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Tele-Sprechstunde mit "Pädexpert": Schnellere Diagnose für Krankheiten

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Pilotprojekt in Bayern  

Telemedizin - schnellere Diagnose für kranke Kinder

16.08.2016, 12:23 Uhr | Simone Blass, t-online.de

Tele-Sprechstunde mit "Pädexpert": Schnellere Diagnose für Krankheiten. Schnell einen Spezialisten finden - das ist besonders für Kinder mit seltenen und komplizierten Krankheiten wichtig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schnell einen Spezialisten finden - das ist besonders für Kinder mit seltenen und komplizierten Krankheiten wichtig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Telemedizin - was futuristisch klingt, wird in Bayern flächendeckend ausprobiert. "Pädexpert" vernetzt niedergelassene Kinder- und Jugendärzte mit der ambulanten Spezialpädiatrie.

Die Kinder- und Jugendärzte in Deutschland können jetzt, wenn ein Krankheitsverlauf besonders kompliziert oder selten ist, schnell und unbürokratisch das Fachwissen eines Spezialisten zu Rate ziehen.

Abklärung innerhalb von 24 Stunden

Mit dem vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eingeführten Expertenkonsil "Pädexpert" können sie diese Fälle online einem Spezialisten vorstellen und innerhalb von 24 Stunden mit der Abklärung zum Beispiel von unklaren Untersuchungsergebnissen rechnen - unabhängig von Praxisöffnungszeiten.

Aber nicht nur das: Auch kleine Patienten mit seltenen oder chronischen Erkrankungen profitieren vom System. Denn so können unkompliziert auch über weite Entfernungen Therapieverläufe kontrolliert und angepasst werden. Ein Vorteil gerade auch in ländlichen Gebieten, der Patienten und ihren Eltern lange Anfahrtszeiten und das Warten in Fachambulanzen erspart.

Zeitentkoppelt arbeiten

"Wir Ärzte arbeiten alle unter Zeitdruck. Jetzt muss ich nicht mehr versuchen, einen Kollegen während seiner und meiner Sprechzeit zu kontaktieren, sondern kann ihm die Anfrage auch in der Mittagspause oder nach der Sprechstunde schicken. Und er beantwortet sie, wenn er Zeit hat", erklärt der Nürnberger Kinderarzt Wolfgang Landendörfer, einer der Erfinder des Systems.

Diese zeitliche Unabhängigkeit wird vor allem von weiblichen Ärzten geschätzt, die inzwischen den Großteil des Nachwuchses ausmachen und die häufig Beruf und Familie miteinander vereinbaren möchten.

Anreiz für ambulante Medizin in ländlichen Gebieten

Bereits ein Drittel aller Kinderarztpraxen ist mit über 60-Jährigen besetzt. Es ist damit zu rechnen, dass diese Praxen in den nächsten fünf bis sieben Jahren neu besetzt werden müssen. Eine Herausforderung, gerade im ländlichen Raum, in dem es bereits einige Versorgungslücken gibt.

Gemeinsam mit Otto Laub aus Rosenheim und Martin Lang aus Augsburg hat der Nürnberger Kinderarzt "Pädexpert" entwickelt - und so von überall her schnellen Zugriff auf Expertenwissen ermöglicht. Gefördert wird das Projekt mit Geldern der Bayerischen Staatsregierung. Dank des mehrfach ausgezeichneten Systems konnte bereits während der eineinhalbjährigen Pilotphase rund 500 Kindern und Jugendlichen geholfen werden.

Der Zeitraum, bis eine Diagnose gestellt wurde, war dabei um rund 17 Tage kürzer war als üblich. Und drei Wochen können lang sein, wenn man sich um ein Kind Sorgen macht. "Von der Idee und der Qualität her hat sich 'Pädexpert' von Anfang an bewährt. Nur die Benutzerfreundlichkeit galt es noch zu optimieren", so Landendörfer auf die Frage nach den Kinderkrankheiten des Systems. Besonders im Blick: die Datensicherheit.

In wenigen Stunden eine zweite Meinung einholen

Jeder Kinder- und Jugendarzt ist bereits ein Facharzt mit fundierter und sehr breiter Ausbildung. "Bei Spezialfragestellungen brauchen aber auch wir einen Experten. Und zwar einen, der wiederum auf Kinder spezialisiert ist", erklärt Landendörfer.

Früher seien Überweisungen ausgestellt worden und man habe auf einen Termin warten und manchmal weite Wege bis zum nächsten Spezialisten in Kauf nehmen müssen. "Mit 'Pädexpert' haben wir eine Diagnosestellung in der Regel bereits innerhalb von wenigen Stunden." Weiterer Vorteil: Das Kind kann in seinem vertrauten Umfeld weiterbehandelt werden.

"Pädexpert" wird sehr gut angenommen

Noch sind zwar viele, aber nicht alle Fachrichtungen vertreten. "Wir mussten mit einer Auswahl starten", so Landendörfer. "Aktuell haben wir 36 Spezialisten aus zwölf verschiedenen Behandlungsgebieten, die nach und nach ergänzt werden. Geplant sind außerdem Module für ADHS, für ernährungsgestörte Kinder, aber auch für unklare Bewegungsstörungen. Die Vorarbeiten sind bereits geleistet."

Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVJK), spricht hier von einem Meilenstein in der Gesundheitsversorgung. Auch die Krankenkassen stehen dem positiv gegenüber. Die erste war die Barmer GEK, die AOK hat nachgezogen, mit den Betriebskrankenkassen steht man gerade in Verhandlung. Damit wären rund drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland durch "Pädexpert" zusätzlich abgesichert.

Patientendaten müssen geschützt werden

Teilnehmen kann jeder niedergelassene Kinder- und Jugendarzt. "Investieren muss er nichts. Er muss nur Mitglied im Berufsverband sein und einen Rechner mit Internetanschluss haben - keine Selbstverständlichkeit, denn manche Kollegen haben Angst um ihre sensiblen Patientendaten", weiß Landendörfer.

Dabei sind diese bei "Pädexpert" so sicher wie fast nirgends sonst. Bei der Übertragung von Anfragen werden nämlich die persönlichen Daten des kleinen Patienten von den medizinischen Daten getrennt, auf verschiedenen Servern gespeichert und grundsätzlich nur verschlüsselt weitergegeben.

Kinderarzt ansprechen

Eltern, deren Kind einen unklaren oder chronischen Krankheitsverlauf hat,  sollten den behandelnden Kinder- und Jugendarzt auf "PädExpert" ansprechen. Oder auf der Patientenseite des BVKJ nachsehen, welche Praxen bereits teilnehmen - und so die Möglichkeit haben, jederzeit auf spezialisiertes Fachwissen zuzugreifen.

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