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Rauchen und trinken in der Schwangerschaft

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Alkoholschäden  

Viele Frauen rauchen und trinken in der Schwangerschaft

08.10.2008, 11:41 Uhr | ruf, dpa

Rauchen und trinken in der Schwangerschaft. Viele Frauen trinken trotz Schwangerschaft.

Viele Frauen trinken trotz Schwangerschaft. (Foto: Archiv)

In Deutschland kommen jährlich rund 10.000 Babys mit Alkoholschäden zur Welt. Etwa 4000 davon haben das Vollbild des "Fetalen Alkoholsyndroms" (FAS) und sind ihr Leben lang körperlich und geistig schwerbehindert, warnt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Des Weiteren ist bekannt, dass ein Drittel der Frauen auch in der Schwangerschaft raucht. Es drohen erhebliche Gesundheitsschäden beim Kind.

Schäden durch das Rauchen

Die Kinder von Raucherinnen kommen häufig zu früh und mit niedrigem Gewicht auf die Welt. Das Risiko einer Fehlgeburt ist erhöht. Bei den Kindern finden sich häufiger Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, und sie sind stärker gefährdet, an Blutkrebs und Asthma zu erkranken. Auch ein plötzlicher Kindstod ereignet sich offenbar öfter als bei Babys mit Nichtraucher-Müttern.

Viele Schwangere trinken Alkohol

In einer Studie der Berliner Charité gaben 58 Prozent der befragten Schwangeren an, gelegentlich Alkohol zu trinken. "Doch es gibt keinen sicheren Grenzwert für ungefährlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft", betonte Bätzing zum Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes.

Bewusstsein muss geschärft werden

Das Bewusstsein für die mögliche Beeinflussung des Kindes, die sich auch nach einem gelegentlichen "Gläschen in Ehren" der Mutter schon in leichten körperlichen und psychischen Schädigungen oder Verhaltensauffälligkeiten äußern könne, müsse bei Ärzten, Hebammen und Schwangeren weiter geschärft werden. "Frauen aus der Mittelschicht erliegen diesem Irrtum besonders häufig", so Bätzing. Sie empfiehlt deshalb einen freiwilligen Fragebogen für die Schwangeren, um das Thema ins Bewusstsein zu rücken.

Kampftrinkende Teenie-Mütter

Darüber hinaus macht der Trend zum "Kampftrinken" mancher Jugendlicher nun auch bei den Schwangerschaften junger Frauen Sorge. Rauschtrinken berge nicht nur Gesundheitsgefahren für Jugendliche, sondern auch erhebliche Risiken für ungeborene Kinder, warnte die Berliner Beratungsstelle für alkoholgeschädigte Kinder. Nach dem jüngsten Berliner Suchtbericht ist das Rauschtrinken weiterhin ein Phänomen der Jugendkultur, das sich durch alle sozialen Schichten zieht. Im Jahr 2006 wurden 296 Jugendliche in der Hauptstadt mit einer Alkoholvergiftung in Kliniken gebracht. Im Jahr 2000 waren es noch 156.


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