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Eltern-Kolumne: Morgens, halb zehn in Deutschland

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Eltern-Kolumne  

Morgens, halb zehn in Deutschland

27.04.2009, 12:17 Uhr | Anna Quick

Eltern-Kolumne: Morgens, halb zehn in Deutschland. Mutter mit Kind beim Sektfrühstück mit der Freundin.

Kinderlose Freundinnen haben es nicht immer leicht. (Bild: imago)

Sonntag, 8:30 Uhr und somit noch viel zu früh um mein gemütliches Bett zu verlassen. Aber es ist mal wieder Zeit für ein ausgiebiges Frühstück mit meinen Freundinnen. Diese reservieren allerdings seit ungefähr zwei Jahren die Tische nicht mehr um 11:00 Uhr, sondern gerne schon für 9.30 Uhr. Der Grund: In den letzten Jahren wurde eine nach der anderen Mutter und der Trend hält weiter an. Als ich zum ersten Mal so früh bestellt wurde, dachte ich noch, ich hätte mich verhört. Aber mittlerweile habe ich mich an die Zugeständnisse gewöhnt.

Kranke Kinder – kranke Mütter

Also dann mal raus aus den Federn und unter die Dusche. Da bei Frauen ja alles bekanntlich etwas länger dauert, treffe ich eine halbe Stunde zu spät - aber trotzdem noch total verschlafen - im verabredeten Café ein. An unserem Lieblingstisch sitzen sie auch schon alle zusammen und schnattern. Wie immer, denke ich, aber als ich die ersten Gesprächsfetzen auffange, merke ich schnell, dass das nicht stimmt. „Er schläft immer noch nicht durch“. „Versuch mal, ob es hilft, wenn du dich mit ihm hinlegst.“ Oh je, das wird ein Spaß. Ich begrüßte eine nach der anderen und erkundigte mich nach ihrem Befinden. Auch hier gibt es für mich in letzter Zeit einiges zu lernen. Fragt man eine junge Mutter, wie es ihr denn gehe, bekommt man nämlich häufig folgenden oder einen ähnlichen Satz zu hören: „Nicht so gut, Hanna ist krank.“ Die ersten Mal habe ich mich noch darüber gewundert. Mittlerweile weiß ich aber, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind so eng ist, dass Mütter quasi auch selbst krank sind, wenn es ihrem Baby nicht gut geht.

Die alten Zeiten

Nachdem dann endlich mein Müsli und der langersehnte Kaffee vor mir steht, bin ich soweit mich in die Gespräche einzuklinken. Doch was habe ich eigentlich zu sagen? Es geht um morgendliche Wutanfälle beim Anziehen, Fruchtbarkeitstests, pünktlichen Eisprung und nervige Schwiegermütter, die sich ständig in die Erziehung einmischen. Folgen kann ich zwar, ein paar aufmunternde Worte hier und da, aber hilfreiche Tipps habe ich keine. Und auch wenn, welche meiner Freundinnen will schon Tipps von einer kinderlosen Freundin? Also halte ich mich zurück und höre zu, nicke interessiert und sehne die alten Zeiten herbei.

Der neuste Klatsch und Tratsch

Früher war alles besser, denke ich mir. Da konnten wir uns über unsere Beziehungen, die Arbeit, Reisen, Mode, Partys und über den neuesten Klatsch und Tratsch aus unserer Stadt unterhalten. Heute reden wir über Themen wie: Wer ist schwanger, wer will schwanger werden, wer ist Mutter geworden und wer erzieht sein Kind eigentlich richtig oder falsch? Das sind die Augenblicke in denen ich mir schwöre: So werde ich nie. Auch wenn meine Mutter mir schon so oft erklärt hat, dass die meisten Frauen so werden sobald sie schwanger sind. Das wollen wir ja erst mal sehen, denke ich mir.

Plötzlich hellwach

„Anna!“. Spricht hier gerade etwa jemand mit mir? Abrupt erwache ich aus der Diskussion mit mir selbst. Plötzlich schauen sie mich alle an. „Schläfst du noch?“, fragt mich eine meiner Freundinnen mit einem Augenzwinkern. „Quatsch, habe nur nachgedacht“, höre ich mich sagen. „Wir wollten mal wissen, wie die Arbeit so läuft und ob du dich in deiner neuen Wohnung wohl fühlst? Ach ja, wo hast du eigentlich die schicken neuen Schuhe gekauft?“ Und plötzlich bin ich hellwach und beginne natürlich alle Fragen ausgiebig zu beantworten. Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaue, ist es bereits 14 Uhr und ich bin satt und zufrieden.

Auch Mütter müssen feiern

Um halb drei machen wir uns dann auf den Heimweg. Sonntag ist nämlich eigentlich Familientag, das ist wohl auch noch bei modernen, jungen Familien so. Das macht aber gar nichts, dann gönne ich mir jetzt erst mal einen Mittagsschlaf. Und das nächste Mal treffen wir uns zur Abwechslung mal nicht zum Frühstück sondern zum Feiern. Meine Freundinnen haben mir nämlich etwas kleinlaut gestanden, dass ihnen doch ab und zu die Decke auf den Kopf fällt. Jetzt wollen sie sich mal wieder richtige aufbrezeln, Cocktails trinken und tanzen bis ihnen die Füße wehtun. Manche Dinge ändern sich eben doch nicht…

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