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Kolumne  

Ich bin rund, na und?

28.04.2009, 12:57 Uhr | Simone Blaß

Kolumne: Ich bin rund, na und?. Schwangere Frau steht auf der Waage.

Wie mit der Gewichtszunahme umgehen? (Bild: Archiv)

Es gibt während jeder Schwangerschaft eine Zeit, in der man eindeutig etwas runder wird, aber noch lange nicht schwanger aussieht und es gibt die entsprechenden Reaktionen der Umwelt darauf. Mein Mann zum Beispiel saß für den Spruch "Bekommst Du das Kind eigentlich vorne oder hinten?" mal ein ganzes Wochenende lang auf geistig gepackten Koffern.

Vielen Dank für die Blumen

In das bevorstehende Ereignis Eingeweihte haben überhaupt oft eine sehr liebreizende Art, mit einer schwangerschaftsbedingten Gewichtszunahme umzugehen. Einer meiner besten Freunde zum Beispiel nennt mich normalerweise äußerst charmant nur 'Meine Hübsche‘. Was seit Wochen durch 'Mein Dickerchen' ersetzt wurde. Wenn es wenigstens 'Mein hübsches Dickerchen‘ wäre, dann könnte ich ja vielleicht noch damit leben, aber so? Auch Kommentare wie 'Die Zeiten, in denen schwarz schlank macht, sind irgendwann auch vorbei‘ bringen höchstens alle anderen zum Lachen. Mich nicht - hormongesteuert wie ich bin!

Ach ja, ich bin ja schwanger!

Obwohl - und das muss ich ehrlich zugeben - ich selbst manchmal den Grund für meine Gewichtszunahme vergesse. So wie in jener Nacht, als ich völlig schlaftrunken die Treppe hinunter wankte um eines meiner Kinder zu beruhigen. Ich ließ meinen verschlafenen Blick an mir hinunter wandern und sagte zu mir selbst: 'Mensch, gegen die Wampe musste aber auch endlich mal was machen!‘ Erst einige Momente später ist mir wieder eingefallen, dass ich ja schwanger bin. Welche Erleichterung. Ich kann Ihnen sagen, so etwas wäre mir bei meiner ersten Schwangerschaft sicher nicht passiert!

Die personifizierte Abschreckung

Irgendwann kommt dann die Phase, in der man selbst - und alle, die einen so wie Gott einen schuf sehen dürfen - ganz eindeutig erkennen kann, dass sich der Bauch zu einem Schwangerschaftsbäuchlein rundet. Die noch unwissende Umwelt aber bemerkt nur, dass man zugenommen hat. Und da sich kaum einer mehr fragen traut, ob es sich hier um eine Schwangerschaft handeln könnte, weil dank der Tunika-Mode die Fettnäpfchen en masse lauern, hagelt es nur kritische Blicke in Richtung mittlerer Körperteil. Klassisch fand ich den Kommentar der Lehrerin meiner Kleinen, als diese ihr erzählt hat, dass ich noch ein Baby bekomme: 'Und ich dachte schon, Deine Mama hätte genau wie ich in den letzten Wochen eine ausgesprochene Vorliebe für Plätzchen entwickelt.‘ Seitdem antworte ich immer jedem, der mich vorsichtig fragt, ob ich vielleicht schwanger sei, dass ich einfach zu viele Süßigkeiten zu mir nehme. Was vor allem bei den Kindern witzigste Gesichtsausdrücke des Erstaunens hervorruft. Man kann regelrecht sehen, wie sie Schokolade und Co. entsetzt von ihrem Speiseplan streichen. Pädagogisch äußerst wertvoll, oder?

Mir wird nicht nur die Jeans zu eng

Irgendwann beginnt man sich dann zu fragen, ob die Manager von Edeka, Plus, Aldi, Norma und Co. die Gänge in den Läden neuerdings absichtlich immer enger gestalten. Und spätestens wenn man, so wie ich letzthin, auf dem gut besuchten Parkplatz des Sportvereins zwischen zwei  Autoaußenspiegeln hängenbleibt, weil man seinen Umfang mal wieder falsch eingeschätzt hat, dann weiß man, dass es jetzt nicht mehr zu übersehen ist.

George Clooney und ich

Auch die Modefrage ist nicht immer einfach zu lösen. Wenn man nämlich nicht schwanger ist, dann ist die erschwingliche Umstandsmode durchwegs hübscher als hübsch und wenn man es dann ist, dann gibt es großgemusterte Kleider mit Puffärmeln, in denen man aussieht wie eine Hochzeitstorte auf Wanderschaft. Klar, es gibt Läden, die nicht aus zwei Buchstaben und einem "&" bestehen, in denen Schwangerschaftsmode angeboten wird, die richtig gut aussieht, aber die kann ich mir nicht leisten. Das heißt, könnte ich vielleicht schon, aber ich höre auf den mir Angetrauten, der darum gebeten hat, nicht in einen modischen Kaufrausch zu verfallen für Kleidungsstücke, die man gerade mal ein paar Wochen trägt. Und er hat ja recht. Theoretisch. Praktisch würde ich da schon gerne mal so richtig einkaufen, wenn ich ehrlich bin. Was mir mein Unterbewusstsein auch ziemlich deutlich machte. Bei einem Kurzurlaub in Berlin war gerade George Clooney in der Stadt. Der Garant für heiße Träume. Meiner sah dann ein bisschen anders aus: Mr. Clooney und ich waren ein Paar und wir flanierten verliebt durch Berlin. Als wir vor dem teuersten Umstandsmodeladen der ganzen Stadt standen, sagte George zu mir: 'Kauf Dir was Schönes, Baby!‘ und ich habe ihn dafür geliebt. Als ich aufwachte, das muss ich zugeben, war ich einen Moment lang enttäuscht. Und das lag nicht an demjenigen, der tatsächlich neben mir lag. Ich bin dann mit meiner Freundin losgezogen und habe mir im exquisitesten Schwangerschaftsmodeladen der Stadt 'Was Schönes‘ gekauft. Unsinnig oder nicht. Ich liebe dieses Kleid!! Und wenn es hundertmal das Teuerste in meinem ganzen Kleiderschrank ist. Das T-Shirt aber, auf dem stand 'Born to be Mrs Clooney‘ habe ich mir dann doch verkniffen...


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