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Eltern-Kolumne: Großstadtkick auf Rädern

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Kolumne  

Großstadtkick auf Rädern

19.01.2009, 18:41 Uhr | Simone Blaß

Sie sind als Buggy, Sportwagen, Jogger, Zwillings- und Geschwisterwagen zu haben, wahlweise mit drei oder mit vier Rädern, doppelt oder einfach, Vollgummi oder luftbefüllt und dazu in allen erdenklichen Farben und zu Preisen, die so manchen veranlassen, einen Kleinkredit aufzunehmen. Sie heißen Alu-Cruiser S Deluxe, Speedy Twilight oder Fun System, aber Spaß hat man mit ihnen höchstens dann, wenn man sich weit von einer Innenstadt entfernt und möglichst nicht mit Auto, Bus, Bahn oder U-Bahn fahren muss.

Zwölf Kilo plus Kind und Einkäufe sind doch kein Problem

Wenn man den Herstellern Glauben schenken mag, dann braucht man einfach für jede Gelegenheit einen speziellen Kinderwagen. Einen stabilen, schweren für das Gelände, das sich dann aber direkt vor der Haustür befinden muss. Denn erstens müsste man, um den Kinderwagen ins Auto zu hieven, den Zusammenklappmechanismus verstehen, bei dem man laut Anleitung lediglich den Nippel durch die Lasche ziehen muss oder so ähnlich. Und zweitens müsste man das Teil dann in den Kofferraum heben, was in der Regel nicht nur den Beckenboden komplett ruiniert, sondern auch in einem Stück oft gar nicht möglich ist.

Einer genügt nicht

Und dann sollte man - laut Kinderwagenhersteller - noch den leichten, wendigen Wagen für die Stadt besitzen. Möglichst in der Trendfarbe der Saison, damit man beim Einkaufen von Baby Accessoires bei Gucci und Co. nicht von den anderen Shopping-Mums verächtlich angesehen wird. Es ist anzunehmen, dass Mütter, die sich das leisten können, mit dem Taxi nach Hause fahren und somit alle Zusammenklapp- und Verstauprobleme auf einmal los sind. Die klassische H&M-Mama aber braucht einen Kinderwagen, mit dem sie durch enge Verkaufsgänge kommt und öffentliche Verkehrsmittel benutzen kann. Schließlich macht sie nichts lieber als das.

Pure Absicht

Wenn man die Reaktionen vieler Mitfahrer beobachtet, dann ist man sich absolut sicher, dass es den Eltern ein diebisches Vergnügen bereitet, sich den Platz in einem überfüllten Verkehrsmittel zu erkämpfen. Oder wie die Nadel im Heuhaufen diejenigen Großstädter zu finden, die noch genügend Zeit haben, zu helfen. Im Gegensatz zu jenen, die es dazu grundsätzlich zu eilig haben - klar sie wollen ja auch die nächste Bahn erwischen. Was bei den Müttern sicher nicht der Fall ist, die treiben sich just für „Fun System“ einfach so auf den Bahnsteigen herum. Und benutzen öffentliche Verkehrmittel lediglich, um andere Fahrgäste entweder an dem Geschrei ihrer Kinder teilhaben zu lassen oder um sie mit ihren sperrigen Wagen zu belästigen, die sie ihnen dann bevorzugt fies von hinten in die Waden rammen. Absichtlich natürlich. Wahrscheinlich, weil so eine Mutter mit Kleinkind auf dem Arm und Baby im Kinderwagen gerade nichts Besseres zu tun hat. Das hieß ja schließlich nicht umsonst jahrelang Erziehungs-"Urlaub".

Das muss man nur positiv sehen

Fahrstühle, die entweder out of order sind oder nach Urin stinken, geben den richtigen Großstadtkick, unüberwindbare Treppen sorgen für eine ganz neue Art der Kontaktanbahnung, die Krater, die sich zwischen U-Bahn und Bahnsteig auftun, halten das Adrenalin schön oben und Fahrer, die die Türen bereits schließen, obwohl der Kinderwagen noch zur Hälfte drinhängt, verstärken das Vertrauen in die Menschheit. Was will frau mehr?

Alternative Tragetuch

Bleibt als Alternative noch das Tragetuch. Auf der einen Seite sehr praktisch, schließlich weiß man dann erstens das Kind gut aufgehoben und läuft nicht Gefahr, von ihm weg gedrängt zu werden, braucht zweitens nicht viel mehr Platz als ein durchschnittlich Übergewichtiger und benötigt drittens weder Hilfe noch Verständnis. Dass man dann, um etwas zu erledigen, mehrmals fahren muss, weil es an Stauraum mangelt - nun gut, man kann nicht alles haben.

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