mütter nicht geimpft sind

Deshalb sollten alle Frauen mit Kinderwunsch prüfen, ob sie ausreichend gegen Masern geimpft sind, bevor sie schwanger werden. Während der Schwangerschaft könne die Immunisierung nicht mehr nachgeholt werden, sagt Leidel.

Besonders die in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Frauen haben oft keinen vollständigen Impfschutz. Heutzutage sind zwei Impfungen gegen Masern üblich, doch damals wurden viele Kinder nur einmal geimpft. Ein Blick in den Impfpass gibt Aufschluss. Außerdem liefert ein Schnell-Check auf der Seite impfen-info.de einen Anhaltspunkt über der Masern-Impfstatus.

Kinderärzte: "Kinder haben ein Grundrecht auf Impfung"

Wer seinem Kind bewusst eine Impfung verweigere und der Gefahr aussetze, an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit zu erkranken oder zu sterben, handele gegen das Kindswohl, heißt es in einer Mitteilung des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte. "Kinder sind kein Besitztum ihrer Eltern, keine Objekte, sondern Persönlichkeiten mit eigenen Rechten. Dazu gehört auch nach Auffassung der Vereinten Nationen das Grundrecht auf Schutz vor schwerwiegenden Erkrankungen durch Impfung."

Masern-Impfung auch für ungeschützte Eltern

Und noch eines könnte langfristig helfen, die Masern in Deutschland auszurotten: Wenn Kleinkinder die reguläre Masernimpfung bekommen, sollten nicht geschützte Eltern gleich ebenfalls geimpft werden. Doch das könnten Kinderärzte nicht, weil sie Patienten über 18 Jahre nicht behandeln dürften. Dazu sagt der Pressesprecher des Berufsverbands, Sean Monks: "Diese Regelung halten wir bei Masern für falsch. Kinderimpfungen sind der einfachste Weg, um auch Eltern zu überzeugen."

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