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Läuse: Eier suchen geht auch ohne Ostern

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Eier suchen geht auch ohne Ostern

19.12.2008, 11:09 Uhr | Simone Blaß

Sie glauben, Läuse sind marienkäfergroße Tiere, die auf einen Blick zu erkennen sind? Sie sind sich sicher, Sie und Ihre Kinder würden nie Läuse bekommen, denn schließlich waschen Sie sich ja und halten Ihre Wohnung sauber? Sie sind zu bemitleiden. Und zwar spätestens dann, wenn die Invasion auch Ihre Barrieren überwindet. Und das wird sie tun, früher oder später.

Diese Lauser

Seien Sie also vorbereitet auf den Satz: „Mama, mich juckt es so komisch!“ Das allerdings wird Ihnen sowieso nur beim ersten Mal passieren, genau wie ein Kommentar Ihres Nachwuchses im Sinne von  „Cool, jetzt haben wir auch endlich mal die Läuse!“ Denn erstens werden Sie, wenn Sie das einmal mitgemacht haben, die kleinsten Anzeichen schon zu deuten wissen und zweitens werden Ihre Kinder von nun an jedes Mal schreiend die Flucht ergreifen, wenn Sie wieder einmal beim Haarekämmen diesen starren Blick bekommen. Denn Läuse zu beseitigen ist weiß Gott kein Spaß!

Auf alles vorbereitet

Sie sollten gerüstet sein. Ich war es, denn schließlich ging das ekelhafte Viehzeug schon seit Wochen in unserem Stadtteil um und überall an Schulen und Kindergärten hingen die Warnschilder. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis diese Viecher auch uns heimsuchen würden. Der Apotheker, den ich um Rat fragte, rieb sich bereits innerlich die Hände. Die Freude war ihm deutlich anzusehen, da konnte er noch so betroffen schauen. Schließlich  macht er durch die Läuseinvasion das Geschäft seines Lebens. Irgendwann stand die grauenvolle Wahrheit auch tatsächlich wie eine Megalaus in unserem Badezimmer. Igitt! Aber ausgestattet mit einem Anti-Läuse-Mittel auf Ökobasis und einem entsprechenden Kamm war ich auf alles gefasst. Dachte ich.

Die Sache mit der Läuse-Autobahn

Ich schluckte also die aufkommende Panik hinunter und versuchte strategisch vorzugehen. Zuallererst ans Telefon. Schließlich mussten die Eltern der Mädchen, mit denen meine Süßen im wahrsten Sinne des Wortes dauernd die Köpfe zusammenstecken, informiert werden. Interessant ist dabei, wie schnell man selbst in so einer Situation ins Plaudern kommt. Kennt doch jeder eine passende Horrorgeschichte und auch die Garderobensituation der hiesigen Grundschule ist immer ein dankbares Thema. Durch die dort vorherrschende Enge entstünde sozusagen eine Art Läuse-Autobahn, auf der das verflixte Krabbelgetier mit geschätztem Tempo 200 von einer Bekleidung zur nächsten marschiert. Gerade in der Winter-Mützen-und-Kapuzen-Zeit. Wie auch immer, ich habe jetzt keine Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, ich muss jetzt handeln.

Die Auferstehung von den Toten

Ich fange mit dem Bettenabziehen an. Gleich im Anschluss die Behandlung. Dreimal waschen mal drei, Papa hat Glück, er hat keine Haare und bleibt damit verschont. Jeweils 30 Minuten unter einer extrem hübschen und den Anforderungen der heutigen Mode äußerst entsprechenden Plastikhaube einwirken lassen und dann kämmen. Die Pediculus humanus capitis und ihre Nachkommen sollen zu diesem Zeitpunkt bereits tot sein. Sagt der Hersteller des modernen Wundermittels. Ich kämme also absolut angeekelt die Läuse heraus und diese strecken auch brav auf dem Papiertuch alle viere von sich. Allerdings nicht allzu lange. „Mama, guck mal, die laufen wieder!“ Ja, gibt’s denn so was? Waren die blöden Viecher doch nur für ein paar Minuten betäubt.

Brutale Tagträume

Tja, wenn man "öko" will, dann muss man schneller sein. Das weiß ich jetzt. Wenn dann endlich alles beseitigt ist, was sechs Beine hat, dann kommen die Nissen dran. Aber versuchen Sie mal, ohne drei Pfund Kurspülung durch Nudellocken zu kämmen, die rund einen halben Meter lang sind und deren Trägerin sie am allercoolsten findet, wenn sie so richtig schön verwuschelt sind. Da kann man sich gar nicht gegen Scheren-Fantasien wehren. Ein Schnipp und das Problem wäre gelöst. Kurz geschüttelt und zurück aus dem Land der Tagträume. Wir müssen hier durch und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Stundenlang wird gekämmt, geziepft und geheult, bis man sich schließlich einigermaßen sicher sein kann, dass jedes blöde Ei auch wirklich erwischt wurde.

Die Armee der Kuscheltiere

Doch damit ist es ja nicht getan. Ich weiß nicht, wie viele Kuscheltiere Ihr Nachwuchs sein eigen nennt, bei uns sind es etwa einhunderttausend. Nur geschätzt. Und die sind alle enorm wichtig und unverzichtbar. Aber es hilft nichts, sie müssen in die Waschmaschine. Man glaubt gar nicht, was so ein Kuscheltier, auf dem eigentlich Handwäsche steht, alles aushält. 60 Grad sind meist kein Problem. Gut, manche sind jetzt ein bisschen kleiner, kompakter und auch nicht mehr so weich, aber immerhin bis zum Schlafengehen wieder verfügbar. Was man von denjenigen, die in Gesellschaft aller Wollmützen die folgenden Tage im Gefrierschrank verbringen, nicht behaupten kann. Ich schwöre Ihnen, nach so einem Tag, der ja auch noch obligatorisch das „Bis-in-die-letzte-Ecke-des-Hauses-Putzen“ beinhaltet, sind Sie fix und fertig. Und um einiges toleranter.

Buchtipp

„Läusealarm“ von Charlotte Habersack und Thorsten Saleina: Anton hat sich schon immer ein Haustier gewünscht. Allerdings dachte er da mehr an einen Hamster oder einen Hund. Und nicht an Läuse. Doch jetzt hat er sie und jetzt müssen sie wieder weg. Mama macht alles, was notwendig ist, von der Behandlung des Fahrradhelmes bis hin zum stundenlangen Lausen. Und als Anton wieder in die Schule darf, muss Marie zu Hause bleiben. Das geschieht ihr recht, findet er, schließlich hat sie sich vorher ganz schön über ihn lustig gemacht. Dieses Bilderbuch ist für jede Altersklasse geeignet. Die Zeichnungen sind äußerst einfallsreich und ergänzen den Text, in dem alles Wissenswerte spielerisch verpackt ist, optimal. Ein witziges und auch ein bisschen tröstendes Buch für alle betroffenen Kinder.

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