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Eltern-Kolumne: Trotz-dem von ganzem Herzen geliebt

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Kolumne  

Trotz-dem von ganzem Herzen geliebt

25.03.2009, 12:53 Uhr | Simone Blaß

Mein Mann hat einen Ruf als extremer Sturschädel und er ist sehr stolz darauf. Schließlich liege das bei ihm in der Familie und die hätten es alle zu etwas gebracht. Sagt er. Noch stolzer ist er, wenn es um seine kleine Tochter geht. Denn die hat Papas Dickkopf geerbt. Oder besser gesagt: Sie ist die Web 2.0-Version davon.

Kein Thema - ich habe Erfahrung mit Sturköpfen

Da ich seit einer halben Ewigkeit die Frau meines Mannes bin und daher genügend Übung mit Sturschädeln habe, ist das normalerweise kein großes Problem für mich. Er immerhin schmeißt sich nicht mehr auf den Boden, wenn er seinen Willen durchsetzen will. Und auch bei ihr bleibe ich in solchen Situationen ganz ruhig. Nach außen hin kann man höchstens an den hektischen roten Flecken in meinem Gesicht und an den Schweißflecken unter den Armen erkennen, was innen vorgeht. Innen nämlich, da schlägt der Sturm der Gefühle hohe Wellen.

Zeitdruck ist eine denkbar schlechte Voraussetzung

Vielleicht kennen Sie das? Sie sind mit den Kindern beim Einkaufen, schwer beladen haben Sie vor, noch rechtzeitig den Bus zu erwischen, weil Sie pünktlich zuhause sein müssen. Handwerker, auf die man seit Wochen wartet, stehen bekanntlich nicht gern und vor allem nicht länger als zwei Minuten vor der Tür. Es sollte jetzt also möglichst alles zügig und problemlos vorangehen. Ha, denkste.

Lieblingsschauplatz: Supermarkt

Ein klares Nein - und in den letzten Jahren nicht das erste seiner Art - zu dem sich drehenden blauen Elefanten für zwei Euro pro Minute und schon liegt mein Kind in aller Öffentlichkeit auf dem Boden und brüllt seine Wut in die große, weite Welt des Einkaufszentrums. Und schafft es, wie immer, eine Traube von teilweise mitfühlenden, teilweise neugierigen und verstärkt auch in Erziehungsfragen anscheinend extrem kompetenten Menschen um sich herum zu versammeln. Die dann natürlich mit den entsprechenden Kommentaren nicht sparen. Da ich mich in solchen Momenten bereits an der äußersten Beherrschungsgrenze befinde, machen es mir Sätze wie "Die gönnt dem Kind ja gar nichts" bis hin zu "Der Kleinen gehört mal ordentlich der Hintern versohlt" nicht wirklich leichter, mich auf meine innere Mitte zu konzentrieren. Mal abgesehen davon, dass ich grundsätzlich nicht gern Gesprächsthema Nummer eins im Supermarkt bin...

Meine Nerven brauchen dringend Beruhigung

Unserer Tochter ist das alles völlig egal. Sie tobt. Und benutzt dabei Worte, von denen ich gar nicht wusste, dass sie sie schon kennt. Schlimmer als ein Seemann nach einer Pulle Schnaps, die ich übrigens gerade im Moment liebend gerne mit diesem teilen würde. Was aber wahrscheinlich die Sache mit dem Gesprächsthema nicht unbedingt vereinfachen würde!

Schwerwiegende Folgen

Die Kassiererin wartet noch immer mit süffisantem Grinsen auf ihr Geld und das Fräulein Tochter ändert die Taktik. Verlegt sich auf herzzerreißendes Bitten. Und natürlich habe ich Mitleid mit meinem Kind. Aber ich weiß, wenn ich jetzt nachgebe, dann habe ich verloren, dann wird diese Szene zu unserem alltäglichen Highlight. Also hart bleiben. Stur sein kann ich auch, denk ich mir und sehne mich nach dem Seemann beziehungsweise dem Inhalt seiner Flasche - zur Beruhigung meiner Nerven. Da dieser aber weit und breit nicht in Sicht ist, muss ich wohl auch diesmal wieder zur Schokolade greifen. Wenn das noch eine Weile so weitergeht, dann sehen wir uns demnächst bei den Weight Watchers.


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