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Herzfehler HLHS: Kendal Flitcroft überlebt mit halbem Herz

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Ärzte gaben ihr nur 24 Stunden  

Tapferes Baby Kendal überlebt mit halbem Herz

21.03.2016, 12:15 Uhr | cst, t-online.de

Als Kendal Flitcroft geboren wurde, gaben ihr die Ärzte noch 24 Stunden zu leben. Das Mädchen aus Irland war mit nur einem halben Herz auf die Welt gekommen. Jetzt feierte die kleine Kämpferin ihren ersten Geburtstag - ein großes Wunder.

Vorsichtig drückt Dawn Flitcroft ihre Tochter an sich, zu zart und zerbrechlich ist das Mädchen, um das sie in den zwölf Monaten so sehr gebangt hat. Pünktlich zum ersten Geburtstag durfte die glückliche Mutter ihr fünftes Kind mit nach Hause nehmen.

"Ich bereitete mich schon auf den Abschied vor"

Die Chancen dafür standen alles andere als gut. Kendal kam zu leicht und mit einem sehr seltenen Herzfehler zur Welt. Zudem fehlt ihr ein Ohr. "Das erste Mal, als ich sie in meinen Händen hielt, bereitete ich mich schon auf den Abschied vor", erzählt die Mutter, denn die Ärzte hatten ihr gesagt, dass es so gut wie keine Chance gäbe, dass Kendal die Nacht überleben würde.

HLHS: Kendal fehlt das halbe Herz

Bei dem Mädchen wurde das hypoplastische Linksherz-Syndrom (HLHS) diagnostiziert. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen schwerwiegenden Herzfehlbildungskomplex, bei dem unter anderem die linke Herzkammer sehr klein ist oder ganz fehlt. Wird HLHS vorgeburtlich erkannt, gilt es als Abtreibungsgrund.

Mittlerweile gibt es jedoch mit der sogenannten Norwood-Prozedur die Möglichkeit, die Fehlbildungen zu lindern. Dazu sind drei Operationen nötig, eine kurz nach der Geburt, eine zweite einige Monate später und eine abschließende dritte nach zwei bis drei Jahren.

Lebensrettende Operation in Birmingham

Das kleine Mädchen zeigt gleich nach der Geburt zum ersten Mal, dass sie ein Kämpferin ist. Entgegen der Prognose der Ärzte überlebt sie. Als nach 24 Stunden die Diagnose HLHS feststeht, wird sofort die erste der drei Norwood-Operationen durchgeführt, ohne die das Kind nicht länger überleben könnte. Dafür müssen Mutter Dawn und Kendal vom nordirischen Belfast ins über 500 Kilometer entfernte Birmingham verlegt werden. Der hochkomplizierte Eingriff, bei dem der Brustkorb weit geöffnet werden muss, kann nur von wenigen Spezialisten durchgeführt werden.

"Es war wie ein Alptraum, aus dem ich nicht erwachen konnte", beschreibt Dawn ihre Gefühle. Doch der Eingriff gelingt. Dawn schöpft Hoffnung, während Kendal Kräfte für die nächste OP sammelt.

Drei Herzinfarkte bei der zweiten OP

Nach vier Monaten ist es soweit. Wieder wird Kendal von den Herzspezialisten in Birmingham operiert. Doch es gibt Probleme. Das Mädchen erleidet während des Eingriffs drei Herzinfarkte, muss mehrfach wiederbelebt werden. Die Ärzte entscheiden, die OP abzubrechen. "Wieder mussten wir uns auf das Schlimmste vorbereiten", sagt Mutter Dawn.

Und wieder zeigt Kendal ihre Kämpferqualitäten. Drei Monate erholt sie sich, bevor die schwere Operation erneut gewagt wird. Diesmal gelingt es. "Das Hypoplastische Linksherz-Syndrom ist sehr selten und sehr komplex. Kendal hat ihre ersten beiden Operationen überstanden und wir sind sehr zufrieden mit ihrer Entwicklung", sagt der Herzchirurg Phil Botha, der Kendal operiert hat.

Der abschließende dritte Eingriff ist geplant, wenn Kendal vier Jahre alt ist.

Kendal darf nach Hause

Dem Mädchen geht es inzwischen so gut, dass es zu Hause bei seiner Familie leben darf. "Heute kann ich gar nicht glauben, wie weit Kendal gekommen ist. Sie ist mein kleines Wunder-Baby und hat schon viel mehr durchgemacht als alle anderen Menschen, die ich kenne", sagt Mutter Dawn überglücklich.

Sie erzählt, dass Kendal gern mit den Geschwistern spielt und erste Worte brabbelt. "Kendal ist wie jedes andere Mädchen in ihrem Alter. Vielleicht bekommt sie nach allem ein paar mehr Umarmungen und Küsse als gewöhnlich."

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