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Foodwatch untersucht Kinderlebensmittel: Werbeverbot gefordert

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Scharfe Kritik an Kinderprodukten  

Foodwatch fordert Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel

27.08.2015, 11:32 Uhr | Anja Sokolow, AFP, dpa

Foodwatch untersucht Kinderlebensmittel: Werbeverbot gefordert. Foodwatch hat insgesamt 281 sogenannte Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen. Das Urteil fällt vernichtend aus. (Quelle: Foodwatch)

Foodwatch hat insgesamt 281 sogenannte Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen. Das Urteil fällt vernichtend aus. (Quelle: Foodwatch)

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert ein Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel. Die freiwillige Selbstbeschränkung bei der Werbung sei wirkungslos. Foodwatch untersuchte rund 280 Produkte. 90 Prozent davon seien zu süß oder zu fettreich. Experten warnen vor Folgen wie Fettleibigkeit und Diabetes.

"Freiwillige Maßnahmen, die Kindermarketing verantwortungsvoller gestalten sollen, sind gescheitert", sagte der Experte für Kinderernährung bei Foodwatch, Oliver Huizinga. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) müsse dafür sorgen, dass nur noch gesunde Lebensmittel an Kinder vermarktet werden dürfen. Nötig sei eine Regelung auf Basis von Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO, sagte Huizinga.

Das sogenannte Nährstoff-Profiling der WHO hilft, Lebensmittel nach ihrem Gehalt an Fetten, Zucker und Salz in Kategorien einzuteilen. Regierungen können das Modell als Grundlage für Werbeverbote nutzen.

Lebensmittelindustrie nennt Foodwatch-Untersuchung "unseriös"

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) als Branchen-Spitzenverband kritisierte die Studie scharf. "Foodwatch verunglimpft sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel aufgrund von Nährwertprofilen, die eine reine Empfehlung und keine verpflichtende Vorgabe darstellen, erst vor wenigen Monaten veröffentlicht und zudem in einem intransparenten Verfahren bestimmt wurden", erklärte BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Die Einteilung von Lebensmitteln in gut und schlecht oder gesund und ungesund sei ernährungswissenschaftlich nicht begründbar.

Im Jahr 2007 hatten zahlreiche Lebensmittelhersteller im Rahmen einer EU-Initiative zugesichert, Regeln für an Kinder gerichtetes Marketing einzuhalten. Laut Foodwatch sollen dadurch nur noch Lebensmittel, die bestimmte Nährwertanforderungen erfüllen, an Kinder unter zwölf Jahren beworben werden. Doch laut der Foodwatch-Studie erfüllen 90 Prozent der Lebensmittel der Unterzeichner in Deutschland die WHO-Kriterien nicht. Die Unternehmen hielten sich zwar weitgehend an die Selbstverpflichtung, aber aus Sicht der Verbraucherschützer seien diese Kriterien "zu lasch".

"Kinderlebensmittel" sind häufig Süßigkeiten

Der Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Dietrich Garlichs, sagte, die meisten als Kinderlebensmittel bezeichneten Lebensmittel seien "schlichtweg Süßigkeiten". "Marketing für 'Kinderlebensmittel' muss per Gesetz eingedämmt werden, sonst werden wir die Welle der Fehlernährung und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nicht stoppen", argumentierte Garlichs.

"Tsunami an Krankheiten"

15 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten laut Studien als übergewichtig. Das sind deutlich mehr als noch in den 1990er Jahren. Einer der Gründe: "Heute kann man zu jeder Zeit und an jeder Ecke Softdrinks und Industrienahrung bekommen", sagt Garlichs. Die Folgen seien verheerend, betont er mit Blick auf Diabetes und andere chronische Krankheiten. Von einem regelrechten "Tsunami an Krankheiten", der auf die Deutschen und Europäer zurolle, warnt auch Stefanie Gerlach vom Vorstand der Deutschen Adipositas Gesellschaft.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) meint, dass Verbote von Lebensmitteln oder Werbeverbote der falsche Weg seien, um einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Wichtig seien Bildung und Transparenz. "Klar ist aber auch: Was drauf steht, muss auch drin sein." Verbraucher dürften von Angaben auf der Verpackung nicht getäuscht werden.

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