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Großeltern auf Zeit: Oma und Opa per Agenturvermittlung

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Grosseltern auf Agenturvermittlung  

Oma und Opa auf Zeit: Wunschgroßeltern

13.11.2008, 16:29 Uhr | sca, t-online.de

Die Zwillinge Adem und Alyssa sind schon ganz aufgeregt. Gleich werden sie von Oma und Opa zum Spielen abgeholt. Doch Doris und Herbert Kulke sind keine normalen Großeltern, die Sechsjährigen sind nicht ihre leiblichen Enkel. Stattdessen betreuen die beiden Berliner Senioren die Kinder schon seit Monaten regelmäßig als Wunschoma und Wunschopa.

"Wir bringen Kinder und Senioren zusammen"

"Viele Familien wohnen weit voneinander entfernt oder haben aus anderen Gründen wenig Kontakt", sagt die Projektleiterin des Großelterndienstes in Berlin, Helga Krull. Außerdem seien viele Elternpaare oder Alleinerziehende berufstätig und daher froh um die Unterstützung durch die neuen Großeltern. So hätten sie auch mal Zeit für sich. "Mit der Idee der Wunschgroßeltern bringen wir Kinder und Senioren zusammen, die jeweils gerne Kontakt zur anderen Generation hätten", sagt Krull.

Kein billiger Babysitter-Ersatz

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland spezielle Agenturen, die Kontakte zwischen Senioren und Familien mit Kindern herstellen. "Prinzipiell übernehmen die Wunschomas und -opas aber keine Verpflichtungen wie Tagesmütter", betont Ingrid Honnacker von der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes in Duisburg, der ebenfalls als Vermittler tätig ist und weiterhin potenzielle Großeltern sucht. Auch sind die Wunschgroßeltern kein billiger Babysitter-Ersatz. Vielmehr sollen sie mit den Kindern spielen, malen und backen oder ins Kino gehen - wie leibliche Omas und Opas auch.

Fragen von außen nach den eigenen Enkeln

Wer Interesse an so einer Beschäftigung hat, kann sich bei einer Vermittlungsstelle in seiner Nähe melden. "Das kann man alleine oder zusammen mit dem Partner machen", erklärt Krull. So gebe es einzelne Wunschomas und -opas, aber auch Wahlgroßelternpaare wie die Kulkes. "Für manche ist das ein Problem, auch weil manchmal Fragen von außen kommen, warum man sich nicht mit seinen eigenen Enkeln beschäftigt", sagt Krull.

Rahmenbedingungen klären

In einem ersten Gespräch klären die Mitarbeiter des seit 1989 bestehenden Dienstes die Rahmenbedingungen: Wie alt sollen die Wahlenkel sein, und an welchen Tagen haben die Wunschgroßeltern Zeit. "Wie viel Zeit man investiert, ist den Großeltern selbst überlassen", erklärt Krull. "Es sollten jedoch nicht mehr als 20 Stunden pro Monat sein, weil es sonst zu viel wird. Andererseits sollte es sich natürlich auch lohnen, eine Stunde monatlich wäre daher zu kurz."

Agenturen klären rechtliche Voraussetzungen

Außerdem werden von den Vermittlungsstellen im Vorfeld rechtliche Aspekte wie der Schutz durch eine private Haftpflichtversicherung besprochen. Der Kinderschutzbund in Duisburg verlangt von den Bewerbern darüber hinaus ein polizeiliches Führungszeugnis. Weitere Voraussetzungen seien geistige und körperliche Fitness, damit die Wunschgroßeltern mit den Kindern zum Beispiel auch mal einen Ausflug unternehmen können, sagt Honnacker.

"Beide Seiten müssen sich wohl fühlen"

Sind diese Punkte geklärt, suchen die Organisatoren eine geeignete Familie, die in der Nähe wohnt und Kinder im gewünschten Alter hat. "Die Erwachsenen lernen sich zuerst bei uns kennen und entscheiden sich dann für eine sechswöchige Probezeit", sagt Krull. "Unsere Maxime ist: Beide Seiten müssen sich wohl fühlen." Auf diesem Weg kam auch das Ehepaar Kulke vor rund einem Jahr zu seinen beiden Enkelkindern. "Als wir beide zu arbeiten aufgehört haben und zu Hause waren, haben wir uns überlegt, was wir Soziales machen können", erzählt Herbert Kulke, der inzwischen 63 Jahre alt ist. "Als wir von dem Projekt im Radio gehört haben, dachten wir, es wäre schön, etwas mit Kindern unternehmen zu können."

Gleich das erste Treffen klappte

Obwohl die Kulkes keine eigenen Kinder haben, klappte bereits das erste Treffen mit den sechsjährigen Zwillingen bestens. "Die Kinder sind damals gleich aus dem Auto gesprungen und haben uns umarmt", erinnert sich Doris Kulke. Das sei das Schöne an ihrer Tätigkeit als Wunschoma: "Die beiden entwickeln sich unheimlich schnell, und es ist toll, das mitzuerleben."

Weiterbildungen und Ausflüge werden organisiert

Die meisten Vermittlungsstellen lassen die Wunschomas und -opas auch nach dem ersten Kontakt mit ihren neuen Familien nicht allein. Der Kinderschutzbund in Duisburg beispielsweise bietet den Senioren ein monatliches Treffen an, bei dem Erfahrungen und Probleme angesprochen werden können. Das gibt es auch beim Berliner Großelterndienst. Dort wird dann beispielsweise der Umgang mit quengeligen Kindern oder pubertierenden Jugendlichen diskutiert. Außerdem organisiert der Vermittlungsdienst Weiterbildungen und Ausflüge für die Großeltern.

Hier erhalten Sie weitere Informationen

Informationen: Großelterndienst Berlin, Ansbacher Straße, 10777 Berlin (Tel.: 030/213 55 14, mittwochs und donnerstags von 12.00 bis 17.00 Uhr, Internet: www.grosselterndienst.de); Deutscher Kinderschutzbund, Ortsverband Duisburg, Adlerstraße 57, 47055 Duisburg (Tel.: 0203/35 35 22, montags bis donnerstags von 9.00 bis 12.00 Uhr, Internet: www.kinderschutzbund-duisburg.de). (Internet: Liste mit weiteren Vermittlungsstellen: www.patenschaften-aktiv.de)

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