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Schlafwissenschaftler über den Babyschlaf

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Schlaf-Experte über Babys Schlaf

15.12.2009, 13:15 Uhr

Schlafendes KleinkindGoldener Schlaf mit Pampers. (Bild: Pampers)Schlafen ist nicht immer baby-leicht. Der Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS e.V.) aber kennt den Schlaf der Babys genau. Professor Zulley ist Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Regensburg und erklärt für Pampers aus wissenschaftlicher Sicht, warum zwölf Stunden goldener Schlaf gerade für Babys so wichtig ist: Die Entwicklung von Gehirn, Körper und Verhalten werden dadurch nämlich entscheidend beeinflusst.


Schlaf und Entwicklung: Fleißiges Gehirn

Schlaf ist gerade im ersten Lebensjahr eines Kindes von großer Wichtigkeit für die Entwicklung des Gehirns: Mit dem ersten Geburtstag hat das Gehirn eines Babys bereits 75 Prozent der Größe erreicht, das es als erwachsene Person haben wird. Das erste Jahr ist für das Gehirn also ein enorm wichtiger Zeitraum. Die Reifung des Gehirns findet vor allem in der so genannten Traumschlaf-Phase statt.

Drei Typen von Schlaf

Für unterschiedliche Aufgaben braucht das Baby unterschiedlichen Schlaf. Der Schlaf der Babys kann aufgrund der Messungen der Gehirnströme in drei Schlaftypen unterteilt werden: Neben dem Wachzustand unter- scheidet man zwischen aktivem Schlaf und dem ruhigen Schlaf. Der dritte Schlaftyp umschreibt ein Übergangsstadium zwischen den beiden Formen. Der aktive Schlaf entspricht dem REM-Schlaf (engl. Rapid Eye Movement) oder Traumschlaf des Erwachsenen, der ruhige Schlaf dem Tiefschlaf. Der Schlaf eines Babys ist charakterisiert durch einen raschen Wechsel zwischen ruhigem und aktivem Schlaf im Wechsel von jeweils wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Der Anteil des aktiven Schlafs liegt bei Neugeborenen bei 50 Prozent. Während des aktiven Schlafs zucken und lächeln Babys, schneiden Grimassen, bewegen ihre Augen und geben Geräusche von sich. Während dieser Phase können sie alles, was sie tagsüber gelernt haben, einordnen und speichern. Während des ruhigen Schlafs sind Babys meist entspannter und es ist schwieriger, sie aufzuwecken. Während dieser Zeit werden Erinnerungen für später verarbeitet.

Kognitive Entwicklung: Stimulierender Schlaf

Neugeborene schlafen 16 bis 20 Stunden. Während der ersten drei Monate schlafen Babys doppelt so viel wie Erwachsene, in den ersten 3 bis 6 Lebensmonaten passt sich der Schlaf-Wach-Wechsel dann mehr oder weniger langsam an den 24-Stunden-Tag an und es wird vermehrt nachts geschlafen. Diese Zeit (besonders während des aktiven Schlafs) nutzt das Baby, um alle tagsüber erlebten Eindrücke, Geräusche und Bewegungen einzuordnen und zu speichern. In den ersten sechs Lebensmonaten fungiert der Schlaf zudem als Reizsperre, damit es im Gehirn nicht zu einer Informationsüberlastung kommt. Das Schlafverhalten der Babys ist aber sehr unterschiedlich und kann genetisch bedingt sein. Mit zunehmendem Alter benötigen auch Babys weniger Schlaf: Mit drei bis sechs Monaten reduziert sich die Schlafdauer auf 13-16 Stunden pro Tag, mit 12-24 Monate benötigen Babys in der Regel nur noch rund 12-14 Stunden Schlaf.

Lernen im Schlaf

Schlaf spielt für das Lernvermögen von Babys eine wichtige Rolle, da er die kognitive Entwicklung unterstützt und fördert. Wenn Babys etwas Neues gelernt haben, werden sie sich besser daran erinnern, wenn auf den Lern- vorgang Schlaf folgt. Schlaf trägt auch zum Verhaltenslernen sowie der Fähigkeit des Kindes bei, mit Gefühlen, Wahrnehmungen und Gedankengängen umzugehen.

Soziale Entwicklung

Ein ausgeruhtes Baby ist ein glückliches Baby. Die Beziehungen, die das Baby tagsüber knüpft, erblühen erst nachts so richtig – wenn das Baby tief schläft, spielen sich in seinem Köpfchen alle Geschehnisse des Tages noch einmal ab und es lernt von diesen Interaktionen, sodass es später besser mit den Menschen um sich herum kommunizieren kann. Babys und Kinder, die gut schlafen, haben in der Regel ein ruhigeres Temperament.

Co-Sleeping

Der Wunsch vieler Kleinkinder mit den Eltern oder Geschwistern in einem Zimmer oder im gleichen Bett zu schlafen wird als „Co-Sleeping“ be- zeichnet. Dieser Vorgang ist grundsätzlich nicht abzulehnen und wichtig für das soziale Verhalten. Er findet sich bei bis zu 50 Prozent der Kinder. Normalerweise entwickeln die Kinder allerdings in einem bestimmten Alter den Wunsch, alleine zu schlafen. Kulturhistorisch entspricht Co-Sleeping auch den früheren Gewohnheiten, in Gruppen zu schlafen.

Körperliche Entwicklung

Schlechter Schlaf und Schlafmangel kann das Immunsystem schwächen und Babys anfälliger für Krankheiten machen. Der ruhige Schlaf ist für Babys besonders wichtig, damit sich das Immunsystem eines Neu- geborenen voll entwickeln kann, das Krankheitsrisiko reduziert und der Genesungsgrad verbessert wird. Eine gute Nachtruhe kann zudem das Verletzungsrisiko der Kleinen reduzieren, das sie aufmerksamer und weniger impulsiv sind, wenn sie gut geschlafen haben.

Doppelter Schlaf, doppelte Entwicklung

Während der ersten drei Monate schlafen Babys doppelt so viel wie Erwachsene. In diesem Zeitraum wächst das Baby auch schneller als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt im späteren Leben: Durchschnittlich erreicht ein Baby in seinem ersten Lebensjahr 40 Prozent seiner Erwachsenen-Größe. Und der Schlaf wirkt sich nicht nur auf die Größe aus: Er kann auch das Gewicht des Babys regulieren. Babys, die nachts weniger als zwölf Stunden schlafen, weisen zudem ein größeres Risiko auf, in den späteren Kinderjahren übergewichtig zu werden.

Einflüsse auf Babys Schlaf: Temperatur im Babybett

Die Regulation der Körpertemperatur ist eine wichtige Voraussetzung für erholsamen Schlaf. Da der menschliche Körper seine Schlaf-Temperatur durch Abgabe von Wasserdampf steuert, ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit in der “Betthöhle” (Raum zwischen Matratze und Bettdecke) gering und trocken zu halten, um einen ungestörten Schlaf zu gewährleisten. Eine nasse Windel begünstigt ein feuchtes Klima, das Baby fühlt sich unwohl und der Schlaf wird unterbrochen und ist nicht so erholsam. Zusätzlich zu einer frischen Windel, die die Feuchtigkeit schnell von der Babyhaut wegleitet und einschließt trägt zum Beispiel auch ein Schaffell zur Regulierung der Luft- feuchtigkeit bei. Die Schafwolle kann etwa 35 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dabei nass zu werden. Die Wolle wirkt also bei Kälte wärmend, bei Hitze kühlend und unterstützt damit die Funktionen der Haut und sorgt gemeinsam mit einer leistungsfähigen Windel für einen ruhigen und ungestörten Schlaf des Babys.

Schlaf im Sommer

In der warmen Jahreszeit können Babys aufgrund von Hitze manchmal schwerer in den Schlaf finden. Gerade bei Säuglingen ist deshalb darauf zu achten, dass es im Bett durch zu warme Decken oder Bekleidung nicht zu Überhitzungen kommt und die Kleinen frei atmen können. Aus diesem Grund ist die Bauchlage zu vermeiden. Außerdem sollten die Säuglinge besser in geeigneten Schlafsäcken ohne Kissen liegen, da hierdurch die Gefahr, dass Decke oder Kissen die Atemwege behindern, deutlich reduziert wird. Es darf natürlich in dem Kinderzimmer nicht zu warm sein, auf eine ausreichende Belüftung ist unbedingt zu achten.

Buchtipp:

Zulley J. Mein Buch vom guten Schlaf. Zabert Sandmann Verlag

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