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Adipositas: Lebensstil der Eltern beeinflusst Veranlagung

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Übergewicht vererbt sich  

Essverhalten der Eltern belastet später die Kinder

15.03.2016, 15:36 Uhr | Sabine Dobel, dpa

Adipositas: Lebensstil der Eltern beeinflusst Veranlagung. Studien haben gezeigt, dass Fettleibigkeit vererbt werden kann.  (Quelle: dpa)

Studien haben gezeigt, dass Fettleibigkeit vererbt werden kann. (Quelle: dpa)

Dicke Eltern, dicke Kinder - das ist nicht nur ein Klischee. Wenn Eltern rauchen oder fettes Essen lieben, verändert sich ihr Erbgut. Damit geben sie die Neigung zu Übergewicht, Diabetes und Asthma an ihre Kinder weiter. Eine neue Studie belegt diesen epigenetischen Einfluss.

Werdende Mütter sollen gesund essen und nicht rauchen, damit das Kind gesund bleibt. Wissenschaftliche Studien zeigen allerdings immer deutlicher: Das allein reicht nicht. Auch das Essverhalten des Vaters vor der Zeugung und der Lebenswandel der Eltern insgesamt schlagen auf den Nachwuchs durch: Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes können vererbt werden. Kinder von Rauchervätern haben eher Asthma.

Lebensstil wirkt sich auf Aktivität der Gene aus

Zwar ändern sich durch das Rauchen oder durch fette und ungesunde Ernährung vermutlich nicht die Gene selbst. Aber die Wirkweise und Regulation bestimmter Gen-Sequenzen wird beeinflusst - und diese epigenetischen Faktoren sind ebenfalls erblich.

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"Es gibt keine Zweifel, dass es von Generation zu Generation eine Weitervererbung nicht nur der reinen Gen-Sequenzen, sondern auch der Gen-Regulationsbandbreite gibt", sagt Thomas Meitinger, Leiter des Instituts für Humangenetik am Münchner Uni-Klinikum rechts der Isar. Tierversuche hätten das belegt. Beim Menschen seien Studien nicht zuletzt wegen der langen Generationszeiten schwieriger.

Mütterlicher Einfluss auf Übergewicht und Diabetes 

Bisher untersuchten Wissenschaftler vor allem den Einfluss der väterlichen Seite - schon allein weil Spermien leichter zu gewinnen und untersuchen sind als Eizellen. Nun weist eine Studie mit Mäusen nach, dass bei Übergewicht und ernährungsbedingtem Diabetes der mütterliche Einfluss noch größer ist als der väterliche.

Die Studie ist im Fachjournal "Nature Genetics" veröffentlicht worden. Beteiligt waren Forscher des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung.

Die Konstitution der Eltern zum Zeitpunkt vor der Schwangerschaft habe Auswirkungen auf die nächste Generation, sagt der Initiator der Studie, Martin Hrabe de Angelis. Er ist Direktor des Instituts für Experimentelle Genetik (IEG) am Helmholtz Zentrum.

Die Faustformel "dicke Eltern, dicke Kinder" sei bekannt. Das Argument, es liege "an den Genen", wurde allerdings oft als Ausrede gewertet. "Jetzt ist klar, dass das wirklich über die Keimzellen vermittelt wird", sagt Hrabe de Angelis. "Der Effekt ist zumindest im Tierversuch massiv."

Erklärung für rasante Ausbreitung von Diabetes 2

Der Forscher fügt hinzu: "Das könnte eine weitere Ursache für die epidemieartige Zunahme von Diabetes Typ-2 sein." Denn der schnelle Anstieg weltweit lasse sich durch die Veränderung der DNA selbst kaum erklären. 

Die Münchner Forscher verwendeten Tiere, die durch fettreiche Nahrung Übergewicht und einen Typ-2-Diabetes entwickelt hatten. Ihre Nachkommen wurden durch künstliche Befruchtung gezeugt und von Leihmüttern ausgetragen. Damit waren Einflussfaktoren wie die Ernährung des Embryos in der Gebärmutter einer stoffwechselgestörten dicken Mutter, aber auch deren Verhalten in der Schwangerschaft ausgeschlossen.

"Wir sehen, dass es einen massiven Einfluss in die nächste Generation gibt, der nur über die Keimzellen vermittelt werden kann. Und wir sehen unterschiedliche Effekte, was die mütterliche und die väterliche Seite betrifft", sagt Hrabe de Angelis.

So wirkt sich Papas fettes Essen auf die Kinder aus

Erst im Januar hatten US-Forscher im Fachjournal "Science" eine Mäusestudie veröffentlicht, nach der fettreiche Ernährung des Vaters den Stoffwechsel der Nachkommen negativ beeinflussen kann.

Zuvor hatten Wissenschaftler aus Kopenhagen gezeigt, dass die Anfälligkeit für Übergewicht auch bei Menschen an die nächste Generation weitergegeben werden kann. In beiden Fällen fanden die Forscher epigenetische Veränderungen in Spermien; sie betrafen etwa die Regulierung von Genen zur Steuerung von Appetit.

Selbst Ex-Raucher erhöhen Asthma-Risiko ihrer Kinder

Ein Untersuchung der norwegischen Universität in Bergenwies zeigte wiederum, dass Kinder von Ex-Rauchern ein erheblich höheres Asthma-Risiko haben, selbst wenn die Väter lange vor der Zeugung mit dem Laster aufhörten. Wer vor der Zeugung über zehn Jahre rauchte, erhöhte demnach das Asthmarisiko seiner Kinder um 50 Prozent.

Darwins Ahnung hat sich bestätigt

Schon Charles Darwin habe in seinen Theorien zu Vererbung und Evolution die Möglichkeit eingeschlossen, dass Eltern im Laufe ihres Lebens erworbene Eigenschaften an ihre Nachkommen weitergeben könnten, sagt Studienleiter Johannes Beckers.

Der Umkehrschluss: Guter Lebenswandel zahlt sich noch Generationen später aus. Denn epigenetische Vererbung ist anders als genetische Vererbung prinzipiell umkehrbar. Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 könnten also bei entsprechendem Lebenswandel über die Generationen wieder abnehmen. Hrabe de Angelis: "Das gibt Hoffnung."

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