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Struwwelpeter-Syndrom: Wieso manche Kinder unkämmbare Haare haben

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Unkämmbare Haare  

Forscher entdecken "Struwwelpeter-Gene"

22.11.2016, 07:34 Uhr | AFP

Struwwelpeter-Syndrom: Wieso manche Kinder unkämmbare Haare haben. Zerzauste Haare? Gene können daran schuld sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zerzauste Haare? Gene können daran schuld sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Forscher der Universitäten Bonn und Toulouse haben "Struwwelpeter-Gene" entdeckt, die dazu führen, dass die Haare unkämmbar sind. Über die Ursachen war bislang so gut wie nichts bekannt - wohl auch deshalb, weil es nur ganz wenige Fälle gibt.

Dass Kinder nicht immer einfach zu frisieren sind, wissen viele Eltern aus eigener Erfahrung. Doch auch die hartnäckigsten Knoten lassen sich in der Regel - mit viel Geduld - lösen. Beim "Struwwelpeter-Syndrom" haben Bürste oder Kamm dagegen nicht den Hauch einer Chance.

Die Betroffenen haben extrem krause, trockene, meist hellblonde Haare mit charakteristischem Glanz, die sich jedem Bändigungsversuch widersetzen. Am ausgeprägtesten sind diese Symptome in der Kindheit - sie lassen dann mit der Zeit nach.

Struwwelpeter-Syndrom (Quelle: Uni Bonn/privat)Struwwelpeter-Syndrom (Quelle: Uni Bonn/privat)

Früher als "Syndrom" beschrieben

Im Jahr 1973 wurde das "Struwwelpeter-Syndrom" erstmals in der Fachliteratur beschrieben. Mittlerweile sind weltweit gut hundert Fälle dokumentiert. Die Forscher gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. "Wer unter unkämmbaren Haaren leidet, sucht deshalb nicht unbedingt einen Arzt oder eine Klinik auf", erklärte Regina Betz vom Institut für Humangenetik der Universität Bonn.

Immerhin ist bekannt, dass die Anomalie in manchen Familien gehäuft vorkommt. Die Forscher analysierten nun die Gene von etwa einem Dutzend betroffener Kinder und identifizierten Mutationen in drei Genen mit den Kürzeln PADI3, TGM3 und TCHH, die an der Bildung des Haars beteiligt sind.

Gen auch bei Tieren nachgewiesen

Störungen bei nur einer der Komponenten haben demnach fundamentale Auswirkungen auf die Struktur und Stabilität der Haare. Mäuse, bei denen das PADI3- oder das TGM3-Gen defekt ist, entwickeln demnach charakteristische Fell-Anomalien, die dem menschlichen Struwwelpeter sehr ähnlich sind.

Die gute Nachricht: Während manche Haarerkrankungen mit schweren Begleiterkrankungen einhergehen, müssen sich Struwwelpeter keine Sorgen machen. Das Phänomen tritt den Forschern zufolge meist isoliert und ohne weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen auf. Die Studie wurde im "American Journal of Human Genetics" veröffentlicht.

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