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Eltern-Kolumne: Geburt des dritten Babys

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Kolumne  

Das Quengelexemplar

16.10.2009, 11:24 Uhr | Simone Blaß

Eltern-Kolumne: Geburt des dritten Babys. Kind im Kinderstuhl schaut verdutzt.

Beim dritten Kind weiß man ja wie es läuft - tatsächlich? (Bild: Archiv)

Was ist das? Es schreit, es spuckt und für eines seiner Lächeln vergisst man in Null Komma nichts, dass man gerade seinetwegen die ganze Nacht wach war? Jawohl: Es ist ein Baby. Und zwar mein Baby, das selbstverständlich das schönste und wohlriechendste der ganzen Welt ist. Obwohl mein Mann behauptet, letzteres würde nur dann zutreffen, wenn die Windeln mal nicht voll sind.

Grinskistenalarm

Es ist schier unglaublich, wie ein Baby einen in seinen Bann nimmt. Dieses Wunder der Natur hat hier bereits die ganze Familie total im Griff und alle geben alles, um das kleine Menschenkind zum Lachen zu bringen. Was nicht besonders schwer ist, denn die Nachbarinnen nennen unseren Sohn bereits jetzt den "Womanizer der Straße" und unsere Straße ist nicht nur ein Nebenweg! Der Kleine kann allerdings auch anders und wenn er mal so richtig loslegt, dann hilft mir meine ganze langjährige mütterliche Erfahrung gar nichts mehr.

Wie war das noch mal?

„Na, das ist ja schon das dritte. Dann ist das ja kein Problem.“ Wenn ich für jeden dieser Sätze einen Euro bekommen würde, hätte ich schon ein paar schicke neue Stiefel zusammen. Das ging schon in der Klinik los. Mit den Worten „Sie wissen ja eh, wie es geht“, drückt mir Schwester Mathilde eine Wanne und einen Waschlappen in die Hand. „Ja, aber...“ ist alles, was ich darauf erwidern kann, denn sie eilt bereits zur nächsten Wöchnerin. Klar, ich habe schon mal Babys gebadet. Aber das ist mehr als sieben Jahre her und die hatten untenrum ein entscheidendes Teil weniger. Und außerdem bin ich mir gar nicht so sicher, ob die beiden tatsächlich auch mal sooo klein gewesen sind?

Er hat mal wieder die Nacht zum Tag gemacht

Unbestreitbar, man weiß, was einen erwartet und ist nicht mehr völlig erstaunt, wenn so ein winziger Mensch mal schnell alles durcheinander bringt. Man weiß, dass man die nächsten Monate aufgrund von Schlafmangel eher aussieht wie Gräfin Dracula denn wie das blühende Leben. Man weiß, dass man, wenn man nur mal kurz das Haus verlassen möchte, immer eine Stunde extra planen muss, weil das Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nochmal Hunger hat, sich vollspuckt und wahrscheinlich auch noch die Windeln füllt, wenn man schon den Schlüssel in der Hand hat. Und dass diese Windel immer dann nicht dicht ist, wenn man es eilig hat. Und der Partner weiß, dass er sich nicht wundern muss, wenn er am Abend von einer Frau im Schlafanzug begrüßt wird, die sich ihrerseits durchaus wundert, dass der Tag schon wieder vorbei ist. Wo sie doch eigentlich noch...

Blöde Frage

Was man aber nach wie vor nicht weiß, ist, wie man immer und in jeder Situation Babygeschrei abstellt. Besonders beliebt bei mir ist die Frage „Was hat der Kleine denn?“ Bei Großmüttern und netten älteren Nachbarinnen lässt man sowas ja noch mit einem säuerlichen Lächeln durchgehen, aber dem Vater und auch den anderen Müttern würde ich in diesen Momenten am liebsten mit der gleichen Dezibelzahl, die mein Sohn gerade an den Tag legt, entgegnen: „Wenn ich das wüsste, dann würde er nicht schreien, oder?“ Aber das würde sowieso nichts bringen, denn ich komme akustisch in einem solchen Moment eh nicht gegen ihn an!

Keine ruhige Minute

Überhaupt hat mein Umfeld ein ganzes Repertoire an Fragen und Feststellungen, die mich „entzücken“. Von „Glaubst Du, der wird wirklich satt?“ bis „Findste nicht, er ist ein bisschen propper?“ hatten wir in den ersten paar Wochen alles im Programm. Besonders beliebt bei mir auch die Sätze: „Du verwöhnst ihn zu sehr“ und „Der sieht ja aus wie der Dierk!“ Na, wie soll er denn sonst aussehen? Wie der Postbote? Adrenalintechnisch anregend auch die per Handy gestellte Nachfrage meines Papas am vergangenen Dienstag, als ich gerade mal fünfzehn Minuten auf dem Elternabend der 3a weilte und mein Baby satt, zufrieden und bettfertig seinen Schwestern sowie der Oma übergeben hatte. „Wie lange darf dein Sohn eigentlich schreien, bis wir dich holen sollen?“ Ich sag Ihnen, ich bin so schnell nach Hause geradelt, dass es fast einem Ritt auf dem Besen gleichkam. Garniert von Schweißausbrüchen und Milcheinschuss.

Speikinder sind Gedeihkinder

Erfreulicherweise schreit unser Baby aber nur selten und meistens ist der Grund ziemlich einfach zu erraten. Hunger. Ist auch kein Wunder, schließlich spuckt er fröhlich jedesmal die halbe Mahlzeit wieder raus. Sein Dauerhunger hat allerdings bereits dazu geführt, dass ich in der Nacht völlig verschlafen versucht habe, den Teddy zu stillen und fast auf meinen Mann losgegangen wäre, als dieser mir mein vermeintliches Baby aus dem Arm nehmen wollte. Stillen, spielen, schmusen, schlafen - das wär so unser Ding. Aber da hätte mein Sohn als erstes und nicht als drittes Kind kommen müssen. Denn spätestens am Nachmittag mutiere ich zum Mamataxi und er - wie es sich für einen echten Mann gehört - zum äußerst genervten Beifahrer. Wobei er seine enorme Auswahl an Quengeltönen täglich perfektioniert. Seine Schwestern aber glücklicherweise ebenfalls von Tag zu Tag bei ihren Ablenkungsmanövern einfallsreicher werden.

Weil’s so schön ist, gleich nochmal

„Wenn du das Dritte im Arm hältst, dann weißt du, dass es jetzt gut ist“, versicherte mir eine Freundin im Vorfeld. Aber das ist ja gerade das Problem. Es ist gut, es ist sogar sehr gut. Um ehrlich zu sein, ist es wundervoll und genau deswegen kann ich schon wieder an keiner Schwangeren vorübergehen, ohne ein klitzekleines bisschen neidisch zu sein. Wenn ich das allerdings durchziehen möchte, dann werde ich wohl nicht nur ein größeres Haus und ein größeres Auto brauchen, sondern doch auf den Postboten zurückgreifen müssen. Schade, denn der gefällt mir im Gegensatz zu meinem Mann leider gar nicht.


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